Fußball

DFB-Elf in der Einzelkritik Gerd Gnabry und die wilde 13

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Serge Gnabry trifft und trifft fürs DFB-Team. Die 13 ist für ihn aktuell eine Glückszahl.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Er ist der Quotenmann in der deutschen Fußball-Nationalelf: Nach drei Toren gegen Nordirland im EM-Qualifikationsspiel kommt Serge Gnabry auf genauso viele Spiele wie Tore - das gelang vor ihm keinem Geringeren als Gerd Müller. Was passiert nur, wenn Leroy Sané wieder dabei ist? Und vergessen wir nicht Jonas Hector.

Sieh' an, das Beste kam zum Schluss. Was die deutsche Fußball-Nationalelf in der finalen Partie des Länderspieljahres am Dienstagabend in Frankfurt am Main gezeigt hat, war nicht nur nicht schlecht, sondern richtig gut. Mit 6:1 (2:1) besiegte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw im letzten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2020 ein am Ende überfordertes Team aus Nordirland und beendet damit ihre Gruppe C auf dem ersten Tabellenplatz. Was das für die Auslosung der EM-Gruppen am 30. November in Bukarest bedeutet, wird sich weisen. Sicher ist: Das DFB-Team wird aufgrund der Gruppenkonstellationen alle Vorrundenspiele in München absolvieren.  "Das ist natürlich ein Vorteil. Da kann man jetzt planen und muss nicht reisen", so Löw. Vor allem war es ein Spiel, mit dem sich die DFB-Elf selbst vergewissert hat, was in ihr steckt. Und das ist viel, wenn es einmal läuft.

Den Rückstand in der siebten Minute durch Michael Smith nahmen die Deutschen zur Kenntnis, aber sie ließen sich vor 42.855 Zuschauern im nicht ausverkauften Waldstadion nicht aus dem Konzept bringen. Bis zur Pause brachten Serge Gnabry in der 19. und Leon Goretzka in der 43. Minute ihr hochüberlegenes und hochmotiviertes Team in Führung. Nach dem Seitenwechsel ging die Show der beiden dann weiter. Gnabry erhöhte in der 47. und 60. Minute auf 4:1, ehe Goretzka das 5:1 (73.) besorgte. Den Schlusspunkt zum 6:1 setzte Julian Brandt in der Nachspielzeit. Und, geht Deutschland jetzt als Favorit in die EM? Das ist natürlich Quatsch. Aber das Potential der Mannschaft darf die Freundinnen und Freunde der DFB-Elf, die sich noch gut an das Desaster bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland erinnern, durchaus auf einen spannenden Sommer hoffen lassen. Bis es so weit ist, hier eine kleine Bilanz der Qualifikation und die deutschen Spieler in der Einzelkritik:

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Beim frühen Treffer der Nordiren ohne Chance: ter Stegen.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Marc-André ter Stegen: Die Frage, wer die deutsche Nummer eins ist, hat der Bundestrainer längst und bis auf weiteres mit Manuel Neuer beantwortet. Da er aber noch mindestens einen weiteren Torhüter in seinem Kader hat, der das Prädikat weltklasse verdient, bekam der 27 Jahre alte Keeper des FC Barcelona zum ersten Mal in diesem Jahr seine Chance in einer Partie, die in der Sprache der Fußballer so unschön Pflichtspiel heißt. Will meinen: Erstmals in dieser EM-Qualifikation stand ter Stegen im Tor. In seinem 24. Länderspiel musste er früh besagten Treffer von Smith hinnehmen, ohne bei diesem famosen Schuss von Smith irgendeine Chance gehabt zu haben. Auch sonst zeigte er sich tadellos, im Grunde hat auch niemand etwas anderes von ihm erwartet. Allerdings hatte er auch nicht furchtbar viel zu tun. "Ich weiß gar nicht, ob er überhaupt einen Schuss halten musste", sagte der Bundestrainer. "Dem Marc war es nach dem Spiel relativ kalt." Seine EM-Chance: Die liegt bei 100 Prozent, zu seinem Leidwesen wohl als beste Nummer zwei des Kontinents. Um den Platz als Nummer drei dürften sich Bernd Leno vom FC Arsenal und der Frankfurter Kevin Trapp streiten, der derzeit verletzt ist. Beide haben in der EM-Qualifikation nicht gespielt. Oder Löw überrascht und nimmt den jungen Schalker Alexander Nübel mit, der bisher noch nicht für die DFB-Elf gespielt hat.

