Fußball

Löws DFB-Elf in der Einzelkritik Ist das die Neue Deutsche Fußballwelle?

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Läuft: Kai Havertz, Thilo Kehrer, Serge Gnabry, Leroy Sané und Timo Werner zelebrieren den DFB-Sieg gegen Russland.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Eine Halbzeit toll, eine eher langweilig: Auf den klaren Sieg gegen die russische Partycombo kann die deutsche Fußballnationalelf zumindest aufbauen. Egal, ob das mit der Nations League noch klappt.

Souverän war's, keine Frage. Und in der ersten Halbzeit auch mitreißend. Aber die Neue Deutsche Fußballwelle war das nicht, zumindest noch nicht. Immerhin: Eine junge Nationalmannschaft hat am Donnerstagabend vor nur 35.288 Zuschauern im nicht annähernd ausverkauften Zentralstadion in Leipzig mit 3:0 (3:0) gegen Russland gewonnen. Die Tore von Leroy Sané in der achten, Niklas Süle in der 25. und besonders der Treffer von Serge Gnabry in der 40. Minute waren sehr schön. Die DFB-Elf machte einen munteren Eindruck, Bundestrainer Joachim Löw durfte unwidersprochen vom Tempo und der Dynamik seiner Spieler schwärmen: "Von daher war das sehr gut in der ersten Halbzeit."

Deutschland - Russland 3:0 (3:0)

Deutschland: Neuer - Ginter, Süle, Rüdiger (60. Tah) - Kehrer, Kimmich, Havertz (65. Rudy), Hector (70. Schulz) - Sané (77. Goretzka), Gnabry (73. Müller), Werner (65. Brandt). - Trainer: Löw
Russland: Lunew - Nababkin (79. Semjonow), Neustädter, Dschikija, Rausch (71. Kudrjaschow) - Gasinski, Kusjajew (71. Kambolow) - Ionow (75. Polos), Jerochin, Alexej Mirantschuk (61. Anton Mirantschuk) - Ari (55. Sabolotni). - Trainer: Tschertschessow
Schiedsrichter: Schärer (Schweiz)
Tore: 1:0 Sané (8.), 2:0 Süle (25.), 3:0 Gnabry (40.)
Gelbe Karte: Jerochin (64.)
Zuschauer: 35.288

Die zweite Halbzeit aber war schlecht, das Spannendste war der Flitzer in der 89. Minute, der mit einer russischen Fahne in der Hand über den Rasen rannte und sich vor dem deutschen Torhüter Manuel Neuer auf den Boden warf. Es ist ja so: Es klappt halt alles besser, wenn es nicht gegen die Franzosen oder die Niederländer, sondern gegen eine durch einige Ausfälle geschwächte Partycombo aus Russland geht, die sich nicht ernsthaft wehrte. Als Gastgeber hatten die Russen das Viertelfinale der Weltmeisterschaft erreicht und stehen nun davor, in die Liga A der Nations League aufzusteigen. Die Zufriedenheit habe, sagte ihr Trainer Stanislaw Tschertschessow, sein Team wohl veranlasst, nicht allzu aggressiv zu Werke vorzugehen. "Wir haben es etwas langsamer angehen lassen." Die Deutschen hingegen hätten in jüngster Zeit ja nicht so gute Ergebnisse erzielt. Das stimmt.

Und so geht es für die DFB-Elf am Montag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Gelsenkirchen gegen die Niederlande darum, nicht aus der Eliteklasse der Nationenliga abzusteigen; allerdings nur, wenn Oranje nicht an diesem Freitagabend gegen Frankreich gewinnt. Grundsätzlich ringt die DFB-Elf seit dem Vorrunden-Aus bei der WM um einen Umbruch. Und so hatte Löw nur sechs WM-Teilnehmer in der Startelf beordert und mit Neuer und Matthias Ginter nur noch zwei Weltmeister von 2014. Das hieß auch: Mats Hummels und Thomas Müller saßen auf der Bank. Aber es geht nicht nur um einen Umbruch, es geht auch darum, bei den Menschen wieder beliebter zu werden, auf dass die Stadien irgendwann wieder voll werden. In dieser Woche besuchten einige Spieler eine Schule in Leipzig, andere waren bei einem Fußballklub. Sich selbst haben sie neue Regeln gegeben, hatte Manager Oliver Bierhoff der Zeitschrift "Sportbild" erzählt. So sind von nun an Handys beim Essen verboten. Und die Trikots wollen sie nach dem Spiel stets richtig gewendet in die Wäsche geben. "Das hat was mit Respekt gegenüber dem Zeugwart zu tun." Die deutschen Sympathieträger in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Mutmaßlich war es dem Bundestrainer nicht unlieb, dass Marc-André ter Stegen in Barcelona blieb, um seine Schulterprobleme auszukurieren. Da bleibt ihm wenigstens die Diskussion über das Leistungsprinzip erspart. Denn der 32 Jahre alte Neuer ist nach langer Verletzungspause noch nicht wieder der Neuer, der er einmal war. Die Zahlen jedenfalls sprechen gegen ihn. In der Liga wehrte er von 26 Schüssen auf sein Tor zwölf ab. Damit belegt er den letzten Platz in der Rangliste der Torhüter mit mindestens sechs Spielen in dieser Saison. Erstmals in seiner Karriere hat er weniger als die Hälfte der Schüsse pariert. In seinen besten Jahren lag sein Wert stets bei etwa 80 Prozent. In seinem 83. Länderspiel allerdings hatte er nicht viel zu halten. Nach einer halben Stunde spielte er einen etwas riskanten Pass auf Jonas Hector, aber der Gegner nutzte das nicht aus. Und sein Ausflug in der 83. Minute in die Gefilde jenseits der Sechzehnmeterlinie sah zwar etwas wild aus, blieb aber ebenfalls folgenlos. Fazit: Passt schon, mit den Rückpässen seiner Kollegen hatte er keine Probleme.

