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Trotz mehrjähriger Einnahme Ginkgo hilft dem Hirn nicht

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Die typischen Blätter eines Gingkobaumes.

(Foto: Bettine, pixelio)

Der Versuch, den Abbau der Hirnleistung im höheren Lebensalter durch die Einnahme von Ginkgo-biloba-Zubereitungen zu verhindern oder zu reduzieren, ist in einer großen US-amerikanischen Studie gescheitert. "Die mehrjährige Anwendung von Ginkgo-Präparaten vermochte die Zahl von neurodegenerativen Neuerkrankungen nicht zu senken. Ebenso konnte das Fortschreiten einer bestehenden Hirnleistungsschwäche durch die Anwendung der pflanzlichen Präparate nicht verlangsamt werden", berichtet Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)in Krefeld.

"Auch wurden im Einzelnen keine positiven Effekte auf die Gedächtnisleistung, die visuellen und räumlichen Fähigkeiten, das Sprachvermögen, die Aufmerksamkeit oder die Verstandesleistung bei den beteiligten Senioren beobachtet." Die Auswertung nach dem Geschlecht, dem Alter, der ethnischen Zugehörigkeit, dem Ausbildungsniveau oder einer bereits bestehenden kognitiven Einschränkung machte darüber hinaus deutlich, dass auch keine dieser Untergruppen von der Einnahme von Ginkgo-Präparaten profitierte.

Langzeittest mit Senioren

An der Untersuchung, die von 2000 bis 2008 durchgeführt wurde, hatten an sechs akademischen US-Zentren über 3.000 Senioren mitgewirkt. Die Studienteilnehmer waren 72 Jahre oder älter und waren entweder geistig gesund oder litten bereits unter einer leichten Leistungsverminderung ihrer Hirnfunktionen, die als mögliche Vorstufe einer Alzheimer-Demenz (Mild Cognitive Impairment) gilt. Um die Wirkung von Ginkgo-Extrakten zu überprüfen, wurden die Probanden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Zweimal täglich nahmen sie dann über die Dauer von 6,1 Jahren entweder ein Gingko-Präparat (je 120mg) oder ein Placebo ein.

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Auch Gesellschaftsspiele ist eine Maßnahme, um Demenz aufzuhalten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Um dem Abbau geistiger Fähigkeiten im Alter entgegenzuwirken, haben sich in Studien andere Maßnahmen als wirksam erwiesen: Dazu zählen eine gesunde Ernährung, der Verzicht auf Genussgifte, sowie eine regelmäßige körperliche Aktivität und das Aufrechterhalten sozialer Kontakte", ergänzt der niedergelassene Neurologe aus Köln.

Quelle: n-tv.de, BDN

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