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Ein Gewinner des Länderspieljahres: Klostermann.

(Foto: dpa)

Lukas Klostermann: Der 23 Jahre alte Leipziger gehört am rechten Ende der Viererabwehrkette zu den Gewinnern dieses Länderspieljahres. In sechs von acht Qualifikationspartien war er dabei, fehlte nur zum Auftakt Ende März beim 3:2 in Amsterdam gegen die Niederlande und beim 8:0 gegen Estland Anfang Juni in Mainz. Wie stets gegen schwächere Gegner agierte er auch gegen Nordirland, weil defensiv wenig gefordert, sehr offensiv. Und auch, wenn das mit dem Flanken nicht sein liebstes Hobby zu sein scheint, verbuchte er in seinem achten Länderspiel doch einen Scorerpunkt. Gnabrys 3:1 bereitete er prima vor. EM-Chance: Er sollte sich für die Zeit vom 12. Juni bis womöglich zum 12. Juli kommenden Jahres nichts vornehmen. Auch, weil Joshua Kimmich nun im Mittelfeld spielt und nicht mehr den rechten Außenverteidiger gibt, wird Klostermann dringend gebraucht. Nach 65. Minuten war Schluss. Für ihn kam der 24 Jahre alte Berliner Niklas Stark auf den Rasen und endlich, endlich im zehnten Anlauf zu seinem ersten Länderspiel. Er rückte in die Innenverteidigung, Emre Can ins defensive Mittelfeld und Kimmich dann doch auf die rechte Verteidigerposition. Die lange Geschichte von Starks verpassten Chancen erzählen wir jetzt nicht noch einmal. Und weil wir keine Ahnung haben, wie das mit ihm und der Nationalelf weitergeht, wagen wir auch keine EM- Prognose.

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Nach seiner Sperre wieder dabei: Can.

(Foto: REUTERS)

Emre Can: Nach seiner Rotsperre im Spiel gegen Weißrussland war der 25 Jahre Allrounder von Juventus Turin wieder dabei. Und obwohl er sich eigentlich als defensiver Mittelfeldspieler versteht, hat er in seinem 25. Länderspiel wieder bewiesen, dass er es auch in der Innenverteidigung kann. Robust und zweikampfstark genug ist er ja, wenn auch bisweilen etwas unfair. Aber als, siehe oben, Stark eingewechselt wurde, durfte Can auch weiter nach vorne. Da klappte es dann mit dem Aufbauspiel auch gleich viel besser. Bis dahin räumte er ab, was es abzuräumen gab. Auch wenn das, bei Flutlicht betrachtet, allzu viel dann auch nicht war. Insgesamt kommt er in diesem Jahr auf drei Qualifikationsspiele. EM-Chance: Seine Flexibilität und seine Dynamik könnten den Ausschlag geben.

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Wieder in der Startelf: Tah.

(Foto: dpa)

Jonathan Tah: Wenn er auf sein Jahr in der DFB-Elf zurückblickt, wird er mutmaßlich irgendwann auch an das 2:4 gegen die Niederlande Anfang September in Hamburg denken, bei dem es nicht so gut für den 23 Jahre alten Innenverteidiger von Bayer 04 Leverkusen lief. Andererseits zeigte er drei Tage später beim 2:0 in Belfast im Hinspiel gegen Nordirland nach seiner Einwechslung eine souveräne Vorstellung - wie auch nun im Großen und Ganzem in seinem neunten Länderspiel in Frankfurt, auch wenn er bisweilen etwas langsam in seinen Reaktionen wirkt. Er stand übrigens erstmal seit Hamburg wieder in der Startelf. Insgesamt war er in dieser Qualifikation bei vier von acht Partien dabei. Was heißt das für seine EM-Chance? Zählen wir nach: Mit dem Mönchengladbacher Matthias Ginter saß der derzeitige Innenverteidiger Nummer eins im Waldstadion auf der Bank. Er glänze nicht nur beim 4:0 gegen Weißrussland mit seinem Debüttor für die Nationalelf, sondern ist auch sonst eine Bank und absolvierte sechs Qualifikationspartien. Er ist bei der EM dabei. Mit Niklas Süle vom FC Bayern ist er eigentliche Abwehrchef verletzt. Bis zu seinem Kreuzbandriss Ende Oktober war er in allen sechs Qualifikationsspielen dabei. Ob er zum Turnier wieder fit ist, bleibt vorerst die große Frage. Antonio Rüdiger vom FC Chelsea soll nach seiner Leistenoperation am Mittwoch wieder ins Training einsteigen. In dieser Saison spielte er erst 45 Minuten im September in der Premier League. In der EM-Qualifikation kam er nur im ersten Spiel in den Niederlanden zum Einsatz. Thilo Kehrer von Paris Saint-Germain kann auch Innenverteidiger spielen trainiert nach seiner langwierigen Fußverletzung schon seit zwei Wochen wieder. In der EM-Qualifikation spielte er Ende März in Amsterdam und Anfang Juni in Mainz, da auf der rechten Abwehrseite. Niklas Stark hatten wir erwähnt, bleibt noch Robin Koch vom SC Freiburg, der gegen Weißrussland am Samstag seine Pflichtspielpremiere feierte und einen guten Eindruck hinterließ. Sagen wir es so: Wir tippen, dass Tah mit auf die sommerliche Europatour geht - aber eben erstmal nur bis München.

