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"Richtig armselig finde ich das" Jennifer Weist rechnet mit Sender ab

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Aus bei "Deluxe Music": Jennifer-Rostock-Frontfrau Jennifer Weist.

(Foto: imago/HMB-Media)

Musikfernsehen ist tot? Nicht ganz. Der kleine Sender Deluxe Music hält sich wacker. Zu seinen Aushängeschildern zählte in den vergangenen Jahren auch Jennifer-Rostock-Sängerin Jennifer Weist. Doch das ist vorbei. Die Trennung erfolgt dabei nicht geräuschlos.

Viva gibt es nicht mehr, MTV dümpelt vor sich hin, das TV-Experiment Joiz ist gescheitert. Mit anderen Worten: Musikfernsehen gibt es in Zeiten, in denen Clips vor allem auf Youtube und ähnlichen Videoplattformen im Netz verbreitet werden, eigentlich nicht mehr. Die Betonung liegt auf eigentlich. Denn zumindest der kleine, 2005 gegründete Spartenkanal "Deluxe Music" versucht, die Fahne noch hochzuhalten und gegen das Sterben des Musikfernsehens anzusenden.

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Beschränkte sich "Deluxe Music" in seinen Anfangstagen noch auf die bloße Ausstrahlung von Clips, gibt es seit einigen Jahren auch moderierte Sendungen. So heuerte 2014 Jennifer Weist, vor allem bekannt als Sängerin der Gruppe Jennifer Rostock, bei dem Sender an, um dort als Gesicht des Formats "Update Deluxe" einer mehr oder minder lukrativen Nebenbeschäftigung nachzugehen.

Ich will hier raus?

Zweites bekanntes Aushängeschild von "Deluxe Music" ist seit 2015 zudem Markus Kavka. Der ehemalige Viva- und MTV-Moderator hat mit "Kavka Deluxe" ebenfalls seine eigene Show. Bis auf weiteres wird er nun wohl allein die Kohlen bei dem TV-Sender aus dem Feuer holen müssen, denn Jennifer Weist kehrt nicht mehr auf den Bildschirm zurück, wie sie nun auf ihrer Instagram-Seite bekannt gab.

"Ich will hier raus", lautete zwar der Titel des Songs, mit dem Jennifer Rostock dereinst die Manege im Popzirkus betraten. Doch in diesem Fall ist der Abgang der Sängerin nicht ganz freiwillig gewählt. So lässt sich Weist in einem langen Video in ihrer Instagram-Story vor allem darüber aus, wie die Trennung vonstattengegangen sei. "Das Ende, so wie es jetzt gelaufen ist, überschattet leider die sechs guten Jahre, die ich bei dieser Show hatte", schreibt sie zudem in einem Post.

Eine Frage des Geldes?

Weist zufolge gingen bei dem Sender geplante Umstrukturierungen der Trennung voraus. So habe sie fortan die von ihr aufgebaute Sendung "Update Deluxe" mit Kavka im Wechsel moderieren sollen. Dies sei jedoch mit ihr nicht abgesprochen worden. Stattdessen sei sie vor "krass vollendete Tatsachen" gestellt worden, so Weist. "Das ist wirklich das, was ich überhaupt nicht leiden kann", erklärt sie ihren Ärger.

Doch auch über ihre Gage gab es anscheinend Unstimmigkeiten. Freimütig plaudert die 33-Jährige aus, was ihr in den ersten beiden Jahren an Honorar gezahlt worden sei: 80 Euro netto pro Sendung. Zwar sei es ihr bei dem Job nicht in erster Linie ums Geld gegangen. Aber sie habe sich "am Ende nicht mehr genug wertgeschätzt gefühlt", sagt Weist.

Kein Abschied on air

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So werde am heutigen Abend die letzte Sendung "Update Deluxe" mit ihr ausgestrahlt. Diese sei jedoch bereits vor vier Wochen aufgezeichnet worden, als ihr Ausscheiden noch nicht absehbar gewesen sei. Die Chance, noch eine oder mehrere weitere Sendungen zu moderieren, um sich von ihrem Publikum verabschieden zu können, habe man ihr verwehrt, sagt Weist. Auch Versuche mit der Geschäftsführung des Senders in Kontakt zu treten, seien am Ende gescheitert. "Richtig armselig finde ich das", zeigt sie sich enttäuscht.

Des einen Leid, ist womöglich des anderen Freud. Schließlich verabschiedeten sich Jennifer Rostock im Frühjahr 2018 in eine Bandpause, um den Mitgliedern Freiraum für andere Projekte einzuräumen. Vielleicht meldet sich die Gruppe nun ja früher als gedacht wieder zurück - Weist hätte jedenfalls wieder etwas mehr Zeit ...

Quelle: ntv.de, vpr