Bücher

Lesestoff für Spätsommertage Mit rosa Delfinen und dem Leben schwimmen

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In guten Geschichten kann man sich verlieren wie in einem kühlen See.

(Foto: imago images/Future Image)

Mitten hinein in einen Paar-Reigen im britischen Oxbridge, an die Seite eines Reporters im Griechenland des Jahres 2015 oder gleich zu den rosa Delfinen des Amazonas? Wer sagt, dass Ausflüge in andere Welten derzeit nicht möglich sind? Hier unsere schon leicht herbstlichen Lese-Tipps.

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Zwei und zwei
22,00 €
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Alex und Zachary treffen auf Christine und Lydia. In der Zeit kurz vor dem endgültigen Erwachsensein verlieben sie sich kreuz und quer, sortieren noch einmal um und enden schließlich als zwei Ehepaare. Verbringen die nächsten Jahrzehnte als Freunde, ziehen ihre Kinder groß. Als Zachary plötzlich stirbt, müssen die Hinterbliebenen ein neues Gleichgewicht finden. Und stellen dabei ihr ganzes Leben infrage. Haben sich damals die richtigen Paare gefunden?

Wer die Sally-Rooney-Bücher mag, sich im britischen Oxbridge-Universum mit seinen Standesunterschieden, mit der ewigen Suche nach Anerkennung und Talent wohlfühlt, der wird auch "Zwei und zwei" nicht aus der Hand legen. Tessa Hadley liefert dabei mit ihrem Quartett quasi die erwachsene Version von Marianne und Connell. Anders als Shooting-Star Rooney hat die 1956 geborene Hadley ihren ersten Roman erst mit 46 Jahren veröffentlicht, nach jahrelangen, gescheiterten Anläufen. Vielleicht nimmt sie sich deshalb mehr Zeit zu verfolgen, was nach den ersten Erfolgen und Niederlagen passiert. Zeit, nachzuspüren, wie sich Paare und Freunde im Laufe vieler, vieler Jahre in einem anderen Licht betrachten. Ein Buch, das man aus Versehen noch mal in die Hand nimmt, obwohl man am Vorabend tatsächlich schon das Ende gelesen hat. (sla)

Nachrichten, Krisen und die Liebe

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Und dann noch die Liebe: Roman
22,00 €
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François ist Reporter und hat im Sommer 2015 mehr als genug zu tun. Für große Fernsehsender berichtet er über die Flüchtlingsströme, die Finanzkrise und dann auch noch den Terror in Paris. Immer ist er irgendwo zwischen Berlin und Brüssel, fühlt sich in ein europäisches Schicksalsjahr geworfen und persönlich ruhelos. Seine innere Leere füllt er mit Online-Dating und One-Night-Stands, bis er auf Tinder Agápi trifft. Die junge griechische Beamtin begleitet den Finanzminister auf seinen Krisentreffen mit der EU und sucht selbst einen Platz jenseits ihrer Heimatstadt und eines vorgezeichneten Lebens an der Seite ihres Jugendfreundes Aris.

Die leidenschaftliche Begegnung der beiden macht François nachdenklich, hindert ihn aber nicht daran, sein unstetes Sexleben aufrechtzuerhalten und eine vertrauliche Information von Agápi für eine exklusive Story auszuschlachten. Und so rast das Jahr 2015, von dem man vor Corona dachte, es sei an Dramatik nicht zu übertreffen, einfach weiter, ohne, dass sich zwei Liebende finden und Griechenland gerettet wird.

Bestsellerautor Alexander Oetker verlässt mit "Und dann doch die Liebe" das sichere Krimiterrain und gießt sein "unglaublich bewegtes und bewegendes Jahr 2015" in einen Roman. François ist als Alter Ego des Autors und Journalisten Oetker unverkennbar, allerdings muss man schon ähnlich newsaffin sein, um den vielen Anspielungen auf die Nachrichtenlage vor fünf Jahren folgen zu können. Seltsam fremd stehen in der Geschichte auch die biografischen Exkurse in die Erlebnisse der Großmutter am Ende des Zweiten Weltkrieges, als sie selbst zum Flüchtling wurde. Oetker fragt: "Was wird aus der Liebe, wenn die Welt aus den Fugen gerät?". Und seine Antwort fällt ernüchternd aus. (sba)

Rosa Delfine - geheimnisvoll, faszinierend, bedroht

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Der Ruf der rosa Delfine: Wie die schlauen Säugetiere uns in die letzten Geheimnisse des bedrohten Amazonas einweihen
16,99 €
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Die Naturforscherin Sy Montgomery schreibt auch sehr erfolgreich Bücher, mehr als 20 sind es bereits; ihr "Rendezvous mit einem Oktopus" von 2015 wurde ein internationaler Bestseller. In ihrem neuen Werk "Der Ruf der rosa Delfine: Wie die schlauen Säugetiere uns in die letzten Geheimnisse des bedrohten Amazonas einweihen" geht es nun um Botos - auch bekannt als Rosa Delfine oder Amazonas-Flussdelfine, denn dort leben sie: im Amazonas in Südamerika.

Diese besonderen Tiere faszinieren Montgomery schon lange - das Buch erschien bereits vor 20 Jahren; es wurde für die jetzige Neuauflage um zwei Kapitel und eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation am Amazonas ergänzt. Aber "Der Ruf der rosa Delfine" ist beileibe kein trockenes Sachbuch - es geht im Gegenteil sehr mystisch zu. Denn um die Tiere ranken sich viele Legenden; noch heute glauben viele Amazonas-Bewohner, dass die Delfine magische Kräfte hätten, in einer geheimnisvollen Unterwasserwelt lebten und ab und an in attraktiver Menschengestalt an Land kämen, um etwa junge Frauen zu verführen.

Und auch wenn Montgomery als Forscherin die Tiere wissenschaftlich erkunden will, erliegt sie ihrem Zauber, gibt nicht auf mit ihren Versuchen, die Botos zu finden und mit ihnen zu schwimmen. Denn im Gegensatz zu anderen Delfinen springen die Amazonas-Flussdelfine nicht oder nur selten aus dem Wasser; der Fluss ist zudem häufig trüb, was die Beobachtung zusätzlich erschwert. Und Montgomery hats generell dort nicht leicht - sie kämpft mit dem Klima, der Hitze, der aggressiven Sonne, den Moskitos, giftigen und sonstwie gefährlichen Tieren aller Art, fiesen Dornen - kurzum: mit den Härten der tropischen Natur. Aber am Ende zahlt sich ihr Kampf aus - den sie nicht zuletzt kämpft, um darauf hinzuweisen, wie faszinierend die Botos sind und wie bedroht. (abe)

Quelle: ntv.de