Politik

Autogipfel zur E-Mobilität Deutschland fehlen Millionen Ladestationen

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Bei der Ladeinfrastruktur besteht in Deutschland großer Nachholbedarf.

(Foto: picture alliance/dpa)

So richtig kommt der Ausbau der Elektromobilität in Deutschland nicht voran. Dass so wenige E-Autos unterwegs sind, liegt auch an fehlenden Lademöglichkeiten. Experten fordern wesentlich mehr Ladepunkte. Auf einem Autogipfel geht es Politik und Industrie um eine erste Einigung dazu.

Spitzenvertreter aus Politik und Autobranche wollen sich am Montagabend erneut zu einem Autogipfel treffen. Geklärt werden sollen dabei unter anderem Details zum Ausbau der Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Experten fordern den massiven Aufbau einer Ladeinfrastruktur. Sprecher der Bundesregierung und des Branchenverbandes VDA bestätigten den Termin im Kanzleramt. Kanzlerin Angela Merkel wird dann unter anderem Verkehrsminister Andreas Scheuer, Finanzminister Olaf Scholz und Arbeitsminister Hubertus Heil empfangen.

Unklar ist noch die Teilnahme von Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich zuletzt bei einem Sturz das Nasenbein gebrochen hatte. Erwartet werden zudem Vertreter der Gewerkschaften und mehrere Vorstände der Hersteller. Zu den Themen zählen neben den Ladestationen unter anderem auch die Digitalisierung und autonomes Fahren, wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. In einigen Bereichen könne es dazu Beschlüsse geben.

Beim Thema Ladestationen dürfte eine Einigung mindestens skizziert werden. Hier gebe es seit längerem Gespräche der Energiekonzerne mit dem Verkehrsministerium, sagten die Insider weiter. Um letzte Details dürfte auf dem Autogipfel noch gerungen werden. Befürchtungen der Versorger, bereits gebaute Ladesäulen könnten zur Investitionsruine werden, seien beseitigt.

Der scheidende VDA-Präsident Bernhard Mattes hatte zuletzt betont, dass bei der Ladeinfrastruktur für E-Autos Fortschritte geben müsse. Um die CO2-Ziele der EU bis 2030 zu erreichen, müssten bis dahin auf deutschen Straßen sieben bis 10,5 Millionen E-Autos unterwegs sein. Bei Lademöglichkeiten sei auch die Politik gefordert, vor allem die Kommunen, weil sie die Gegebenheiten vor Ort am besten kennen würden. "Die heute vorhandenen gut 20.000 öffentlichen Ladepunkte reichen nicht. Notwendig bis 2030 sind eine Million öffentliche Ladepunkte, zusätzlich 100.000 Schnellladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte."

"Eine Million öffentliche Ladepunkte"

Der Verbraucherzentrale Bundesverband forderte die Autoindustrie auf, mehr in die Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu investieren. Vorstand Klaus Müller sagte, der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos sei für eine wirksame Klimapolitik unentbehrlich. Er begrüßte es zwar, dass die Bundesregierung geholfen habe, die Zahl der öffentlichen Ladepunkte 2018 um mehr als 50 Prozent zu steigern. Neben öffentlichen Ladepunkten müsse nun aber der Ausbau privater Ladepunkte vorangetrieben werden.

Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur im öffentlichen und privaten Bereich gilt als zentrale Voraussetzung dafür, dass E-Autos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Mit einem "Masterplan Ladeinfrastruktur" soll der Aufbau eines Netzes mit Ladepunkten beschleunigt und besser koordiniert werden.

Merkel sagte zuletzt, der strategische Dialog mit der Autobranche werde auf dem Autogipfel fortgesetzt. "Dabei wird es natürlich auch um die Frage gehen, wie wir als Staat die Transformation zum Beispiel der Antriebstechnologien so mitgestalten und mitbegleiten können, dass Fachkräfte erhalten bleiben und das Fachkräftepotenzial nicht verloren geht." Details nannte sie nicht.

Quelle: ntv.de, mli/rts/dpa