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Thilo Kehrer machte in der DFB-Abwehr einen ordentlichen Job.

(Foto: imago/Eibner)

Thilo Kehrer: Der 22 Jahre alte Verteidiger von Paris Saint-Germain begann sein drittes Länderspiel am rechten Ende der Fünferabwehrkette mit einigen starken Offensivaktionen und vertikalen Pässen nach Art eines Jérôme Boateng, den Löw dieses Mal nicht eingeladen hatte. Kehrer war es, der vor dem ersten Tor einen herrlichen Steilpass auf Gnabry spielte, der dann den Ball nur noch quer zu Sané spielen musste, und schon stand es nach acht Minuten 1:0. Defensiv gab's nicht allzu viel zu tun, und nach der Pause ließ er es wie seine Kollegen nach russischer Manier etwas langsamer angehen. Insgesamt aber hat er das gut gemacht. Nach dem 1:2 in Paris gegen Frankreich Mitte Oktober war es seine zweite Partie von Beginn an. Es spricht viel dafür, dass am Montag die dritte folgt.

Matthias Ginter: Als einer von drei Innenverteidigern machte der 24 Jahre alte Mönchengladbacher in seinem 23. Länderspiel einen soliden Job. Hatten wir erwähnt, dass die Abwehr insgesamt an diesem empfindlich kühlen Novemberabend in Leipzig nicht sonderlich gefordert war? So sicherte Ginter auf der rechten Seite solide bis souverän ab, was es abzusichern gab, zumal in der ersten Halbzeit die seltenen Vorstöße der Gäste über seine Seite kamen. Kopfball kann er gut. Weitermachen!

Niklas Süle: Da der Münchner Mats Hummels - mutmaßlich gesund - auf der Bank saß und Boateng wie erwähnt nicht dabei war, durfte sein 23 Jahre alter Vereinskollege den Abwehrchef geben. Eine Aufgabe, die er in seinem 15. Länderspiel ebenso selbstbewusst wie unauffällig erledigte. Und das ist ja nicht das Schlechteste, was man über einen Defensivspieler sagen kann. Die wenigen ernsthaften Laufduelle, zu denen die Russen ihn herausforderten, hat er alle gewonnen. Und er hat ein Tor geschossen, sein erstes für die DFB-Elf. Wie er, nachdem ihm der Ball vor die Füße gefallen war, diesen in der 25. Minute in die lange überlegte Ecke schob, das war schon abgezockt, auch wenn ihn niemand beim Zielen störte. Hinterher gab er sich bescheiden: "Wir sind auf einem guten Weg. Ansprüche auf einen Stammplatz würde ich nie öffentlich anmelden. Dazu habe ich zu viel Respekt." Er dürfte wissen, dass er das auch gar nicht muss. Die Zeit läuft für ihn und die jungen Kollegen.

Antonio Rüdiger: Vielleicht liegt's am leicht staksigen Laufstil, vielleicht an seinen bisweilen hektisch anmutenden Zweikämpfen. Aber auch nach 28 Länderspielen wirkt der 25 Jahre alte Innenverteidiger des FC Chelsea immer noch ein wenig wie der Zappelphilipp der Mannschaft. Ist aber nicht böse gemeint. In der 18. Minute rutschte Rüdiger im eigenen Strafraum aus und flog am Ball vorbei, doch Russlands Aleksandr Erokhin schoss ihn, also den Ball, über das Tor. Kurz nach der Pause ließ er sich von Alexej Ionov auswackeln. Sonst war aber alles gut, wirklich. Nach einer Stunde war Schluss. Für ihn kam der Kapitän der U21, der 22 Jahre alte Jonathan Tah von Bayer 04 Leverkusen in die Partie und zu seinem vierten Länderspiel. Fügte sich gut in die Dreierkette ein, bleibt aber vorerst Ersatzmann. Denn schließlich gibt es ja auch und immer noch Hummels und Boateng.

