Fußball

"Unterbrechung war absurd" Bayern-Fans rechtfertigen Hopp-Attacke

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Die Bayern-Fans sorgten mit ihren Bannern für zwei Spielunterbrechungen.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Fußball-Deutschland empört sich wegen der Schmähplakate für Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp im Fan-Block des FC Bayern. Der DFB räumt Fehler ein. Die verantwortlichen Münchner Fans zeigen derweil in einem online veröffentlichten Schreiben keine Reue.

Die Fanszene des FC Bayern München hat sich in einem online veröffentlichten Schreiben für die Vorfälle bei der Partie in Sinsheim gerechtfertigt und keinerlei Einsicht gezeigt. In dem auf "suedkurve-muenchen.org" veröffentlichten Text heißt es unter anderem: "Man muss den Wortlaut nicht gutheißen, aber es gab für uns hierzu keine Alternative, da nur so das Thema die nötige Aufmerksamkeit erhält."

Die Bayern-Fans hatten Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp mit zwei Spruchbändern schwer beleidigt, das Bundesliga-Spiel bei der TSG (6:0 für den FC Bayern) war daraufhin zweimal von Schiedsrichter Christian Dingert unterbrochen worden. In den letzten 13 Minuten spielten die beiden Mannschaften nur noch symbolisch den Ball hin und her, während Hopp und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Spielfeldrand standen und applaudierten.

Eine Entschuldigung wurde von den Fans nicht formuliert, stattdessen wurde ausdrücklich Kritik an der doppelten Unterbrechung geübt. "Will man zukünftig immer, wenn solche Beleidigungen auf der Zuschauertribüne geäußert werden, Fußballspiele ab- oder unterbrechen, wird man keine Partie mehr über 90 Minuten spielen können. Die Unterbrechung heute war einfach nur überzogen und absurd", hieß es. Der Fußball bleibe "dreckig", die Fans "rebellisch".

Aus Polizeikreisen hieß es unterdessen, dass die Schmäh-Spruchbänder der Bayern-Anhänger offenbar während des Spiels im Gästeblock zusammengestellt wurden. Die Gäste-Fans hatten dort zuvor eine Choreographie zum 120. Vereinsjubiläum der Münchner mit vielen einzelnen Plakaten gezeigt. Einsatzpolizisten berichteten am Samstagabend in Sinsheim, dass Fans größere Mengen an Klebebändern mit in die Arena genommen hätten - offiziell, um damit Fahnen an den Stangen zu befestigen. Diese seien aber dazu verwendet worden, um aus einzelnen Plakaten die Banner zu basteln.

DFB-Präsident gibt sich zerknirscht

Beim Deutschen Fußball-Bund dürften die Rechtfertigungen aus München derweil nicht gut ankommen. DFB-Präsident Fritz Keller hat im Umgang mit den immer wiederkehrenden Beleidigungen Fehler eingeräumt. "Manche haben recht, wenn sie sagen, wir hätten viel früher durchgreifen müssen und das einfach nicht zulassen dürfen", sagte Keller im ZDF. Nach den ersten Plakaten gegen Hopp vor vielen Jahren habe es "immer wieder Geldstrafen" gegeben, "dann gab es eine Bewährungsstrafe und dann ist irgendwann mal gut". Auch in Dortmund und Köln hatte es Schmähungen und Plakate gegen den Mehrheitseigner der TSG 1899 Hoffenheim gegeben. "Ich glaube, wir sind am Tiefpunkt angekommen", sagte Keller, der ausdrücklich die Reaktion der beiden Vereine in Sinsheim lobte.

Die Fans wollten mit den Aktionen gegen die wiedereingeführte DFB-Kollektivstrafe gegen die Fans von Borussia Dortmund protestieren, die aufgrund von Beleidigungen gegen Hopp mit einem Auswärtsbann belegt worden waren. Keller verteidigte dieses Vorgehen. "Der Teilausschluss war auf Bewährung ausgesprochen worden. Wenn man gegen eine Bewährung verstößt, dann wird es rechtskräftig", sagte er. Dem Gericht sei daher "gar nichts anderes übrig geblieben". Keller kündigte ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten an. "DFB, DFL, Vereine, wir müssen alle an einem Strang ziehen", forderte der DFB-Präsident. "Gegen diese Chaoten, die nichts mit Fußball zu tun haben, muss durchgegriffen werden. So geht es nicht mehr im Fußball." Es brauche nun "ein Zeichen gegen Hass und Neid in der Gesellschaft".

Quelle: ntv.de, dbe/ino/sid/dpa