Fußball

TV-Gelder für Bundesliga-Klubs Bayern erhält 70 Millionen nur fürs Dabeisein

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Der FC Bayern hat immer etwas zu feiern.

(Foto: Jrgen Fromme / firo Sportphoto / POOL)

Die TV-Gelder sind für die Klubs der 1. und 2. Fußball-Bundesliga eine wichtige Einnahmequelle. Der FC Bayern profitiert davon auch in der kommenden Saison am meisten. Die Auszahlung zementiert die Machtverhältnisse der Vereine - was nicht jedem gefällt.

Bayern München bleibt der "Kohle-König", Borussia Dortmund ist ganz dicht dran - aber die kleinen Klubs hinken chancenlos hinterher: Die Verteilung der TV-Gelder in der kommenden Saison hat die finanziellen Machtverhältnisse zementiert. Einem Bericht des "Kicker" zufolge erhalten die Bayern aus der nationalen Vermarktung 70,64 Millionen und der BVB 69,37 Millionen Euro. Aufsteiger Arminia Bielefeld muss sich als Schlusslicht hingegen mit 29,8 Millionen begnügen. Absolutes Schlusslicht der 36 Klubs ist Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers (7,49).

"Der Unterschied ist okay. Ich halte die Verteilung der TV-Gelder für total korrekt", hatte zuletzt Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß im Bayerischen Rundfunk gesagt. Insgesamt soll in der bevorstehenden Saison eine Gesamtsumme von 1,4 Milliarden Euro ausgezahlt werden, 200 Millionen davon sind Teil der internationalen Vermarktung.

Und da dürften die Bayern und der BVB ihren Vorsprung noch weiter ausbauen - aber auch das ist für Hoeneß nur logisch. "Der Beitrag, den der FC Bayern in China oder in den USA für den deutschen Fußball leistet, ist wesentlich größer als der des SC Paderborn", sagte Hoeneß. Oder eben von Bielefeld, Union Berlin oder allen anderen Vereinen, die von den Summen des Branchenprimus nur träumen können.

Eine völlig andere Meinung vertritt hingegen Thomas Röttgermann, der Vorstandsvorsitzende des Erstliga-Absteigers Fortuna Düsseldorf. "Ich bin dafür, dass die Erlöse innerhalb einer Liga wieder gleich verteilt werden sollen, so wie es bis zur Jahrtausendwende der Fall war", sagte er der "Süddeutschen Zeitung": "Wir müssen über einen grundsätzlichen Prinzipienwechsel reden."

Reserve für die nächste Krise

Die derzeitige Verteilung der TV-Gelder basiert auf einem Vier-Säulen-Modell, dabei werden Aspekte wie Wettbewerb, Nachhaltigkeit, Bestandsschutz oder Nachwuchs unterschiedlich stark berücksichtigt. Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) befasst sich bereits mit dem Weg zu einer Entscheidung über den künftigen Verteilerschlüssel, der ab der Saison 2021/22 gültig sein wird.

Für die Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 dürfen die Vereine mit Ausschüttungen von rund 1,1 Milliarden Euro pro Saison rechnen - der leichte Rückgang war unter anderem die Folge der Corona-Pandemie. Und weil diese in den vergangenen Monaten dem ein oder anderen Klub Existenzängste beschert hatte, sollen ab der kommenden Saison die Medienerlöse nicht mehr in vier Tranchen ausgezahlt werden.

Vielmehr erhalten die Vereine monatliche Raten, die von insgesamt 70 Millionen Euro bis maximal 160 Millionen Euro reichen. Sollten erneute Schwierigkeiten wegen der Corona-Pandemie ausbleiben, werden zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal insgesamt 45 Millionen Euro ausgezahlt. Diese Summe hält die DFL für etwaige Probleme oder für die Entwicklung neuer Hygiene- und Stadionkonzepte zurück.

Quelle: ntv.de, Nicolas Reimer, sid