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"Wenn Vaterland ruft, gehe ich" Ex-Boxweltmeister Walujew erhält Post vom Militär

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Wird er für sein Land in den Krieg ziehen? Ex-Boxchampion und Duma-Abgeordneter Nikolai Walujew.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Bereits vor der Teilmobilmachung durch Präsident Putin erhält auch ein Duma-Abgeordneter Post vom Militär: der ehemalige Boxweltmeister Walujew. Er muss sich bei der zuständigen Einberufungsstelle melden. Ob das in einem Fronteinsatz in der Ukraine mündet? Walujew gibt sich jedenfalls patriotisch.

Der frühere Boxweltmeister und heutige Duma-Abgeordnete Nikolai Walujew hat Post vom Militär bekommen. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS erhielt Walujew noch vor der Anordnung einer Teilmobilmachung eine Vorladung zur Einberufungsstelle. Walujew sagte laut dem Bericht, er werde "nach den Plenarwochen" das Wehrmelde- und Einberufungsamt aufsuchen.

Walujew veröffentlichte die Vorladung auf seinem Telegram-Kanal. In dem Schreiben wird er aufgefordert, am 15. September beim Militärdienst in St. Petersburg zu erscheinen. Es soll um Änderungen an seinen Registrierungsdokumenten gehen. Allerdings ist der Termin schon verstrichen. "Ich werde nach den Plenarwochen im Militärregistrierungs- und Einberufungsamt sein", erklärte der Parlamentarier und gab sich patriotisch: "Wenn das Vaterland ruft, dann werde ich gehen." Unklar blieb jedoch, ob er damit einen Einsatz im Ukraine-Krieg meint.

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Der 2,13 Meter große Walujew war von Dezember 2005 bis April 2007 und von August 2008 bis November 2009 WBA-Weltmeister. Er hat 53 Profikämpfe bestritten und 50 gewonnen, 34 davon durch K.o. In seinem letzten Kampf hatte er im November 2009 seinen WM-Titel durch eine Niederlage nach Punkten an David Haye verloren. Im Jahr 2011 war er als Abgeordneter in die russische Staatsduma gewählt worden - im Jahr darauf beendete er seine Profi-Karriere. In der Duma sitzt Walujew als Mitglied der Putin-Partei Einiges Russland. Diese hält die überwiegende Mehrheit im russischen Parlament.

Derzeit ist die von Russlands Präsident Wladimir Putin vergangene Woche angeordnete Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine das dominierende Thema in Russland. 300.000 Reservisten sollen nun nach Kreml-Angaben in die russische Armee eingezogen werden. Zehntausende Russen sind in der Folge ins Ausland geflohen, vor allem nach Georgien, Kasachstan und in die Mongolei.

Quelle: ntv.de, kst

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