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Volagengeber Hector.

(Foto: dpa)

Jonas Hector: Er ist wieder da. Seit bis dato letztes Spiel für die DFB-Elf war das 3:0 im Test gegen Russland vor über einem Jahr in Leipzig. Da wollte der Bundestrainer doch glatt mal sehen, wie er sich so gemacht hat, zumal der Dortmunder Nico Schulz nach seiner Verletzung zuletzt gegen Belarus in seinem fünften EM-Qualifikationsspiel auf der linken Abwehrseite nicht überzeugte. Und der Leipziger Marcel Halstenberg, der in der Qualifikation dreimal zum Einsatz kam, trainiert nach seinem Muskelfaserriss erst wieder individuell. Also spielte der 29 Jahre alte Hector - und nutzte in seinem 43. Länderspiel seine Chance. Er gab die Vorlagen zum 1:1 und 2:1 und war ähnlich offensiv wie sein Kollege Klostermann auf der anderen Seite, nur eben effektiver - nachdem er sich am Anfang einige Fehlpässe geleistet hatte. Wir nehmen mal an, dass der Bundestrainer sehr viel von dem gesehen hat, was er sehen wollte: Einen lauf- und zweikampfstarken Linksverteidiger, der um seinen Platz in der Mannschaft kämpft. EM-Chance: Wenn er so weitermacht, ist er dabei.

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Schnell und zweikampfstark: Kimmich.

(Foto: REUTERS)

Joshua Kimmich: Toni Kroos hat ihn in dieser Woche tatsächlich "Giftzwerg" genannt, es aber, Sie ahnen es, positiv gemeint. Was er damit meinte: Es ist gut, so einen Abräumer in der Mannschaft zu haben, der den etwas offensiveren Kollegen den Rücken freihält. Was allerdings nicht die Frage beantwortet, warum er neuerdings sein weißes Trikot so sehr weit in die schwarze Hose steckt. Der 24 Jahre alte Spieler des FC Bayern gehört mit Kroos und Ilkay Gündogan zu der Mittelfeldachse, von der nicht nur der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann in höchsten Tönen schwärmt. "Wie sie zuletzt gespielt haben, das ist allerhöchstes Niveau. Da musst du erst mal einen Gegner finden, der solch ein Mittelfeld hat. Da können wir ruhig mal schauen: Spanien, Frankreich, England - was haben die da zu bieten?", sagte er im Interview mit n-tv.de, das Sie später in voller Länge lesen können. In seinem 48. Länderspiel räumte er als Sechser im defensiven Mittelfeld, ähnlich wie hinter ihm Can, mit seiner Zweikampfstärke das ab, was es abzuräumen gab und lenkte den Spielaufbau mit klugen und präzisen Pässen. Als einziger Spieler seiner Mannschaft stand er nicht nur in allen acht Spielen in dieser EM-Qualifikation auf dem Platz, sondern das jeweils über die volle Distanz. EM-Chance? Das ist jetzt keine ernsthafte Frage, oder? Und nur so am Rande: Rechter Außenverteidiger kann er auch.

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Als Kapitän unterwegs: Kroos.

