Unterhaltung

"Der größte Chaos-Flughafen" Jauch kritisiert BER, wirbt für Gorillas & Co.

Moderator Günther Jauch mit Petra Lehner

Moderator Günther Jauch mit Petra Lehner.

(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Die Kandidatin trinkt Schnaps und bei Jauch löst sich die Zunge. Er schimpft über den BER, lobt aber den "Wahnsinn" bei Gorillas, Flink & Co. Netflix schaut Jauch kaum und für Deichmann hat er einen Tipp. Dann verschenkt er fast 190.000 Euro.

Für etliche Marken gab es bei "Wer wird Millionär?" am Montag gratis Werbung von Günther Jauch. Manchmal fiel die allerdings in die Kategorie "auch schlechte PR ist gute PR". Sarah Wieding aus Berlin hatte gerade erzählt, dass sie ihr Studium der Paläontologie als Empfangsdame für den Dienstleistungskonzern Wisag finanziert. Da wurde der Gastgeber sofort hellhörig. "Die sind doch auch beim BER, am Berliner Flughafen, tätig", sagte er fast vorwurfsvoll. Die sympathische Kandidatin wies alle Schuld von sich: "Da bin ich nicht." Jauch: "Das merkt man dem Flughafen an, dass Sie da leider nicht sind. Chaos. Der größte Chaos-Flughafen, den ich kenne."

Bereits bei der 2000-Euro-Frage gab es die nächste Schleichwerbung. Wieding sollte wissen, dass Unternehmen wie Gorillas, Flink oder Getir in deutschen Großstädten ihr Geld nicht etwa als Schlüsseldienst oder Escortservice, sondern mit Lebensmittellieferungen verdienen. Sie brauche das nicht, da sie selber koche, sagte die Studentin. Doch, erklärte Jauch, denn hier würden ja Zutaten und nicht fertige Gerichte gebracht. Dann eröffnete er der staunenden Hauptstädterin, wie schnell das geht: "Innerhalb von Berlin liefern die innerhalb von zehn Minuten. Und der Wahnsinn funktioniert meistens."

Schnaps bei WWM

Da war Wieding mittlerweile nicht nur vor Nervosität errötet. Sie hatte bei der Frage für 300 Euro bereits den Publikumsjoker ziehen müssen ("Wer etwas auf sich beruhen lassen möchte, will redensartlich nicht daran: rühren"). "Brauchen Sie etwas Stärkeres zu trinken?", fragte der aufmerksame Gastgeber die Kandidatin, die sich an ihr Wasserglas klammerte. "Hauptsache, es knallt", wünschte die sich und erhielt im Handumdrehen ein Gläschen Zwetschgenwasser.

Das erwies sich laut Jauch als echter "Booster" und ist demnächst im RTL-Fanshop erhältlich. Denn die Kandidatin kam nach dem holprigen Start in die Gänge. Sie bewies mal wieder, dass die angebliche Sicherheitsvariante der Weg zum Erfolg sein kann. Ihren 64.000 Euro kam an dem Abend niemand nahe. Dabei bewies die angehende Paläontologin durchaus eiserne Nerven und verfolgte eine kluge Strategie. Bei der Frage nach dem Beruf der Sachbuchautorin Carola Holzner ("Eine für alle") für 16.000 Euro kam sie nicht darauf, dass sie den beliebten Talkshow-Gast ja kannte. Wieding ging davon aus, dass auch keiner ihrer Telefonjoker die richtige Antwort wusste. Anstatt den Joker zu verschleudern, zockte sie einfach und entschied sich nach dem 50:50-Joker korrekterweise für "Notärztin".

Ihr Telefonjoker Thorsten Zirkel war bei der Frage für 64.000 Euro umso wertvoller und verhalf Wieding zum Gewinn. Er wusste sofort, dass Erik Zabels Sohn Rick 2021 bei der Tour de France gestartet war. "Ich war ja nach 100 Sekunden sehr skeptisch, ob das hier was werden würde", räumte Jauch ein und reichte die Frage für das Telefongewinnspiel an die Zuschauer weiter. Er gab sich da allerdings etwas zu großzügig. "Belohnt wird die richtige Antwort mit 200.000 Euro, wenn unser Computer Sie auswählt. Der Schnaps ist alle und wir lösen gleich auf", versprach Jauch – dabei gab es nur 10.000 Euro zu gewinnen. "Sind Sie sicher, dass bei Ihnen nur Wasser drin ist?", fragte Wieding nach. "Das wäre an mir hängen geblieben", meinte der Moderator. "Die RTL-Monatsrechnung: Herr Jauch, 190.000 Euro."

Netflix-Sprecher bei Jauch

Jauch könnte offenbar auch bei der Netflix-Rechnung sparen. "Habe ich, gucke aber wenig", eröffnete er seinem nächsten Gast Sebastian Fitzner. Die deutsche Stimme von Rio aus der Netflix-Serie "Haus des Geldes" wäre um Haaresbreite ebenfalls an der 300-Euro-Frage gescheitert. Bei ihm wurde nach einem Schuh mit weicher, flexibler Sohle gesucht. Das ist ein Drückeberger, meinte der Berliner, ehe er mit Herzrasen doch noch schnell auf den Leisetreter umschwenkte. "Das war sehr knapp", tadelte Jauch und gab sogleich den Schuhverkäufer: "Darf ich Ihnen unser neues Modell 'Drückeberger' vorstellen? Hinweis für Deichmann." Fitzner war am Ende mit 16.000 Euro ganz gut bedient. Ausgerechnet ein Fahrradpolizist aus Münster half ihm als Zusatzjoker bei der Erkenntnis, dass Fahrradhelme und nicht etwa Skistöcke alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden sollten. Kälte, Schweiß und UV-Strahlung können die Stabilität mit der Zeit beeinträchtigen.

16.000 Euro war auch die Gewinnsumme für Überhangskandidatin Mariana Lenz aus Hannover. Die Ärztin, die zur Veterinärin umsattelt, kehrte mit der 32.000-Euro-Frage zurück und schmiss gleich das Handtuch. Aussicht auf mehr Geld hat nächste Woche Petra Lehner aus Wenzenbach, einem Vorort von Regensburg. Die Gymnasiallehrerin kam bis zur 8000-Euro-Frage. Sie kann in der nächsten Doppelfolge noch auf drei ihrer vier Joker zurückgreifen. Die Mutter zweier Kinder unterrichtet Biologie und Chemie. "Eine teuflische Mischung", meinte Jauch. "Biologie habe ich geliebt, Chemie habe ich gehasst." Das sei meistens so, erwiderte die Kandidatin. Jauch erinnerte sich beim Bio-Unterricht besonders gern an Stunden zu Umweltschutz oder Tieren. "Und Sexualkunde", startete die Lehrerin beim Moderator eine kleine mentale Zeitreise. "Bei Herrn Gössmann", wusste Jauch sofort wieder. "Der wütend wurde, wenn die Kinder das nicht verstanden haben."

Quelle: ntv.de

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