Fußball-EM

Kooperation mit Fluglinie DFB verhandelt mit Qatar Airways

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Die DFB-Elf vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island im März.

(Foto: imago images/Ulrich Hufnagel)

Der Deutsche Fußball-Bund soll eine Kooperation mit Qatar Airways anstreben. Die Verhandlungen sollen schon laufen, heißt es in einem Bericht. Dabei hatte die Fußball-Nationalmannschaft jüngst mit Menschenrechts-Aktionen wegen der WM 2022 in Katar für Aufsehen gesorgt.

Vor dem Qualifikationsspiel gegen Island im März für die WM 2022 in Katar setzte die DFB-Elf ein ganz besonderes Zeichen: Sie buchstabierte "HUMAN RIGHTS" (Menschenrechte) auf ihren T-Shirts. Die Nationalmannschaft wollte auf die Allgemeine Erklärung für Menschenrechte der Vereinten Nationen aufmerksam machen - am Tag davor hatte dies bereits die norwegische Nationalmannschaft getan. Gedeutet wurde dies als explizites Zeichen in Richtung Katar. Es folgte ein Menschenrechts-Video, deutliche Positionierungen von Toni Kroos und die Diversitäts-Kapitänsbinde Manuel Neuers bei der Europameisterschaft. Deutliche Signale.

Nun aber erwägt der DFB Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zufolge eine Kooperation mit Qatar Airways. Mit Bezug auf "mehrere Quellen aus politischen und wirtschaftlichen Kreisen" berichtet die "SZ", der DFB stehe derzeit in Verhandlungen mit der staatlichen Fluglinie des WM-Gastgebers von 2022. Der DFB in Person von Marketingchef Holger Blask äußerte sich der Zeitung gegenüber dazu inhaltlich nicht. Qatar Airways fiel in der Vergangenheit unter anderem durch einen diskriminierenden Umgang mit Mitarbeitern auf.

Miserable Menschenrechtsbilanz

Katar ist ein Emirat mit einer äußerst schlechten Menschenrechtsbilanz, auch wenn es in den vergangenen Jahren kleine Verbesserungen zu verzeichnen gab. Freie Meinungsäußerung, ein internationaler Menschenrechtsstandard, wird dort immer noch stark eingeschränkt. Gleichberechtigung von Frauen und Männern existiert nicht mal auf dem Papier. Zudem werden Menschen aufgrund ihrer Religion, sexuellen Selbstbestimmung oder sexuellen Orientierung diskriminiert und verfolgt. Das Strafmündigkeitsalter liegt bei sieben Jahren. Hinzu kommen die Millionen von Gastarbeitern, die die Stadien für die WM 2022 bauen und in sklavenähnlichen Verhältnissen leben.

Qatar Airways sponsert unter anderem die Europäische Fußball-Union (UEFA), den Weltverband FIFA, Bayern München (pro Jahr gibt es dafür zehn Millionen Euro) und Paris St. Germain, das in Besitz der staatlichen Qatar Sports Investments ist. Der FC Bayern hält dazu das jährliche Winter-Trainingslager in Doha ab und hat einen Sponsoren-Deal mit dem Hamad International Airport - auch hier gab es vermehrt Berichte über sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse.

Quelle: ntv.de, dbe

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