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"Sommerhaus der Stars" - Folge 7 "Sorry, wir sind hier nicht im Weltkrieg"

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Manipulator Mangold muss das Sommerhaus räumen.

(Foto: TVNOW)

Mangolds Manipulationen haben ein Ende: In Folge 7 fliegen er und Jenny hochkantig aus dem Haus. Doch das Mobbing und die fiesen Sprüche gehen unvermindert weiter. Eine "Boss-Bitch" gegen "ein Gör ohne Wert".

"Wenn ich dir etwas zu sagen habe, sage ich es dir ins Gesicht", brüllt Lisha Eva an, als diese sie mit ihren Aussagen konfrontiert, nämlich "die F****" (…), dieses "Stück Scheiße" lieber nicht "draußen zu treffen". Lisha droht Eva körperliche Gewalt an, aber hey, nur Spaaahaß - das sagt man halt so in Berlin-Kreuzberg. Ghetto, "Alter", voll real, "Digga"!

Folge 7 - wieder "ganz falsch" von RTL zusammengeschnitten, ist ein zweistündiges Fallbeispiel niederträchtigster Gruppendynamik. Schauen wir uns Lisha einmal genauer an: Die "Boss-Bitch" benutzt einen Kraftausdruck nach dem nächsten, sie wirft anderen vor, hinterm Rücken zu reden, gibt aber selbst offen zu, "ein falsches Spiel zu spielen". Sie fordert Respekt, verhält sich selbst aber in höchstem Maße respektlos. Wir - die Zuschauer - merken halt nur nicht, was Eva mal wieder für eine "durchtriebene F****" ist, die gefälligst "die Fresse halten" (…) und Lishas Namen "nicht in den Mund nehmen soll": "Die Frau juckt mich null", betont die anfangs so sympathisch gewesene YouTuberin zum wiederholten Male.

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Lisha kann Eva nicht leiden.

(Foto: TVNOW)

Gemeint sei aber: Würde ihr "die Lachnummer der Nation" (...) "draußen begegnen" würde sie lediglich mit ihr "reden wollen". Tatsächlich klang das zuvor ganz anders. Unverständlich auch, wie sich die Berlinerin auf ihrer Instagram-Seite gegen Mobbing einsetzt, während sie im "Sommerhaus" selbst übel eskaliert. Kann man das wirklich noch auf ein großes Temperament schieben? Sich über eine Frau, die man lediglich "aus dem Fernsehen kennt", derart zu erheben, ist einfach nur erschreckend. Und ständig diese Brüllerei!

"Alter, fuck, Alter, ey, Alter!"

Auch putzig: Mitläuferin Eilfeld, die abends im Bett die Bibel liest und den "Herrn im Himmel" anfleht, in Sachen Eva "Hirn regnen zu lassen". Das Ehepaar Klein atmet derweil sichtlich erleichtert auf, diesem "Psychoterror" entkommen zu sein. Die meisten verabschieden sie nicht, warum auch: "fuck auf die!"

Diana und Michael weilen bekanntlich wieder im Haus. Mangold ergreift die Morgenstunde, um Michael am Frühstückstisch abermals zu korrumpieren. "Sei offen! (…) Respekt ist sehr wichtig! (…) Jennifer und ich - wir geben jedem eine Chance". (…) Natürlich nur, wenn man sich von Eva "isoliert". Darauf Michael: "Weißte, ich habe keinen Bock, wie hier miteinander umgegangen wird, ich bin fast 50." Man fragt sich, für wen Mangold und Lange sich halten: für Maria und Josef?

Die völlige Selbstüberschätzung dieses Alphamännchens - sie ist nur noch schwer zu ertragen. Leute, die sich für den Nabel der Welt halten, fühlen sich in ihrem Handeln durch eine große Insta-Reichweite bestätigt. Tatsächlich aber ist genau das ein Problem: das Fischen der TV-Sender im Haifischbecken Instagram. Fast schon ideologisch die Stimmungsmache gegen Eva. Vorne rum: "Sorry, wir sind hier nicht im Weltkrieg, ich steuere niemanden. (…) Ich mag euch, weil ihr von eurem Mindset her neutraler seid (…)". Hintenrum: "We are Leader! We are: Team Gold!" Dazu immer wieder dieses vermeintlich ach so coole Babo-Geblubbere: "Alter, fuck, Alter, ey, Alter!"

Eva findet, Mangold wähne sich noch immer in seiner "Bachelor"-Rolle und die Gruppe sind "alles seine Frauen".

"Man kann auch normal miteinander reden"

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Reinen Wein einschenken - alle gegen Eva.

