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Nach Boykott-Drohungen Klopp muss den FC Liverpool verdoppeln

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Jürgen Klopp dürfte wenig begeistert sein von der Lösung, die für die Terminkollission seiner "Reds" gefunden wurde.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die großen Erfolge der letzten Wochen und Monate haben dem FC Liverpool eine komplizierte Terminkollision beschert. Jürgen Klopp will die Sache mit einer Boykottdrohung in die richtigen Bahnen lenken. Doch es kommt anders, als der Coach des Premier-League-Klubs sich das vorgestellt hatte.

Der FC Liverpool ist so erfolgreich, dass es zum Jahresende in Stress ausartet: Der Tabellenführer der Premier League gewann im Sommer die Champions League und ist deshalb für die Klub-WM der Fifa qualifiziert, die ab dem 18. Dezember in Doha ausgetragen wird. Ein schöner Betriebsausflug mit der Aussicht auf eine Menge Geld? Vielleicht, aber für den Vortag hat der englische Verband den "Reds" noch ein Spiel im Viertelfinale des Ligapokals, dem Carabao-Cup, in Birmingham gegen Aston Villa anberaumt. Und das sorgt im Vorfeld für viel Ärger - und kreative Lösungen.

Anstoß ist in Birmingham um 17.30 Uhr, der Direktflug aus der zweitgrößten Stadt des Landes nach Doha dauert 7 ½ Stunden (Linie mit British Airways). Selbst, wenn Stürmerstar Mo Salah und seine Kollegen die Aufgabe in der regulären Spielzeit erledigen würden, wäre es eine stressige Angelegenheit, 25 Stunden nach dem Anpfiff auf einem anderen Kontinent wieder auf dem Platz zu stehen.

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Die naheliegendste Lösung des Problems wäre es gewesen, das Ligapokalspiel zu verlegen. So hatte es Liverpools Trainer Jürgen Klopp gefordert: "Wenn sie keinen angemessenen Termin für uns finden - nicht drei Uhr morgens an Weihnachten - spielen wir nicht. Das müssen die Verantwortlichen des Carabao-Cup entscheiden. Wenn man einen Spielplan hat und ein Team kann nicht an allen Spielen teilnehmen, muss man ihn überdenken" - eine unverhohlene Boykott-Drohung.

"Nicht die ideale Lösung"

Doch keines der beiden von Klopp angedachten Szenarien wird eintreten - das Spiel im Carabao-Cup, wie der Wettbewerb seit einigen Jahren offiziell heißt, wird nicht verlegt und dennoch wird der FC Liverpool antreten. "Wir möchten der EFL (die Englische Fußball-Liga - Anm. der Red.) für ihre Bemühungen danken. Wir können bestätigen, dass alternative Termine besprochen, aber letztendlich keiner als geeignet erachtet wurde. Ohne dass die Planung des Wettbewerbs selbst gefährdet oder unsere Mitarbeiter übermäßig belastet worden wären", heißt es am Dienstag in einer Erklärung des Vereins. Statt den Liga-Pokal zu boykottieren, werde man mit zwei verschiedenen Teams die beiden Wettbewerbe bestreiten. Dies sei "nicht die ideale Lösung", aber "im besten Interesse des Wettbewerbs, unserer Mitvereine und uns selbst".

Im Ligapokal dürften deshalb fast ausschließend Ersatz- und Jugendspieler zum Einsatz kommen. Die EFL dagegen berichtet in einem Statement, der FC Liverpool habe sich verpflichtet, "eine Mannschaft einzusetzen, die weitgehend mit derjenigen übereinstimmt, die an früheren Spielen des Wettbewerbs dieser Saison teilgenommen hat". Im dramatischen Achtelfinal-Spektakel gegen Arsenal London, das Klopps Mannschaft nach einem 5:5 in der regulären Spielzeit nach Elfmeterschießen für sich entschieden hatte, standen bereits mehrheitlich Spieler aus der zweiten Reihe auf dem Platz. Bei welchem seiner beiden Teams der Fifa-Welttrainer des Jahres auf der Bank sitzen wird, ist noch nicht bekannt.

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Quelle: n-tv.de

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