Fußball

DFB-Elf übt für die WM Rüdiger cool, Neuer geheim, Kroos abwesend

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"Wir werden sehen": Antonio Rüdiger.

(Foto: dpa)

Was machen die deutschen Fußballer in Südtirol? Manuel Neuer trainiert fleißig, Toni Kroos darf sich auf seinem Champions-League-Titel ausruhen und Antonio Rüdiger schweigt zu seinen Chancen, bei der WM in Russland dabeizusein.

Was sagt der Bundestrainer?

Nichts, zumindest nichts zu den Journalisten. Zur Fragerunde im WM-Trainingslager der Fußball-Nationalmannschaft in Eppan schickte der DFB heute Julian Draxler und Antonio Rüdiger ins Pressezelt. Und, was haben sie gesagt? Wir fassen das mal zusammen: Beide würden sehr gerne mit ihren Kollegen ab dem 14. Juni in Russland den 2014 in Brasilien gewonnenen Titel verteidigen, und das möglichst erfolgreich. Draxler ist sich sicher, dass er einer von 20 Feldspielern ist, die auf der endgültigen Kaderliste stehen, die Joachim Löw bis zum 4. Juni an die Fifa schicken muss. Rüdiger sagt dazu nix, außer: "Wir werden sehen."

Wie ist der Krankenstand?

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Fitnessprogramm: Jérôme Boateng.

(Foto: imago/DeFodi)

Mit Ausnahme von Jérôme Boateng ist der Bundestrainer mit allen 25 Spielern in die Woche in Südtirol gestartet. Der Innenverteidiger beschäftigt sich derweil nach einer Oberschenkelverletzung mit seinem Fitnessprogramm. Wie ist der Plan? "Ende der Woche kann er vielleicht teilweise mit der Mannschaft trainieren ", sagte Löw. Und mit dem Ball. Ansonsten steht der "Einstieg ins mannschaftstaktische Training" auf dem Programm. Fehlt nur noch Toni Kroos, der am Samstag in Kiew mit Real Madrid mal wieder die Champions League gewonnen hat. Der Mittelfeldspieler wird erst am kommenden Samstag in Italien aufkreuzen. Damit fehlt er auch am 2. Juni beim Testspiel (ab 18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Klagenfurt gegen Österreich. Der Rest ist streng geheim, zumindest die beiden Testspiele gegen die U20-Auswahl des DFB sind es. Das erste soll irgendwann an diesem Montag stattfinden.

Was macht Manuel Neuer?

Die DFB-Elf vor der WM

seit Mittwoch, 23. Mai
Trainingslager in Südtirol (bis 7. Juni)

Samstag, 2. Juni, 18 Uhr
Österreich - Deutschland in Klagenfurt

Montag, 4. Juni
DFB meldet Fifa endgültigen WM-Kader

Freitag, 8. Juni, 19.30 Uhr
Deutschland - Saudi-Arabien in Leverkusen

Dienstag, 12. Juni: Abflug nach Moskau

WM in Russland vom 14. Juni bis 15. Juli

Sonntag, 17. Juni
Deutschland - Mexiko in Moskau, 17 Uhr

Samstag, 23. Juni
Deutschland - Schweden in Sotschi, 20 Uhr

Mittwoch, 27. Juni
Deutschland - Südkorea in Kasan, 16 Uhr

Damit sind wir auch schon bei Manuel Neuer, der den Status als Patient längst abgelegt hat, voll mittrainiert und daran arbeitet, nach seinem Fußbruch bis zur Weltmeisterschaft fit zu werden. Steht der bei den geheimen Tests im Tor? Und wenn ja, in welchem? Entscheidend wird sein, ob er am Samstag im Wörthersee-Stadion gegen die nicht für das wichtigste Fußballturnier des Planeten qualifizierten Österreicher aufläuft - und alle sich abseits aller Geheimnisse ein Bild davon machen können, wie gut Neuer drauf ist. Der Bundestrainer hatte es ja gesagt: ohne Spielpraxis keine WM. Und wenn WM, dann als Nummer eins. Neuer selbst lässt ausrichten, er befinde sich auf einem guten Weg. "Der Fitnesszustand ist gut. Ich denke, dass die Trainer sehr zufrieden sind." Weil das zuletzt auch schon beim FC Bayern der Fall gewesen sei, sei er "wirklich guter Dinge". Hemmungen in den Zweikämpfen habe Neuer "eigentlich nicht". Jede Situation, die er in Eppan im Training erlebe, bringe ihn weiter. "Wenn man zurückzieht, kann oft mehr passieren, als wenn man durchzieht. Wenn man als Torwart Hemmungen hat, ist das nicht der richtige Ratschlag." Müssen wir erwähnen, dass der 32 Jahre alte Schlussmann seit seinem dritten Mittelfußbruch vor acht Monaten kein Spiel mehr bestritten hat? Vermutlich nicht.

War sonst noch was?

Wer in 17 Tagen als Zuschauer zur WM reist, muss sich nicht um sein Wohlergehen sorgen. Sagt Sergej Netschajew. Der ist zwar möglicherweise befangen, weil er Russlands Botschafter in Berlin ist. Andererseits kennt er sich bestimmt gut aus. Jedenfalls gibt er sich überzeugt: "Normalerweise kümmern wir uns sehr um die Sicherheit und ich bin absolut sicher, dass die Maßnahmen, die ergriffen werden, während der Austragung der Spiele sehr zuverlässig sein werden." Kurzum: "Keine Sorgen, liebe Kolleginnen und Kollegen, kommen sie nach Russland und sie werden die russische Gastfreundschaft genießen." Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Frankreich hatten russische Hooligans in Marseille schwer gewütet. Solche Bilder seien nun nicht zu erwarten, sagt Botschafter. "Ich glaube, dass diese Krawalle ein bisschen übertrieben sind. Das ist keine russische nationale Gewohnheit."

Und wer ist der Klassenclown des Tages?

Sagen wir es so: Die betonte Coolness des Innenverteidigers Antonio Rüdiger bei der Pressekonferenz in Eppan hatte einen gewissen Unterhaltungswert. Desinteresse an den Fragen der Journalisten wird es ja nicht gewesen sein, dass er bei vielen Fragen, die an beide Spieler, also an Julian Draxler und ihn gingen, einfach lässig mit dem Daumen auf den Kollegen deutete. Ansonsten gilt: "Wir werden sehen, was passiert." Der Bundestrainer jedenfalls "weiß, was er an mir hat". Das glauben wir auch.

Quelle: n-tv.de

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