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Trueplay holt das Letzte raus Wie stark ist der neue Sonos Play 5?

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Mit iPhones oder iPads kann der Klang des neuen Sonos Play 5 per Trueplay optimiert werden.

(Foto: kwe)

Sonos bringt nach langer Zeit eine neue Version seines smarten WLAN-Lautsprechers Play 5 auf den Markt. Im Test begeistert der Klang-Riese, aber auch ein App-Update, das aus Sonos-Speakern einen noch besseren Klang rauskitzeln kann, überzeugt.

Sonos ist nicht ohne Grund das weltweit populärste Multiroom-System: Seine WLAN-Lautsprecher klingen klasse, sind einfach zu bedienen und viele Streaming-Anbieter sind integriert. Star des Sonos-Ensembles ist für viele Nutzer und Experten der Zylinder-Lautsprecher Play 1, der für seine geringe Größe einen beeindruckend satten Sound liefert. Er stellte bisher auch den wesentlich teureren Play 5 in den Schatten, der zwar auch wunderbar klingt, aber trotz seiner mächtigeren Dimensionen kaum mehr Dampf als der kleine Bruder macht. Jetzt aber, nach rund sechs Jahren verkauft Sonos einen neuen Play 5, der nicht nur wegen seiner Größe das Klang-Flaggschiff der smarten Lautsprecher-Truppe sein soll. n-tv.de hat ihn in einer Wohnung getestet, wo bereits ein alter 5er und ein Play 1 stehen.

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Nach links gewischt wird's leiser, nach rechts lauter.

(Foto: kwe)

Optisch hat der neue Play 5 außer der ungefähren Größe nichts mit seinem Vorgänger gemein. Im Prinzip hat er das Design des 3ers übernommen und kann daher so wie dieser waagrecht und senkrecht aufgestellt werden. Statt physischer Tasten hat Sonos beim Play 5 Touch-Sensoren über seinem Logo platziert, über die unter anderem die Lautstärke per Wischgesten eingestellt werden kann.

Klangliches Flaggschiff

Wichtiger als das Äußere ist aber, was unter der Kunststoffhülle steckt. Hier hat Sonos drei Mitteltöner untergebracht, die auch für "satte Tiefen" zuständig sind. Drei Hochtöner sollen für "kristallklare Höhen und präzise Unterscheidung von Vocals und Instrumenten" sorgen. Tatsächlich klingt der neue Play 5 wesentlich satter als das Vorgänger-Modell und erzeugt ein größeres Klang-Volumen. Die Bässe sind kräftig, aber nicht übertrieben, Mitten und Höhen klar definiert. Dieser 5er kann sich klanglich von seinen kleineren Kollegen deutlich absetzen und ist ein würdiges Sonos-Flaggschiff.

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So sieht der neue Sonos 5 von innen aus.

(Foto: Sonos)

Die Nachbarn freut es, dass der Speaker seine Stärken auch leise ausspielen kann, der Sonos Play 5 hat aber auch keine Probleme, auf Partys mächtig aufzudrehen, ohne dabei seine feinen Klangeigenschaften einzubüßen. Stereo-Fans können zwei Play-5-Lautsprecher kombinieren und senkrecht aufstellen. Platziert man sich dann richtig an der Spitze des Stereo-Dreiecks, taucht man in ein beeindruckend raumfüllendes Klangerlebnis ein. Das Vergnügen hat allerdings seinen Preis, der neue Play 5 ist mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 579 Euro wesentlich teurer als die erste Generation. Erhältlich ist der Smart Speaker ab dem 25. November.

Perfekter Klang an jedem Ort

Wer zu Hause bereits einen älteren 5er, einen Play 1 oder Play 5 im Einsatz hat, muss aber vielleicht gar kein Geld ausgeben, um einen besseren Sound zu erhalten. Denn Sonos bringt mit einer Aktualisierung Trueplay in die Einstellungen seiner App. Mit dieser Funktion können Nutzer mit Hilfe des Smartphone-Mikrofons die Raumakustik messen, worauf die Software die Lautsprecher-Eigenschaften an die Gegebenheiten anpasst. Dafür geht man mit dem Smartphone winkend durchs Zimmer, während der Speaker wummernde Impulstöne abspielt, die von Wänden und Gegenständen reflektiert werden. Insgesamt sind für die Optimierung nur knapp drei Minuten nötig.

Trueplay ist vor allem dann wertvoll, wenn der Lautsprecher nicht optimal platziert werden kann. Wenn Möbel oder Wände sehr nahe sind, die Musik stark reflektieren oder als zusätzlicher Resonanzkörper wirken. So verzichtete die App im Test auf Anpassungen, wenn ein Lautsprecher auf einem soliden Untergrund stand und ungestört abstrahlen konnte. Rigips-Wände im Rücken stellten dabei kein Problem dar. Deutliche Änderungen wurden beispielsweise vorgenommen, wenn Glasscheiben, Metallflächen oder ähnliche Materialien zu nahe vor dem Lautsprecher waren oder das Gerät tief in ein Regal gestellt wurde.

Und tatsächlich: Klang ein unglücklich platzierter Speaker vor der Trueplay-Messung dumpf oder schlecht ausbalanciert, war sein Sound nach der Korrektur meistens ähnlich gut wie an einem idealen Standort. Ein Problem hat sich im Test allerdings bei der Messung ergeben: Die Kalibrierung scheiterte oft durch quietschende Dielen der Altbauwohnung. Schlimmer ist für Android-Nutzer aber wahrscheinlich, dass Trueplay vorerst alleine mit der iOS-App funktioniert. Die Messung ist nur zuverlässig, wenn die Software an das Mikrophon des Smartphones angepasst ist, von denen es in der Android-Welt zu viele verschiedene Modelle gibt.

Quelle: n-tv.de

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