(Foto: REUTERS)

Toni Kroos: Nach seinem überragenden Auftritt beim 4:0 gegen Weißrussland gehörte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler von Real Madrid auch in seinem 96. Länderspiel zu den Besseren. Und da Neuer ja nicht dabei war, durfte er als Kapitän auflaufen. Führte sich mit einer schönen Kopfballvorlage auf Smith ein, der dann prompt das Tor zur Führung für die Nordiren erzielte. Das hat ihn aber nicht groß gejuckt, jedenfalls war seine nächste sehenswerte Aktion ein sehr langer und durchaus traumhafter Pass auf den Kollegen Gnabry, der danach ausnahmsweise mal kein Tor schoss. Außerdem gab Kroos noch die Vorlage zum 6:1. Wie wertvoll er aber für die Mannschaft ist, bemisst sich vor allem daran, dass er jederzeit willens und in der Lage ist, dem Spiel seiner Mannschaft Struktur zu verleihen, zumal wenn der "Giftzwerg" hinter ihm absichert. Wieviele Qualifikationsspiele er, also Kroos, gemacht hat, ist eigentlich egal. Aber es waren fünf, dabei erzielte er drei Tore und servierte dreimal für einen Mitspieler. EM-Chance: Wenn einer die DFB-Elf erfolgreich durch das Turnier führt, dann er.

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Glänzte als Ballverteiler: Gündogan.

(Foto: dpa)

Ilkay Gündogan: Der von Klinsmann so Gelobte ("Gündogan ist mehr der Spielgestalter, er lässt sich immer wieder fallen.") kommt auch auf immerhin sieben Qualifikationspartien, nur beim Hinspiel gegen die Nordiren war er nicht dabei. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler von Manchester City wirkte in seinem 37. Länderspiel als Regisseur zwischen Defensive und Offensive vor den Kollegen Kimmich und Kroos. Er gefiel vor allem in der ersten halben Stunde als Ballverteiler mit klugen Zuspielen, konnte letztlich nicht die final entscheidenden Zuspiele für sich verbuchen. An Entschlossenheit mangelte es ihm aber vor allem in der zweiten Halbzeit nicht. Und wir müssen doch wohl nicht darüber reden, was für ein feiner Fußballer und großartiger Techniker er ist? EM-Chance? Gesetzt. Keine Frage. Das gilt auch für das Leverkusener Supertalent Kai Havertz, der in der Qualifikation drei Mal spielte, aber wegen eines Muskelfaserisses in Frankfurt fehlte. Auch den Dortmunder Marco Reus, der sich mit seinem Knöchel plagt, dürfte Löw weiter ganz oben auf seinem Zettel haben. Er hat sechs Partien in der Qualifikation absolviert, fehlte nur in den letzten beiden Spielen. Doch was ist mit Julian Draxler? Er war nur in den beiden Spielen im Juni dabei, beim 2:0 in Weißrussland und beim 8:0 gegen Estland. Der Weltmeister von 2014 ist nach seiner langwierigen Fußverletzung bei Paris Saint-Germain wieder dabei und braucht vor allem Spielpraxis. Ob ihn bei der DFB-Elf jemand vermisst hat?

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Doppeltorschütze Goretka.

(Foto: imago images/MIS)

Leon Goretzka: Apropos Gewinner, der 24 Jahre alte Mittfeldspieler des FC Bayern macht sich langsam, aber sicher unentbehrlich, auch wenn er in der Nationalmannschaft offensiver spielen muss als im Verein. In seinem 25. Länderspiel war es wieder die rechte Angriffsseite, und prompt erzielte er seine Treffer zehn und elf. Bei seinem ersten Tor, dem wichtigen 2:1 kurz vor der Pause, grätschte er den Ball mit Nachdruck und etwas Glück und einem ganzen Pfosten über die Linie, beim zweiten, dem nicht mehr ganz so wichtigen 5:1, traf er mit einem präzisen Schuss vom Rand des Sechzehnmeterraums. Geht doch. Oder wie es Löw sagte: "Er hat drei Tore gemacht in zwei Spielen, das ist für einem Mittelfeldspieler schon sehr gut." Das riecht doch nach Stammplatz, der Bundestrainer sprach von Goretzka als "feste Größe". Bei fünf der acht Qualifikationsspiele war er dabei, das lässt sich gut an. EM-Chance: Er ist halt eine "feste Größe", dann wohl auch im Sommer. In der 73. Minute nahm Löw ihn raus und brachte den 22 Jahre alten Schalker Suat Serdar, der jetzt auf drei Länderspiele kommt, zwei davon in der Qualifikation. EM-Chance: Schwer einzuschätzen bei einem, der bisher immer nur eingewechselt wurde. Wir tippen mal: eher nicht.

