Formel1

Klare Ansage für Interviews Ferrari lässt Vettel und Leclerc schweigen

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Rote Eintracht? Von wegen!

(Foto: imago images/HochZwei)

In den TV-Interviews dürfen die Ferrari-Streithähne Sebastian Vettel und Charles Leclerc nur vorgegebene Statements ihres Teams abgeben. Danach herrscht Schweigen. Der unsinnige Crash von Sao Paulo soll intern aufgearbeitet werden.

Maulkorb für die Crashpiloten: Sebastian Vettel und Charles Leclerc durften sich nach ihrem spektakulären Unfall in Brasilien nicht mehr vor der Presse äußern. Ferrari sagte die eigentlich obligatorische und bereits terminierte Medienrunde mit den beiden Piloten kurzerhand ab. "Wir bevorzugen es so", hieß es von einer Sprecherin lapidar.

Einzig Teamchef Mattia Binotto äußerte sich nach den kurzen TV-Interviews noch einmal ausführlich zu dem Fiasko der Scuderia in Sao Paulo. "Natürlich müssen wir uns jetzt zusammensetzen und entscheiden, wo die Grenzen liegen - um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiert", sagte Binotto.

Was genau war passiert? Nun: Nach einer späten Safety-Car-Phase hatten sich die beiden Streithähne beim Kampf um das Podest touchiert, die Funken sprühten wie wild. Leclercs rechter Vorderreifen war hinüber, bei Vettel war es der linke Hinterreifen. Beide Fahrer schieden aus. "Mein Gott, muss das sein?! So ein Bockmist aber auch!", schrie Vettel in den internationalen Funk - und Leclerc meinte: "Was zur Hölle macht er?"

"Noch nicht an der Zeit für ein Fazit"

Derweil vermied es Binotto, Vettel oder Leclerc die Schuld an dem Unfall kurz vor Ende zu geben. "Es ist noch nicht an der Zeit ein Fazit zu ziehen. Wir werden uns in Maranello alle Daten und Bilder noch einmal in Ruhe anschauen und analysieren", sagte Binotto, der dem Duo aber einen Rüffel mitgab: "Frei gegeneinander zu fahren heißt nicht, verrückte Sachen zu machen." Auf eine Teamorder hatte Ferrari in dieser Saison verzichtet.

Binotto war hinterher sehr darum bemüht, die Wogen wieder zu glätten. "Es ist immer noch ein Luxus, diese beiden Fahrer zu haben, es sind zwei sehr gute Piloten", sagte er. Gleich nach dem Rennen rief Binotto Vettel und Leclerc zu einem Gespräch zu sich und gab ihnen einen klaren Auftrag mit für die TV-Interviews: "Ich habe  ihnen gesagt, dass ich hören will, dass es ihnen für das Team leid tut." Danach durften Vettel und Leclerc dann nichts mehr sagen.

Quelle: ntv.de, tno/sid