Nur wenig neue Erkenntnisse liefert das Spiel: "Reinen Wein einschenken". Wie gehabt: alle gegen Eva. Lisha brüllt wieder, Diana fordert: "Man kann auch normal miteinander reden", und Jenny findet, Eva sei "ein Unmensch". Inzwischen aber wirkt Lishas Ghetto-Sprech nur noch wie ein Abszess, der sich stündlich schlimmer entzündet: Sie nennt Eva "Gör", die in ihren Augen "keinen Wert hat": "Ich habe dir am ersten Tag gesagt, ich mag dich nicht!" Darauf Eva: "Du kennst mich doch gar nicht!" Aber doch! Lous bessere Hälfte hat Eva ja "im Fernsehen gesehen".

Der Rest der Gruppe verfolgt das Wahrheitsspiel vor dem Fernseher. Mangold überheblich zu Evas Verlobtem Chris: "Krass, wie deine Frau auf mich fixiert ist - richtig peinlich!" Es fallen erneut die widerlichsten Abfälligkeiten. Benetatou sei eine "TV-Format-Hopperin" (Tim), "eine Ratte" (auch Tim) und ein "Miststück" (Annemarie). Schnell wird ihr reiner Wein eingeschenkt, soviel, dass ihr Glas überläuft und sie, so wollen es die Spielregeln, "safe" ist. Eva hat jetzt einen Wunsch frei. Wer soll noch heute das Haus verlassen? Die Antwort liegt auf der Hand. Man kann es gerne Karma nennen.

Mangold und Jenny kochen. Die Frau, die eine andere als "behinderte Bitch" bezeichnet, die lediglich "der Dreck" unter ihren Füßen sei, sagt vollkommen überzeugt in die Kamera: "Wenn das Thema Größe, Kämpferherz und Ehrlichkeit keine Rolle spielt, dann bin ich hier fehl am Platz."

"Die Falsche gebumst"

Es wird gebrüllt, Eilfeld vergießt Tränen, jemand schreit: "Billige Nummer, ich spuck auf euch". Im Badezimmer macht sich die eingeschworene mangoldlose Gruppe über Evas kreisrunden Haarausfall lustig: "Es ist so krank, wie einfach hier alles mit dunklen Haaren voll ist - e k e l h a f t." (Lisha). Eva wird als Mangolds "Matratze" verspottet, die "den Schuss nicht gehört hat" und in eine "neue Persönlichkeit investieren soll", und Lisha tut es leid, dass dem Ex-"Bachelor" nach "zwei Jahren zum Verhängnis geworden ist, dass er die Falsche gebumst hat."

Jennifer sagt bei ihrem unfreiwilligen Abschied, das "Sommerhaus" habe gezeigt, dass "wir wirklich gute Menschen sind, die das Herz am rechten Fleck tragen und authentisch sind". Es geht doch nichts über eine gesunde Selbstwahrnehmung.

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Eva und ihr Verlobter Chris.

(Foto: TVNOW)

Nun aber muss die Gruppe führerlos klarkommen. Beste Strategie: freundlich sein. Lisha möchte Eva "um die Finger wickeln" (…), auf "best Friend" machen und dem "dummen Weib" dann "das Messer in den Rücken rammen". Andreas, der sich am Ende des Tages mit Eva versöhnt und dem ein "ehrlicher Feind lieber ist als ein falscher Freund", phantasiert im Bad über all die Dinge, die man mit Evas Zahnbürste machen könnte: Jeder könnte sie "einmal durch den Arsch ziehen". Gelächter. Aber hey, Lisha, das ist ja kein Mobbing. Mobbing ist, wie du auf deiner Instagram-Seite erklärst: "was ganz anderes".

"Alles nur ein Spiel"

Nach der ersten Nacht ohne den Kriegstreiber hagelt es Beschwerden, Evas "falsche Lache" käme nicht von Herzen, sondern "aus ihrem Arsch".

Liebe Lisha, du, die so real ist und sich gegen Mobbing ausspricht: Selbst, wenn das "Sommerhaus" durch den verrücktesten Cut ging, den ein TV-Format je erlebt hat, vollkommen ernstgemeinte Frage an dich: Hörst du dich eigentlich selber reden?

Am Ende dieser siebten Folge kracht es zwischen Caro und Andreas. Seine Gattin gesellt sich ausgerechnet zu jenen, die sie nominiert haben. Doch der "Vollblut-Player" möchte sich nicht "anficken lassen". Die "Boss-Bitch" glaubt, der Zuschauer werde sich draußen "totlachen". Tatsächlich bleibt ihm bei so viel Hass, Mobbing und falscher Selbstwahrnehmung das Lachen im Halse stecken. "The Devil, (…) Körperklaus, abknallen, Stück Scheiße, von hinten f*****": was noch alles? Aber hey, es ist ja alles "nur ein Spiel". Ja, und ein Paradebeispiel für die Verrohung unserer Gesellschaft.

Quelle: ntv.de