Fußball

Trainer fehlt wegen Zahn-OP DFB-Elf startet ohne Löw ins Länderspieljahr

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Löw fehlt in Wolfsburg - er musste sich einer Zahn-OP unterziehen.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Für Fußball-Bundestrainer Joachim Löw beginnt das Länderspieljahr schmerzhaft mit einer Zahn-OP. Er kann deswegen nicht pünktlich zum Treffen des DFB-Teams nach Wolfsburg anreisen. Dafür dabei: Ein auffälliger Leroy Sané sowie die drei Neulinge Maximilian Eggestein, Niklas Stark und Lukas Klostermann.

Leroy Sané zog mit seiner flauschig-bunten Felljacke die Blicke auf sich, doch auf Joachim Löw warteten die Fans vor dem noblen Ritz-Carlton vergeblich. Wegen einer Zahn-Operation tags zuvor reiste der Bundestrainer nicht wie die Nationalspieler am Montagmittag in Wolfsburg an. Doch auch ohne Löw habe man "bei der ersten Sitzung gemerkt", verriet Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff, "dass das ein Neustart ist."

"Am Ende weiß jeder, wir bauen eine neue Mannschaft zusammen, die muss sich finden", sagte der Teammanager weiter. Die Spieler würden "Fehler machen" und "Schwierigkeiten haben". Die Öffentlichkeit müsse Geduld aufbringen und "verzeihen, wenn Dinge nicht so ganz laufen", sagte der 50-Jährige.

Neben Löw verzichtete auch Serge Gnabry wegen einer Erkältung vorerst auf eine Reise in die Autostadt. Der zuletzt so bärenstarke Offensivspieler von Bayern München soll am Dienstag zur Mannschaft stoßen und dann die Vorbereitung auf das Testspiel am Mittwoch gegen Serbien und den Auftakt der EM-Qualifikation vier Tage später in den Niederlanden (beide 20.45 Uhr/RTL und im Liveticker bei n-tv.de) aufnehmen. So oder so - "wir wollen die beiden Spiele gewinnen, ganz klar", sagte der Leverkusener Julian Brandt selbstbewusst.

"Brauchen gute Ergebnisse"

Löw muss dafür schnell zu Kräften kommen, denn nach all der öffentlichen Rechtfertigung wegen seiner Ausbootung des Weltmeister-Trios Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng will er sich wieder verstärkt aufs Sportliche konzentrieren. Gegen Serbien und die Niederlande will Löw "eine gute Spielweise mit viel Enthusiasmus" sehen, "aber wir brauchen vor allem auch wieder gute Ergebnisse".

Das gilt vor allem für Löw selbst. Es sei das klare Ziel, sich "souverän für die Euro 2020 zu qualifizieren" und bei der Endrunde eine Mannschaft an den Start zu schicken, "die auch um den Titel mitspielen kann", betonte DFB-Präsident Reinhard Grindel im BR. Ansonsten ist der Vertrag bis 2022, den Löw vor dem blamablen WM-Vorrundenaus noch schnell unterzeichnet hatte, nur Makulatur. Die Situation gleiche einem "Pulverfass", findet nicht nur Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Goretzka hat Großes vor

Doch Löw geht gestärkt ins neue Länderspieljahr. Seine öffentliche Erklärung zu den geschassten 2014-Weltmeistern hat viele offene Fragen beantwortet und die Wogen vorerst geglättet. Selbst Bayern-Präsident Uli Hoeneß verzichtete am Sonntagabend auf die angekündigte Abrechnung. Er wolle "das Thema mit dem Jogi unter vier Augen besprechen", sagte Hoeneß. Auch mit Grindel droht Löw vorerst kein Stress - im Gegenteil. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Spekulationen über mögliche Dissonanzen mehr als deutlich zurückgewiesen. "Wir haben ein hundertprozentig intaktes und freundschaftliches Vertrauensverhältnis", sagte Grindel.

Doch Fakt ist: Löw muss der von ihm erst spät eingeleitete Umbruch gelingen, ein Zurück gibt es nicht mehr. Gegen Serbien und die Niederlande setzt Löw deshalb auf "mehr Tempo, Dynamik und Temperament", dafür sollen die "jungen Wilden" um Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Niklas Süle sorgen. Jeder dieser Spieler müsse "jetzt noch einen Schritt nach vorn machen und das Gefühl vermitteln: "Hallo, jetzt bin ich da. Jetzt stehe ich für Deutschland auf dem Platz. (...) Ich will ein Turnier gewinnen. Ich bin kein Mitläufer mehr", sagte Löw.

Goretzka ist bereit für diesen Schritt: "Ich glaube, dass man sich um die Qualität unseres Jahrgangs keine Sorgen machen muss. Wir sind in der Lage, in die Fußstapfen der Weltmeister zu treten." Die Abwehr soll schon gegen Serbien Bayern-Profi Süle "organisieren, dirigieren", forderte Löw: "Wir erwarten noch mehr von ihm. Genauso wie von Antonio Rüdiger." Auch von den drei Neulingen Maximilian Eggestein, Niklas Stark und Lukas Klostermann erhofft sich Löw frischen Wind. "Ich freue mich natürlich, wenn ich ein paar Minuten spielen dürfte. Aber ich will erstmal im Training Gas geben", sagte der sichtlich nervöse Hertha-Profi Stark bei der Ankunft.

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Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa

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