Fußball

Neururer zu spektakulärem Unfall "Bin fünf Meter durch die Luft geschossen"

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Peter Neururer ist viel mit seiner Harley unterwegs, fuhr sogar schon durch die USA.

(Foto: picture alliance/dpa)

Rechte Hand gestaucht, linke Schulter lädiert, jede Menge Abschürfungen: Der frühere Bundesligatrainer Peter Neururer hat ordentlich was abbekommen. Aber nicht, weil er sich mit seiner Harley auf die Nase legt, sondern weil dem 64-Jährigen seine Hilfsbereitschaft zum Verhängnis wird.

Mehr als eine Woche stand das Motorrad von Peter Neururer nur in der Garage. Doch nicht die Coronavirus-Pandemie war schuld, sondern ein spektakulärer Unfall, wie der Ex-Bundesligatrainer erzählt: "Mir ist noch nie was auf der Harley passiert. Über 40.000 Kilometer gefahren, einmal um die ganze Welt, durch die kompletten USA mit der Harley - und noch nicht einmal umgekippt bin ich mit dem Ding. Und dann helfe ich einem anderen - und dieser Vollidiot gibt Vollgas, wenn ich hinten an der Karre hänge." Was war genau passiert?

Vor ihm auf der Haltener Hauptstraße war ein Motorrad liegen geblieben: "Der hat auf einem BMW Chopper gesessen und dann ging da plötzlich nichts mehr. Mit dem zusammen fuhren zwei Damen auf einer anderen Maschine. Und da sein Motorrad nicht mehr angesprungen ist, konnte ich ja nicht gucken, dass die beiden Frauen die Karre anschieben - wie soll das denn gehen? Da habe ich die angeschoben. Plötzlich gibt der Vollidiot Vollgas und braust davon. Ich bin fünf Meter durch die Luft geschossen. Und dann lag ich da wie ein Schnellkäfer."

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Neururer hat sich vorgenommen, gleich wieder zu fahren - trotz leichter Blessuren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Mann kam allerdings noch einmal zurück und fragte den am Boden liegenden Neururer, ob alles in Ordnung sei. Der Ex-Trainer, noch unter Schock, nickte nur. Dann habe sich der BMW-Fahrer bedankt und sei weitergedüst. Eine der beiden Begleiterinnen auf der anderen Maschine sei aber noch einmal zu Neururer gekommen: "Die hat gemeint: 'Das sah ja sensationell aus! Kann ich irgendwie helfen?' Aus Spaß habe ich gesagt: 'Du kannst 'nen Notarzt holen!' Da meinte die: 'Nee. Brauchen wir nicht: Ich bin Krankenschwester!' Und dann hat sie mir ein Pflaster überreicht. Aber ehrlich: Da konntest du, was weiß ich, mit abdecken - vielleicht 'nen kleinen Finger, aber doch nicht meine Wunden. Das hat natürlich überragend geholfen. Ja, und dann sind die beiden auch weggefahren."

"Sehe jetzt abgeschürft ohne Ende aus"

Nach mehr als einer Woche ist gesundheitlich Gott sei Dank wieder fast alles in Ordnung beim Ex-Bundesligatrainer, unter anderem des VfL Bochum und des FC Schalke 04: "Ich habe ja noch Glück gehabt. Ein paar Prellungen, die linke Schulter kann ich noch nicht ganz wieder bewegen - aber die brauche ich ja im Moment nicht. Es nichts kaputt. Am nächsten Tag bin ich sofort zu Doc Bauer gefahren. Der hat mir die rechte Hand entstaucht und alles wieder hingekriegt. Ergüsse sind auch raus. Gut, ich sehe jetzt abgeschürft ohne Ende aus. Aber das ist eben so. Ist nicht schlimm."

Und mittlerweile kann Peter Neururer über die Geschichte schon wieder lachen: "Jeden Scheiß filmt ihr - aber das hättet ihr mal filmen müssen. Ich hätte mich selbst gerne gesehen. Das muss spektakulär ausgesehen haben!" Und dann lacht er laut auf: "Der größte Mist überhaupt war ja, dass das an der Hauptstraße in Haltern, Richtung See runter, gewesen ist und 50.000 Wagen vorbeigefahren sind: 'Guck mal, der Neururer, was liegt der denn da rum?' Die haben natürlich nicht gesehen, dass die andere Karre da schon weg war. Die haben mich da einfach nur liegen sehen, wie einen Schnellkäfer."

Vertreibt sich die Zeit mit Golf spielen im Garten

Ben Redelings

Ben Redelings ist ein leidenschaftlicher "Chronist des Fußballwahnsinns" (Manni Breuckmann) und Anhänger des ruhmreichen VfL Bochum. Der Autor, Filmemacher und Komödiant lebt im Ruhrgebiet und pflegt sein Schatzkästchen mit Anekdoten. Für ntv.de schreibt er dienstags und samstags die spannendsten und lustigsten Geschichten auf. Weitere Informationen zu Bens aktuellem Buch und seinem gleichnamigen Tourprogramm ("Fußball. Die Liebe meines Lebens") gibt es auf seiner Seite www.scudetto.de.

Für diesen Donnerstagnachmittag hat Peter Neururer bereits wieder große Pläne: "Jetzt muss ich noch eine Zeit lang ein bisschen auf die Zähne beißen, aber funktionell ist alles in Ordnung. Kein Thema. Ich gucke, dass ich gleich wieder auf die Maschine klettere!" Denn auch Neururer muss schauen, wie er sich in Corona-Zeiten die Langweile etwas vertreibt.

Und das tut er ganz originell, wie er im Gespräch verrät: "Die meiste Zeit spielen meine Frau und ich Golf bei uns im Garten. Da chippen wir immer. Anders kannst du das ja nicht machen. Aber einmal sind wir durch die Landschaft spazieren gefahren und haben eine Wiese gesehen. Da waren so ungefähr 150 Meter Platz drauf. Da haben wir gesagt: 'Na, komm, wenn wir schon mal da sind, packen wir die Schläger aus und spielen uns die Bälle hin und her.' So wie beim Tennis - nur mit Golfbällen. Hat Spaß gemacht!"

Quelle: ntv.de