Fußball

Frust und Pleite in Augsburg Beim BVB läuft es einfach nicht mehr

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Jubeln konnten gestern nur die anderen: Der BVB bleibt in der Krise

(Foto: www.imago-images.de)

Zu wenig Einsatz, zu wenig getroffen, zu viele Fehler: Bei Borussia Dortmund geht in Augsburg erneut zu viel daneben. Resultat ist eine bittere Niederlage im Bundesliga-Titelrennen, die den BVB auch intern erschüttert. Der FCA feiert dagegen einen Fußball-Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Borussia Dortmund kommt einfach nicht mehr in Schwung, der kriselnde FC Augsburg hofft dagegen wieder: Die unerwartete 1:2-Niederlage von Tabellenführer BVB beim Tabellen-15. der Bundesliga bedeutete für die Dortmunder am Freitagabend einen weiteren empfindlichen Rückschlag im Titelrennen, wo die Borussia alle Punktetrümpfe aus der Hand gegeben hat. Der einstmals neun Zähler starke Vorsprung auf den FC Bayern könnte auf null schrumpfen, wenn die Münchner in Gladbach gewinnen. Für Dortmunder Frust und internen Ärger sorgte neben der zweiten Saisonpleite auch der beunruhigende Trend: Von den letzten fünf Bundesligapartien konnte der BVB nur eine gewinnen.

Für den angezählten FCA-Coach Manuel Baum war der überraschende, aber nicht unverdiente Coup über den Noch-Tabellenführer der Bundesliga vor allem das Ergebnis einer starken Leistung seiner Mannschaft: "Da hat heute ein Rädchen in das andere gegriffen. Beim nächsten Mal denken wir uns wieder etwas aus", zeigte sich der Coach nach dem bisher so mauen Rückrundenstart seiner Mannschaft zufrieden.

Und im Interview mit Eurosport verriet Baum sogar das Erfolgsrezept gegen die Dortmunder, die in Summe satte elf Kilometer weniger auf der Uhr hatten als die abstiegskämpfenden Augsburger: "Vorne macht einer zwei Buden, hinten hält einer drei, vier Unhaltbare und dazwischen sind neun Spieler, die rauf- und runterrennen wie die Wahnsinnigen." So einfach ist das manchmal. Da es im Schneckenrennen im Tabellenkeller enorm eng zugeht, verschaffen die sicher nicht eingeplanten drei Punkte den Augsburgern erstmal ein Polster von fünf Punkten auf den VfB Stuttgart auf dem Relegationsrang. Die Schwaben empfangen am Sonntag Hannover 96 (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de).

"Schießen uns selbst die Tore rein"

Ein wichtiger Teil der Wahrheit ist allerdings auch, dass der BVB im strömenden Augsburger Regen trotz der sehnlichst erwarteten Rückkehr von Marco Reus wenig meisterlich agierte. Die jungen Verteidiger Achraf Hakimi und Dan-Axel Zagadou unterstützten den Doppeltorschützen Dong-Won Ji mit individuellen Fehler kräftig bei dessen Treffen, dazu ließen Reus, Götze und Co. offensiv einiges liegen.

Dortmunds Trainer Lucien Favre. Foto: Bernd Thissen

Dortmunds Trainer Lucien Favre. Foto: Bernd Thissen

(Foto: Bernd Thissen/dpa)

"Wir schießen uns selbst die Tore rein, machen zwei individuelle Fehler. Das müssen wir abstellen. So leichtfertig dürfen wir die  Bälle nicht herschenken. Wir hatten genug Torchancen, um das Spiel zu gewinnen", ärgerte sich Rückkehrer Reus nach dem Spiel. Elf Torschüsse standen am Ende des aus Dortmunder Sicht bitteren Abends in der Statistik, der Anschlusstreffer von Paco Alcacer (81.) war aber der einzige Ertrag. Zu wenig.

Ein Haufen Ärger vor der Aufholjagd

"Ich muss mich immer enorm zusammenreißen, dass ich nicht jemandem den Kopf abreiße", hielt Dortmunds Torwart Roman Bürki mit seinem Ärger über die leichtfertigen Fehler kaum hinterm Berg und BVB-Berater Matthias Sammer schimpfte nach dem Spiel: "Da kommt Borussia Dortmund mit dem Maßstab: die sind schon deutscher Meister, aber die sind unreif. Die sind einfach unreif. Das Spiel wurde im Kopf entschieden. Das sieht man schon länger. Die wussten nicht, was auf die zukommt. In Spielen wie gegen Augsburg, Düsseldorf oder Nürnberg verhalten sich die Borussen nicht wie Champions, sondern wie eine Durchschnittsmannschaft." Und Sportdirektor Michael Zorc war einfach nur "nicht zufrieden und enttäuscht".

Rückenwind hat man sich also nicht geholt für die Mammutaufgabe, die auf die arg kriselnde Truppe von Lucien Favre wartet: Am Dienstagabend kommt Tottenham Hotspur zum Rückspiel des Champions League-Achtelfinals (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) nach Dortmund - mit einem 3:0-Hinspielerfolg im Gepäck.

Quelle: n-tv.de, ter/sid

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