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Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung hatte Jonas Hector in der linken Defensive fast alles im Griff.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Jonas Hector: Der Bundestrainer gab unmittelbar nach dem Spiel Entwarnung: "Es ist nicht ganz so schlimm, wie es zunächst aussah. Er hat eine Knöchelprellung, das Gelenk ist dick geschwollen und die Haut ist etwas aufgeschürft. Aber es ist nichts gebrochen und wohl auch nichts an den Bändern." Was war passiert? Erokhin hatte Hector in der 64. Minute an der Seitenlinie so böse gefoult, dass der nicht weitermachen konnte. Sechs Minuten spielte die deutsche Mannschaft in Unterzahl, dann wechselte der Bundestrainer den 25 Jahre alten Niko Schulz ein. Der Hoffenheimer wäre ohne diesen Zwischenfall wohl nicht zu seinem dritten Einsatz für die DFB-Elf gekommen. Denn der drei Jahre ältere Hector vom Zweitligisten 1. FC Köln hatte bis dahin am linken Ende der Fünferkette fast alles im Griff. Der mit 42 Länderspielen erfahrenste Feldspieler in der Startelf konnte sich durchaus anrechnen lassen, dass kaum ein Angriff des Gegners über seine Seite lief. War nicht ganz so oft wie sein Pendant Kehrer vorne zu finden und fiel deshalb nicht so auf. Fehlte ihm der Mut? Und einmal, nach zehn Minuten, verlor er an der Mittellinie den Ball. Der russische Konter endete aber im Abseits. Dafür kratzte er kurz vor seiner Verletzung nach einer Ecke einen Kopfball von der Torlinie.

Joshua Kimmich: In seinem 37. Länderspiel war der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler des FC Bayern der Mann für die Balance, der quasi als Libero vor der Abwehr auf der Sechserposition die Fäden zog, nach hinten absicherte und nach vorne die Bälle verteilte. Er lief viel wie stets und das meist richtig, nämlich dorthin, wo sich eine Lücke auftat. Drei Minuten nach der Pause allerdings verlor er etwas leichtfertig den Ball. Es folgte die Szene, in der Ionov Innenverteidiger Rüdiger ausspielte, dann aber aus zwölf Metern den Ball nicht ins Tor brachte. Kurz danach hätte Kimmich beinahe ein Tor erzielt, allerdings auf der falschen Seite. Nach einer eigentlich nicht sonderlich gefährlichen Ecke der Russen köpfte er den Ball aufs eigene Tor. Es folgte die Szene, in der der Kollege Hector auf der Linie rettete. Aber: Einer von Kimmichs zahlreichen Eckbällen war es, der das 2:0 einleitete, als der Ball irgendwie vor den doch ganz feinen Füßchen des Kollegen Süle landete. Von daher: alles gut.

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Überzeugte auf voller Linie: Der erst 19jährige Kai Havertz (m.).

(Foto: imago/Eibner)

Kai Havertz: Mit 19 Jahren auf der zentralen Position im Mittelfeld zu spielen - das ist mal eine Ansage. Der Leverkusener war in seinem zweiten Länderspiel, dem ersten von Beginn an nach seiner Premiere als Einwechselspieler im September beim 2:1 im Test gegen Peru, einer der Besten seiner Mannschaft. Er spielte schöne Pässe auf die drei schnellen und fast ebenso jungen Angreifer; und er tat das mit einer Ruhe und einer Übersicht, die beeindruckte. Sein Zuspiel auf Gnabry vor dem 3:0 in der 40. Minute war nahezu perfekt. Sein Fazit: "Für mich war es wichtig, dabei zu sein. Man kann sich von den erfahrenen Spielern einiges abgucken." Umgekehrt können die sich aber auch einiges bei ihm abschauen. Er ist einer, der etwas mehr als andere die Hoffnung trägt, weil er eines der größten Versprechen im deutschen Fußball ist. Bleibt zu hoffen, dass Löw auch gegen die Niederlande auf ihn setzt. Wenn er das mit dem Umbruch ernst meint, sollte er das tun. Nach der 65. Minuten wechselte der Bundestrainer Havertz aus, es kam der neun Jahre ältere Sebastian Rudy vom FC Schalke 04. Es war, viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen, sein 27. Länderspiel.

