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Kenias Bauern können sich freuen Bienen verjagen Elefanten

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In Kenia vermehren sich Elefanten besonders gut.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Elefanten sind besonders robuste Tiere, das zeigt schon ihr Erscheinungsbild. Und so lassen sie sich selbst von den stärksten Dornenhecken nicht davon abhalten, die Felder von Kleinfarmern in Beschlag zu nehmen. Vor einem Bienenstock machen die Dickhäuter dann aber offenbar doch Halt. Die Bauern freut es - auch wegen der angenehmen Nebeneffekte.

Selbst starke Dornenhecken bringen viele hungrige Elefanten nicht von ihrem Weg ab, wenn sie sich in einem Feld sattfressen möchten. Das sorgt in Kenia, wo sich die Tiere seit Anfang der 1990er Jahre wieder sehr gut vermehren, beständig für Ärger bei den Farmern, die oft nur kleine Felder bewirtschaften. Nun präsentiert ein kenianisch-britisches Team eine neue Strategie gegen die Elefanten: einen Zaun aus Bienenstöcken. Die im "African Journal of Ecology" präsentierte Studie weist einen neuen Weg für ein gedeihliches Zusammenleben von Mensch und Elefant.

Die wachsende Zahl der riesigen Pflanzenfresser zieht große Ernteschäden nach sich. Viele Bauern verbringen die Nächte auf ihren Feldern, um die hungrigen Dickhäuter mit Trillerpfeifen und Trommeln zu vertreiben. Auch die Bildung leidet zuweilen unter der Invasion: Viele Kinder trauten sich aus Angst vor einer Begegnung mit den Tieren nicht auf den langen Fußmarsch zur Schule. Wildhüter bemühten sich, die Elefanten zu vertreiben, doch oft kommen die Tiere immer wieder zurück. Immer wieder werden Elefanten umgesiedelt, weil es in einigen Regionen zu viele von ihnen gibt.

1700 Meter Zaun

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Dieser Zaun macht den Dickhäutern dann wohl doch Angst.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Gruppe um Lucy King von der University of Oxford hatte eine Gemeinschaft von 62 kleinen Farmen vom Volk der Turkana untersucht. In dem Gebiet leben auch viele Elefanten. 17 der Farmgrundstücke wurden auf jener Seite, von der Elefanten zu erwarten waren, von Bienenstöcken "gesichert". Dazu wurden 149 wannenartige Bienenstöcke zum Preis von je 22 Dollar (16 Euro) an Drähten zwischen Zaunpfählen aufgehängt. Insgesamt sicherte dieser Zaun 1700 Meter Feldgrenze. Andere Barrieren um die Felder bestanden aus Dornenhecken.

In dem Journal berichten die Forscher von 45 erfolgten oder nur versuchten "Attacken" der Elefanten auf das saftige Grün der Felder. 13 Gruppen wurden dabei beobachtet, wie sie sich den Bienenzäunen näherten – und dann umdrehten. Bei den 32 erfolgreichen Fressorgien brach lediglich ein Elefantenbulle durch den mit summenden Insekten bestückten Zaun. Ansonsten führte der Weg aufs Feld durch andere Barrieren, etwa die Hecken.

"Eine effektivere Barriere"

"Diese Resultate zeigen, dass Bienenzäune eine effektivere Barriere als Dornenhecken sind", schreiben King und ihre Kollegen. Berichte von Einheimischen zeigen, dass Bienenschwärme einem Elefanten durchaus zusetzen können, besonders mit Stichen in die Nähe der Augen und in die dünnere Haut hinter den Ohren.

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Die Farmer dürfen sich auch über Honig und eine wahrscheinlich bessere Bestäubung ihrer Nutzpflanzen freuen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Im Zuge der Untersuchung fielen 106 Kilogramm Honig an. Zudem sorgten die Insekten wahrscheinlich auch für eine bessere Bestäubung von Nutzpflanzen und damit für einen besseren Ertrag. Die Forscher empfehlen den Farmern daher, die neuen Zäune zu verwenden.

Elefanten mögen auch keine Ameisen im Rüssel. Deswegen machen sie sich in der ostafrikanischen Savanne auch nicht über Flötenakazien (Acacia drepanolobium) her. Die Insekten leben in diesen dornenreichen Bäumen und schützen sie vor den Elefanten, berichtete im letzten Jahr Todd Palmer vom Mpala Forschungszentrum in Kenia im Journal "Current Biology". Sie krabbeln dem Experten zufolge in die extrem sensiblen Rüssel der Elefanten. Wenn die Insekten von den Akazien entfernt würden, machten sich die Elefanten über die Bäume her. Giraffen allerdings, so berichtete Palmer weiter, stören sich an den Ameisen gar nicht, wenn sie sich am Laubwerk der bis zu sechs Meter hohen Bäume bedienen. Sie wischen die Tierchen mit ihrer langen, rauen Zunge einfach weg.

Quelle: ntv.de, dpa

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