Panorama

Düsterer Corona-Meilenstein Weltweit mehr als zwei Millionen Virus-Tote

5f1773a62bc38735c8aafafb6da9221f.jpg

Mancherorts gibt es für Corona-Todesopfer neue Friedhöfe, wie hier im brasilianischen Manaus.

(Foto: AP)

Die Ausbreitung des Coronavirus kostet immer mehr Menschen das Leben. Weltweit überschreitet die Zahl der Todesopfer Mitte Januar die Zwei-Millionen-Marke. Eine ntv.de Auswertung der Sterbestatistik macht das rasante Wachstum sichtbar.

Knapp ein Jahr nach dem ersten Corona-Todesfall hat die Coronavirus-Pandemie eine weitere düstere Wegmarke erreicht: Während in weiten Teilen der Welt Massenimpfungen anlaufen, ist die Zahl der weltweit im Zusammenhang mit Covid-19 stehenden Todesfälle auf 2.000.302 gestiegen. Das geht aus den ntv.de Daten hervor, die sich auf nationale Behördenangaben stützen.

Der Blick auf die absoluten Zahlen der Virus-Toten belegt, dass die Pandemie vier der zehn bevölkerungsreichsten Staaten der Welt schwersten trifft: die USA (rund 329 Millionen Einwohner), Brasilien (knapp 212 Millionen Einwohner), Indien (knapp 1,38 Milliarden Einwohner) und Mexiko (rund 129 Millionen Einwohner). In diesen vier Ländern sind nicht nur die Fallzahlen mit Abstand am höchsten, diese vier Staaten haben auch nahezu 45 Prozent der weltweit registrierten Todesfälle zu beklagen.

*Datenschutz

Die Vereinigten Staaten verzeichnen mit mehr als 23,3 Millionen bestätigten Infektionen nicht nur die weltweit meisten Virusfälle, sondern mit knapp 389.000 Opfern auch die meisten Todesfälle. In Brasilien gibt es bislang mehr als 8,3 Millionen erkannte und laborbestätigte Infektionen und rund 207.000 Todesopfer. An dritter Stelle der Top 10 nach Meldedaten folgt Indien: Von mehr als 10,5 Millionen bisher infizierten Menschen sind dort gut 152.000 im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Auch in Mexiko ist die Zahl der Todesfälle mit knapp 137.000 hoch – insbesondere mit Augenmerk auf die vergleichsweise niedrige Infiziertenzahl von fast 1,6 Millionen Fällen. Erfasst und gezählt werden können dabei selbstverständlich nur die gemeldeten Ansteckungsfälle. Das tatsächliche Ausmaß der Pandemie könnte mit unterschiedlich hoch anzusetzenden Dunkelziffern je nach Land deutlich umfangreicher ausfallen.

Lage in Belgien besonders prekär

Der Blick auf die Fallzahlen im Verhältnis zur Bevölkerung führt zu einer ganz anderen Reihenfolge der am schwersten betroffenen Staaten im Gesamtverlauf der Pandemie: In Bezug auf jeweils 100.000 Einwohner verzeichnet Italien in der oben genannten Top 10 das höchste relative Aufkommen mit statistischen 134,1 Todesfällen. Dahinter folgen das Vereinigte Königreich (128,7) und die USA (118,4). In Deutschland liegt dieser Wert momentan bei 53,8 Todesfällen je 100.000 Einwohner. Demnach kommen die Deutschen bislang noch vergleichsweise glimpflich davon: In allen deutschen Nachbarländern liegt diese Kennziffer (Gesamtzahl gemeldeter Todesfälle je 100.000 Einwohner) deutlich darüber – allen voran in Belgien, wo der Wert 176,3 beträgt.

Ohnehin ist die Lage in Europa allein mit Blick auf die absoluten Todeszahlen dramatisch. Bislang sind in den europäischen Staaten insgesamt rund 637.000 Menschen dem Virus zum Opfer gefallen – also nahezu ein Drittel der weltweit bestätigten Corona-Todesfälle. Die meisten Toten beklagt das Vereinigte Königreich mit mindestens 87.000 Fällen, gefolgt von Italien (knapp 81.000), Frankreich (fast 70.000) und Spanien (mehr als 53.000).

In Deutschland sind laut amtlicher Statistik von insgesamt 2.041.592 nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Personen bereits 45.726 im Zusammenhang mit der dadurch ausgelösten Erkrankung Covid-19 gestorben. Der Trend lässt Schlimmeres erahnen: Zu Beginn des Jahres waren mit 1133 (5. Januar) und 1145 (6. Januar) neu gemeldeten Todesfällen die bislang höchsten Tageswerte in der ntv.de Auswertung der Länderdaten erreicht worden. Zuletzt wurde dieser bisherige Höchstwert mit 1340 binnen eines Tages gemeldeten Todesfällen noch einmal deutlich übertroffen.

Rasante Dynamik

Auch das Tempo der Fallzahl-Entwicklung wirkt besorgniserregend: Seit Bekanntgabe des weltweit ersten offiziell bestätigten Corona-Toten im chinesischen Wuhan fordert die Pandemie in immer kürzer werdenden Abständen Hunderttausende Todesopfer. Hatte die Viruserkrankung bis zur ersten halben Million noch 171 Tage benötigt, so waren es jüngst nur noch 41 Tage, um weitere 500.000 Menschen dahinzuraffen. Die zahlreichen Berichte über Mutationen des Virus in verschiedenen Ländern der Welt deuten auf ein tendenziell steigendes Ansteckungsrisiko hin: Und je mehr Menschen sich infizieren, desto mehr schwere Krankheitsverläufe werden auftreten.

Es gibt jedoch Hoffnung: Mit der Zulassung mehrerer Impfstoffe kurz vor dem Jahreswechsel 2020/21 trat der globale Kampf gegen die Sars-CoV-2-Pandemie in eine neue Phase ein. Zwar wächst die Zahl der täglich neu erkannten Ansteckungen noch schier unaufhaltsam an, mittlerweile haben sich weltweit bereits mehr als 93 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Doch mit jedem Tag und jedem weiteren neu zugelassenen Impfstoff steigen auch die internationalen Impfquoten – so auch in Deutschland.

Mittlerweile sind hierzulande mehr als 961.682 Menschen geimpft worden. Noch ist allerdings unklar, ob und wie lange ein Immunschutz durch eine Impfung besteht – gleiches gilt für den Fall einer überstandenen Covid-19-Erkrankung.

Nicht zuletzt deshalb warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) weiterhin vor Sorglosigkeit. Nach wie vor finde nicht nur in Alten- und Pflegeheimen, sondern auch "in zahlreichen Kreisen eine diffuse Ausbreitung von Sars-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung statt, ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind", heißt es seit Wochen im RKI-Lagebericht. Deshalb schätzt das RKI die Gefährdung für die Gesundheit der deutschen Bevölkerung weiterhin "insgesamt als sehr hoch ein".

Quelle: ntv.de