Serge Gnabry: Er gilt ja ein bisschen als Krisengewinner in Zeiten, in denen der FC Bayern und die Nationalelf so ihre Probleme haben. Während zwei der wichtigeren deutschen Mannschaften um Form und Reputation ringen, überzeugt der 23 Jahre alte Gnabry mit Leistung. Beim 1:2 in Paris gegen Frankreich spielte der Offensivspieler in der Angriffsmitte, nun in seinem vierten Länderspiel kam er auf der rechten Angriffsseite zum Einsatz. Aber was heißt das schon bei diesem Angriffstrio, deren Mitglieder eh ständig die Positionen wechseln? Wie er den Ball fünf Minuten vor der Pause zum 3:0 in des Gegners Tor schlenzte, war wirklich fein. Es war sein vierter Treffer im Trikot der DFB-Elf. Wenn wir eben behauptet haben, Havertz sei einer der Besten gewesen, dann gilt das auch für Gnabry. Schließlich hatte er auch noch das 1:0 von Sané vorbereitet. Hinterher sagte er: "Wir sind sehr zufrieden. Die erste Halbzeit war top von uns, wir haben uns viele Chancen herausgespielt. In der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv in den Zweikämpfen." Nach der 73. Minute nahm Löw ihn raus, damit Gnabrys 29 Jahre alter Vereinskollege Thomas Müller zu seinem 99. Länderspiel kam. Das heißt auch: Gegen die Niederlande am Montag steht dann mutmaßlich sein 100. an. Daher sei an dieser Stelle erwähnt: Er ist der Spieler im Kader, der am meisten für die DFB-Elf geleistet hat. Keiner hat mehr Länderspiele als er absolviert. Und keiner schoss so viele Tore wie er, 38 nämlich.

Timo Werner: Apropos Tore: Hat er kein Glück? Oder ist es gar Pech? Jedenfalls schießt der 22 Jahre alte Angreifer der Rasenballsportler seit geraumer Zeit in der Nationalelf keine mehr, nicht bei der WM, nicht in den Spielen danach. Auch in seinem 22. Länderspiel ging er, nun als Mittelstürmer, leer aus, obwohl er doch so schnell rennen kann. Bisweilen wirkte er etwas hektisch, vielleicht zu sehr motiviert. Dabei hätte er sich doch so gerne von seinem Publikum feiern lassen. Sei's drum, vielleicht trifft er ja am Montag in Gelsenkirchen, das könnte wichtiger sein. In der Bundesliga läuft es ja, sechs Treffer hat er für Leipzig erzielt. Das dürfte auch ein Grund sein, warum er weiter zu den festen Größen im DFB-Team zählt. Sein bisher einziger Treffer in diesem Jahr datiert vom 8. Juni. Im letzten Spiel vor der WM erzielte er beim 2:1 in Leverkusen gegen Saudi-Arabien das 1:0. Nach 65 Minuten ging er vom Rasen, es kam der gleichaltrige Julian Brandt von Bayer 04 Leverkusen. In seinem 23. Länderspiel hätte er kurz vor dem Abpfiff beinahe mit einem abgefälschten Schuss das 4:0 erzielt.

Leroy Sané: Was der 22 Jahre alte Flügelflitzer von Manchester City so alles drauf hat, zeigte er nach einer guten halben Stunde seines 16. Länderspiels: Mit einem ganz feinen Trick hängte er erst den einen Russen ab und ließ den anderen aussteigen. Das macht ihm so schnell keiner nach. Das Tor in der achten Minute, sein erstes für die Nationalmannschaft, schoss er ohne große Mühe, aber er schoss es. Ansonsten ist er ein klassischer einerseits-andererseits-Spieler: Einerseits ist es gut, jemanden im Team zu haben, der auch mal einen riskanten Pass spielt. Andererseits stellt sich die Frage, ob er es damit nicht bisweilen übertreibt und ob das auch gegen einen stärkeren Gegner funktioniert. Allerdings: Wir würden uns das gerne noch häufiger anschauen, ein Gewinn für die Mannschaft ist er allemal, zumal er ja auch wahnsinnig schnell ist. Nur sein zaghafter Kopfball in der 23. Minute direkt in die Arme des russischen Torhüters Andrej Lunew war nicht so überzeugend. Nachdem er in der 77. Minute ausgewechselt wurde und der 23 Jahre alte Leon Goretzka vom FC Bayern zu seinem 18. Länderspiel gekommen war, kündigte Sané an: "Das war ein gutes Spiel als Vorbereitung auf Montag. Wir werden das Spiel gewinnen." Klingt souverän, keine Frage.

Quelle: n-tv.de

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