Wirtschaft

Hilfe für Katastrophen-Netz Tesla baut geheime Riesen-Batterie für Texas

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Kleiner Bruder: Diese Tesla-Anlage in Kalifornien kann 80 Megawatt speichern.

(Foto: REUTERS)

Bekannt ist Tesla vor allem als Autobauer. Langfristig genauso wichtig wie der Autoverkauf soll laut Konzernchef Musk auch das Energiegeschäft werden. Ein Bericht enthüllt nun ein großes Batterieprojekt in Texas. Der Staat kann stabilisierende Stromspeicher derzeit besonders gut brauchen.

Tesla baut eine bislang geheime Batterieanlage für das vor wenigen Wochen spektakulär zusammengebrochene Stromnetz des US-Bundesstaats Texas. Wie Bloomberg berichtet, soll die Anlage der Tesla-Tochter Gambit Energy Storage in der Kleinstadt Angleton südlich der Metropole Houston eine Kapazität von mehr als 100 Megawatt-Stunden haben. Das würde ausreichen, um etwa 20.000 Haushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen.

Tesla hat das Projekt bisher nicht offiziell bekannt gegeben und auf den Bloomberg-Bericht nicht reagiert. Der Konzern unternimmt sogar Anstrengungen, es zunächst geheim zu halten. Bauarbeiter auf der Baustelle versuchten, Beobachter fernzuhalten. Einer habe auf Nachfrage gesagt, es handle sich um ein "vertrauliches" Projekt, schreibt Bloomberg. Auf Fotos sind unter Planen jedoch Tesla-Logos zu erkennen. Grundbucheinträge und Mitteilungen an die Börsenaufsicht weisen auf Gambit als Eigentümer des Projekts und auf Tesla als Eigentümer von Gambit.

Die Großbatterie-Anlage ist Teslas erster Vorstoß auf den texanischen Strommarkt, der ein riesiges Potenzial für kommerzielle Stromspeicher bietet. Im Februar waren Teile des Elektrizitätsnetzes des Bundesstaats bei einem extremen Kälteeinbruch zusammengebrochen. Mehrere Millionen Menschen mussten tagelang bei Frost und Schnee ohne Strom auskommen, da Kraftwerke teilweise abgeschaltet werden mussten und das Fernleitungssystem der Kälte nicht standhielt. Einer der Schwachpunkte, den die Katastrophe offengelegt hatte, ist, dass Ausfälle an einzelnen Punkten des zentralisierten vom Rest der USA getrennten Stromnetzes große Gebiete lahmlegen können, auch weil kaum Ersatzkapazitäten für Notfälle bereitstehen. Dezentral im Land verteilte Energiespeicher könnten helfen, dieses Problem zu beheben.

Vor allem sind Batterieanlagen wichtig, um das Netz bei einem zunehmenden Anteil erneuerbarer Stromerzeugung zu stabilisieren. Sie können den schwankenden Ertrag von Wind- und Solarkraftwerken mit der Nachfrage in Haushalten und Betrieben in Einklang bringen. Tesla hat unter anderem auch eine Plattform für einen effizienten Stromhandel zwischen den Akteuren im Netz entwickelt. Neben großen Batterien bietet Tesla unter anderem auch Solar- und Speicheranlagen für Privathaushalte an.

Das Batteriegeschäft bei Tesla wächst derzeit noch schneller als der Absatz der E-Autos, für die der Konzern weltweit bekannt ist. Er glaube, "Tesla Energy" werde langfristig etwa ebenso groß werden wie Teslas Auto-Sparte, hatte Konzernchef Elon Musk im vergangenen Jahr bei einer Bilanz-Telefonkonferenz verkündet. In 2017 stellte Tesla den damals mit 100 Megawatt-Stunden größten Batteriespeicher der Welt in Australien fertig. In Kalifornien hat der Konzern bereits eine 80 Megawatt-Anlage gebaut. Eine noch größere Anlage mit einer Kapazität von 185 Megawatt-Stunden wird gerade errichtet.

Quelle: ntv.de, mbo

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