Fußball

Emotionales Startelf-Comeback Halstenbergs Tränen nach dem Traumtor

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"Ich habe an meine Eltern gedacht", sagte Halstenberg.

(Foto: IMAGO/Jan Huebner)

Marcel Halstenberg hat schwere eineinhalb Jahre hinter sich. Zwar fährt er mit zur EM 2021, doch schon zuvor beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt: Sein Vater stirbt an Krebs, er selbst laboriert an einer schweren Verletzung. Jetzt ist er zurück in der Startelf von RB Leipzig - und wie.

Marcel Halstenberg blickte in den schwarzen Himmel über Leipzig und trabte zur Eckfahne vor den nahezu leeren Gästeblock, als wollte er einen Augenblick mit sich und der Welt allein sein. Sein Tor gegen Hoffenheim beim ersten Startelf-Einsatz seit fast elf Monaten war für den Nationalspieler von RB Leipzig so etwas wie ein Happy End einer emotionalen Achterbahnfahrt, die im Herbst 2020 begann und Halstenberg an seine Grenzen führte. "Ich bin in Richtung Eckfahne gelaufen und habe an meine Eltern gedacht", berichtete er nach dem 3:0-Erfolg.

Nach dem Spiel ruhte der Linksverteidiger in sich, machte einen tiefenentspannten Eindruck. Kurz nach seinem Tor hatte er noch mit den Tränen gekämpft. Es war eben kein Spiel, wie jedes andere. "Ich habe im Training immer Gas gegeben. Es ist schön zu wissen, dass das Trainerteam hinter einem steht", sagte der 30-Jährige.

Dortmund-Wechsel platzte jäh

Seine aufwühlenden anderthalb Jahre begannen im Herbst 2020, als sein Vater an Knochenkrebs starb. Für den Familienmenschen Halstenberg ein schwer zu ertragender Schicksalsschlag. Sportlich blieb er dank des Rückhalts von Freunden und der Familie in der Spur, nahm im Sommer 2021 gar an der Europameisterschaft teil.

Bei seinem Klub begann es aber zu haken. Der 2022 auslaufende Vertrag sollte verlängert werden, doch Halstenberg sah seine Leistungen in dem ihm vorgelegten Angebot nicht genug gewürdigt. Ein Abschied schien unausweichlich, in Borussia Dortmund war der neue Arbeitgeber auch schon gefunden. Doch der Wechsel platzte aus diversen Gründen und Halstenberg laborierte zudem an einer Kapselverletzung, die ihn letztlich fast ein Jahr seiner Karriere kosten sollte.

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Anfang März trug er im Pokal ausgerechnet in seiner Heimat Hannover erstmals wieder das RB-Trikot. Am Sonntag gegen Hoffenheim reichte es dann für die Startelf. Und als ein Pressschlag von Konrad Laimer im Strafraum vor Halstenbergs starkem linken Fuß landete, hielt der einfach drauf - es war ein perfekter Schuss ins Glück. Und nach einigen Sekunden, die Halstenberg für sich allein hatte, wurde er gänzlich von den jubelnden Mitspielern vereinnahmt. Selbst Abwehrchef Willi Orban rannte über den halben Platz, um Halstenberg zu gratulieren. Allen war der besondere Moment bewusst.

Es könnten noch weitere besondere Momente hinzukommen - auch im Leipziger Trikot. Denn zwischen der Partei Halstenberg und der Klub-Führung stimmt die Atmosphäre dem Vernehmen nach wieder, man befindet sich in Gesprächen über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages. Die Vollzugsmeldung dürfte nur eine Frage der Zeit sein.

Quelle: ntv.de, Tom Bachmann, dpa

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