Fußball

Auf dem Weg zur WM? Fuß von Patient Neuer hält im U20-Test

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Der Patient scheint zu genesen.

(Foto: imago/Schüler)

Alle blicken auf Manuel Neuer. Kann er beim kommenden Testspiel gegen Österreich problemlos spielen? Towarttrainer Köpke macht Druck: Neuer sollte spielen, sonst "brauche man über die WM nicht zu reden". Beim Test gegen die U20 klappt's schonmal.

DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke sieht einen Einsatz des lange verletzten Nationaltorhüters Manuel Neuer im nächsten Länderspiel gegen Österreich für eine WM-Teilnahme als unerlässlich an. "Ich glaube, das kann man so klar sagen: Gegen Österreich sollte Manuel spielen können. Wenn er da auch keinen Einsatz hat, braucht man über eine WM nicht zu reden", sagte Köpke im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Zwei Tage vor der Nominierung des endgültigen WM-Kaders am 4. Juni spielt die DFB-Auswahl in Klagenfurt gegen Österreich. Bundestrainer Joachim Löw und Neuer hatten zuletzt betont, dass eine Teilnahme des 32-Jährigen an der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) ohne Spielpraxis nicht denkbar sei.

Am Montagnachmittag stand Neuer bei einem geheimen Test gegen die eigene U20 über zweimal 30 Minuten die zweite Hälfte im Tor. Nach Angaben der "Bild" hatte der Kapitän bei seinem Einsatz keinerlei Schwierigkeiten. Am Mittwoch steht ein weiterer Test gegen die U20 auf dem Programm. Das erste Testspiel endete mit einem7:1-Erfolg gegen die DFB-Junioren.

Die wichtigste Erkenntnis für Löw war aber, dass bei Neuer der verletzte Mittelfuß offenbar hält. Schon in den jüngsten Trainingseinheiten in der Sportzone Rungg hatte der Münchner Keeper einen starken Eindruck hinterlassen. Neuer hatte zuletzt am 16. September im Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Mainz 05 (4:0) im Tor gestanden und sich danach im Training den Mittelfuß gebrochen.

Jede Minute Spielpraxis zählt

Köpke hatte vor dem U20-Test erklärt, dass die Mittelfußverletzung der deutschen Nummer eins komplett ausgeheilt sei und Neuer im Training einen "sehr guten Eindruck" mache. Allerdings betonte der 56-Jährige auch: "Eine weitere relevante Trainingspause sollten wir uns nicht mehr erlauben." Letztendlich gehe es aber "auch ums Gefühl". "Wir müssen alle  gemeinsam ein Gefühl für die entscheidende Frage entwickeln: Reicht die Spielpraxis? Fühlt sich Manuel wieder wohl auf dem Platz, kann er Risiken und Räume und enge Spielsituationen wieder so abschätzen,  wie er das für sein offensives Torwartspiel braucht?", sagte Köpke.

"Bei diesem Prozess hilft ihm jede einzelne Minute eines Trainingsspiels. Denn diese spontanen Spiel- und Entscheidungs-Situationen sind ja genau das, was ich im normalen Torwarttraining nur schwer simulieren kann." Mit Neuer sei verabredet, dass man komplett offen miteinander umgehe. "Er kennt seinen Körper selbst am besten, er kennt auch sein Gefühl fürs Spiel am besten", so Köpke.

Und weiter: "Manuel kennt seine Verantwortung gegenüber den Mitspielern, gegenüber dem Trainerstab, man kann sagen: gegenüber ganz Deutschland." Hinter Neuer sei Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) die klare Nummer zwei im Team des Weltmeisters. Das Rennen zwischen Bernd Leno (Bayer Leverkusen) und Kevin Trapp (Paris St. Germain) sei laut Köpke dagegen offen.

Quelle: n-tv.de, sgu/sid