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Goldbarren schwimmen in der Schweiz nicht im Wasser. Die lagern im Tresor.
Goldbarren schwimmen in der Schweiz nicht im Wasser. Die lagern im Tresor.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 10. Oktober 2017

Analyse von Kläranlagen: Forscher finden Gold in Schweizer Abwasser

Im Volksmund gibt es das Sprichwort, jemand könne aus Fäkalien Gold machen. In der Schweiz geht das tatsächlich: Dort schwimmen reichlich Edelmetall und sogar seltene Erden im Abwasser. Die Wissenschaftler kennen auch die Ursache.

Kiloweise Silber und Gold landen nach Hochrechnungen der Forschungsanstalt Eawag in der Schweiz jedes Jahr im Abwasser. Einer Analyse des Instituts zufolge kommen in den Kläranlagen jedes Jahr allein 3000 Kilogramm Silber und 43 Kilogramm Gold zusammen. Der Wert belaufe sich auf je rund 1,5 Millionen Franken (je 1,3 Millionen Euro). Dabei gehe es nicht um Schmuck wie Ringe und Ketten, die aus Versehen im Abfluss landeten. Vielmehr handelt es sich um Rückstände aus der Industrieproduktion, so die Forschungsanstalt.

An einzelnen Klärwerken im Tessin sei die Goldkonzentration so hoch, dass sich womöglich eine Rückgewinnung lohnen würde, so die Forscher. In der Gegend gebe es viele Goldraffinerien. Silber werde in der Chemie- und Pharmaindustrie eingesetzt, ebenso in der Hightech-Forschung und Entwicklung - alles Sektoren mit großer Präsenz in der Schweiz, sagte der Hauptautor, Bas Vriens.

Die Studie weist auch teils erhebliche Mengen anderer Metalle und Spurenelemente sowie seltene Erden nach. Sie stammten vor allem aus der Hightech- oder Pharmaindustrie, heißt es. Tantal oder Germanium werde in elektronischen Bauteilen verwendet, Niob und Titan in Legierungen und Beschichtungen, Gadolinium als Röntgenkontrastmittel und für Leuchtfarben.

Gesundheitsgefährdend seien die Konzentrationen nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Bei den neuen Elementen sei aber auch noch nicht viel über die Giftigkeit bekannt, so die Forscher.

Quelle: n-tv.de

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