Fußball

Zuschauer? "Nicht realistisch" Bundesliga steht "Geister-Spieltag" bevor

imago32725122h.jpg

Findet das Revierderby tatsächlich ohne Zuschauer statt?

(Foto: imago/Eibner)

Das "Geisterspiel"-Szenario in der Fußball-Bundesliga wird immer realistischer. Und das womöglich schon am kommenden Spieltag. Das sagt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Betroffen wäre dann unter anderem das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) stellt sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf Geisterspiele bereits am nächsten Bundesliga-Wochenende ein. "Wir würden am liebsten schon nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei "Bild live", schloss aber eine Komplett-Absage des 26. Spieltags aus. "Wir haben entschieden, dass der Spieltag stattfindet, rein sportlich. Mit wie vielen Zuschauern und ob ohne, das ist eine Entscheidung, die die Behörden treffen müssen", sagte der 50-Jährige.

Zuvor hatte Gesundheitsminister Jens Spahn erneut dazu aufgefordert, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Er ermuntere die Verantwortlichen, so sagte er, ausdrücklich dazu. "Es ist sicher leichter auf Konzerte, einen Klubbesuch und Fußballspiele zu verzichten, als auf den Weg zur eigenen Arbeit. Das meine ich sehr ernst: Auf diese Abstufung kommt es die nächsten Wochen und Monate an. Jeder muss das für sich abwägen", sagte der CDU-Politiker in Berlin. Er appellierte dabei auch noch mal, Infektionsmöglichkeiten zu minimieren und den Kontakt zu anderen allgemein zu reduzieren.

Spielpause ist "illusorisch"

DFL-Chef Seifert sprach von "einer Ausnahmesituation, die wir alle noch nicht erlebt haben. Das betrifft ja auch Handball, Basketball oder auch die Dritte Liga." Eine Spielpause in der Bundesliga sei jedoch "illusorisch" und bringe nichts. Es war auch darüber spekuliert worden, ob Spieltage auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden könnten, um so Geisterspiele zu vermeiden. "Das ist nicht zu Ende gedacht. Da gibt es Verträge, sportliche Konsequenzen. Abstiege und Aufstiege. Wir brauchen den geregelten Spielbetrieb. Aufzuhören ist keine Option. Wir brauchen Mitte Mai eine Tabelle, damit die Klubs planen können", sagte Seifert.

In der 2. Liga dagegen würde die DFL Spielverlegungen prüfen. "In der Bundesliga ist das schwieriger wegen der internationalen Spiele einiger Klubs", erklärte Seifert. So sind der FC Bayern, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt auch noch im DFB-Pokal-Halbfinale und im Europacup vertreten. Schon am Sonntag hatte Seifert eine Krisensitzung angekündigt und die Tür für Geisterspiele geöffnet. Er hatte betont, "dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln".

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid