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Voraussetzung, um die Kosten einer zusätzlichen Wohnung von der Steuer absetzen zu können, ist die Anerkennung der Wohnung als Zweitwohnsitz.
Voraussetzung, um die Kosten einer zusätzlichen Wohnung von der Steuer absetzen zu können, ist die Anerkennung der Wohnung als Zweitwohnsitz.(Foto: dpa)

Doppelte Haushaltsführung : Einrichtung von der Steuer absetzen?

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt haben, können Kosten hierfür steuerlich absetzen - auch für Einrichtungsgegenstände der zweiten Bleibe. Doch in welcher Höhe?

Hat eine Zweitwohnung keine privaten Gründe, sondern ist beruflich veranlasst, können Arbeitnehmer Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Zu den absetzbaren Kosten zählen etwa die Miete zuzüglich Nebenkosten, Rundfunkgebühren, aber auch Aufwendungen für Möbel und Einrichtungsgegenstände wie Bett, Schrank, Tisch, Stühle, Kühlschrank, Duschvorhang oder Nachttisch. Das klingt erst einmal gut.

Allerdings berücksichtigen die Finanzämter diese in aller Regel nur, wenn sie einen monatlichen Betrag von 1000 Euro nicht übersteigen. So auch im Fall eines vor dem Finanzgericht (FG) Düsseldorf verhandelten Streits (Az.: 13 K 1216/16 E). Hier begehrte ein Arbeitnehmer, der neben seinem Hauptwohnsitz und Lebenmittelpunkt auch noch eine Wohnung am Ort seiner Tätigkeitsstätte unterhielt, die steuerliche Berücksichtigung der Miete zuzüglich Nebenkosten, aber auch Aufwendungen für Möbel und Einrichtungsgegenstände. Die Summe überstieg dabei die monatliche Grenze von 1000 Euro. Dies wollte das zuständige Finanzamt nicht anerkennen.

Der Arbeitnehmer klagte. Er argumentierte, dass die Aufwendungen für die Einrichtung der Wohnung unbeschränkt abzugsfähig sind, da sie keine Unterkunftskosten darstellten.

Die Klage hatte Erfolg. Denn nach Auffassung des FG können nach der gesetzlichen Regelung als Unterkunftskosten für die doppelte Haushaltsführung im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens jedoch 1000 Euro im Monat. Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat würden jedoch - entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung - vom Höchstbetrag nicht erfasst.

Demnach lässt sich aus dem Gesetz keine Begrenzung des Abzugs von Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und notwendigen Hausrat entnehmen. Ziel der Regelung sei es denn auch, nur die Kosten für die Unterkunft auf 1000 Euro monatlich zu begrenzen, nicht hingegen sonstige notwendige Aufwendungen. 

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hat das Gericht die Revision vor dem Bundesfinanzhof zugelassen.   

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Quelle: n-tv.de

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