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13 Mal rühren: Gnabry.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Serge Gnabry: Im Jahr 1969, also vor einem halben Jahrhundert, gab es einen Mann in der deutschen Nationalmannschaft, der schoss in seinen ersten 13 Länderspielen 13 Tore. Gerd Müller heißt der Mann, von dem damals noch niemand ahnte, dass er einmal mit 365 Treffern für den FC Bayern der Rekordtorschütze der Bundesliga werden sollte und es auch heute noch ist. Und was die Quote betriff, ist er auch im Nationaltrikot unübertroffen. Als Rekordtorschütze in der DFB-Elf hat ihn dann Miroslav Klose Miroslav Klose übertroffen. Aber während Müller in 62 Spielen für Deutschland 68 Mal traf, brauchte Klose für seine 71 Treffer 139 Einsätze. Deshalb, und weil er ein feiner Kerl ist, hat er, der ja auch noch WM-Rekordtorschütze ist, immer wieder betont, dass er sich niemals mit dem großen Gerd Müller vergleichen würde. Richtig böse wird Klose, wenn man diesen Vergleich wagt. Und so wollen wir auch nicht Gnabry mit Müller vergleichen, sondern nur kurz darauf hinweisen, dass er, also Gnabry, nach seinen drei Toren gegen Nordirland in seinen ersten 13 Länderspielen 13 Tore erzielt hat. Wenn einer einen Lauf hat, dann er. Mit welcher Leichtigkeit und Kunstfertigkeit er eine Tore erzielt, ist schon ein Genuss. In sieben Qualifikationsspielen hat er acht Mal getroffen. Und dabei ist der Kerl erst 24 Jahre alt. EM-Prognose: Wenn einer dafür sorgen kann, dass die DFB-Elf bei der EM überrascht, dann er. Er, und der derzeit verletzte Leroy Sané von Manchester City, der in den drei Qualifikationsspielen, in denen er dabei war, immerhin dreimal traf. Wir zitieren noch einmal aus dem Interview mit Klinsmann: "Wir haben mit Serge Gnabry, der ein gigantisches Jahr hinter sich hat, und mit Sané zwei Mega-Offensivkräfte, um die sich alle reißen würden." Neun Minuten vor dem Ende der Partie durfte Gnabry dann raus. Es kam der 23 Jahre alte Leverkusener Nadiem Amiri in die Partie und zu seinem dritten Länderspiel, dem zweiten in der Qualifikation. EM-Prognose: Wie bei Serdar: Lieber keine, noch zählt er zu der Kategorie Ergänzungsspieler, wenn viele verletzt sind.

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(Foto: dpa)

Julian Brandt: Das 31. Länderspiel des 23 Jahre alten Dortmunders war eines seiner besseren. Das 4:1 legte er vor, als er Gnabry quasi durch zwei Nordiren hindurch anspielte. Und den Schlusspunkt zum 6:1 setzte er selbst. Es war sein drittes Tor für die Nationalelf, er kommt auf stattliche sechs Partien in der Qualifikation, nur in Amsterdam zum Auftakt und beim Schützenfest gegen Estland in Mainz kam er nicht zum Zuge. Allerdings wird ihm nachgesagt, dass er bisweilen etwas zu lässig, mithin nicht konsequent und effektiv genug spielt. Auch in Frankfurt vermittelte er zeitweise diesen Eindruck, hier ein sinnloser Sprint, da ein unsauberer Pass - um dann aber wieder sehr energisch zur Sache zu gehen. Vielleicht hat er doch noch mit der Umstellung vom beschaulichen Leverkusen zum medial viel mehr im Fokus stehenden BVB zu kämpfen, denn auch im Verein läuft es nicht immer rund. EM-Prognose: Wird schon, das Potential hat er, und er ist ja noch jung. Das gilt auch für den Leipziger Timo Werner. Der Angreifer saß in Frankfurt auf der Bank und hatte zuvor in fünf Qualifikationsspielen zweimal getroffen. Und dem Freiburger Luca Waldschmidt wünschen wir vor allem gute Besserung. Er hatte gegen Weißrussland in seinem zweiten Qualifikationsspiel nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung eine Mittelgesichtsfraktur, einen Außenbandanriss im rechten Knie, einen Anriss des Innenbandes und der vorderen Syndesmose im Sprunggelenk sowie einen kleinen Muskelfaserriss in der Wadenmuskulatur erlitten und fällt länger aus.

Quelle: n-tv.de