Fußball

München ist bereit für Zuschauer Kommt die EM, fehlt nur noch etwas Glück

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München muss weiter bangen, ob die Stadt im Sommer EM-Standort sein darf. Dabei ist man auf alle möglichen Szenarien vorbereitet, verrät ein mit Münchens Konzept vertrauter Risiko-Experte im Gespräch mit RTL/ntv. Die Zeichen immerhin weisen schon "in die richtige Richtung".

Die Entscheidung, ob in diesem Sommer Spiele der Fußball-EM in München stattfinden oder nicht, steht noch aus. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin will vor Zuschauern spielen lassen, die Stadt München nach aktueller Pandemie-Lage nicht. Die Behörden verweigerten deshalb der UEFA bislang eine Garantie für die Zulassung von Fans. Marcel Altenburg, Experte für Menschenmengen und Risikoanalyse, ist sich im Gespräch mit RTL/ntv allerdings sicher, dass das Konzept, das er im Video erklärt, die EM in München retten kann.

Altenburg lehrt an der Manchester Metropolitan University und gehört zu den Koryphäen, wenn es um Menschenbewegungen geht. Er arbeitet mit dem FC Liverpool, Bayern München sowie der UEFA bezüglich der Champions League zusammen. Außerdem hat er für den DFB federführend das Zuschauerkonzept für die geplanten EM-Spiele in der Allianz Arena entwickelt.

"Zeichen gehen in die richtige Richtung"

Seine persönliche Prognose sei, "dass wir Menschen im Stadion sehen werden. In Europa auf jeden Fall und ich hoffe auch in München. Die Zeichen gehen in die richtige Richtung." Ohnehin sei München "von allen Standorten mit am besten vorbereitet". Die Standards, die in Deutschland für Sicherheitskonzepte gesetzt worden sind, würden weltweit angewendet werden, "auch an anderen EM-Standorten". Neun von zwölf Ausrichterstädten haben der UEFA bereits Garantien ausgestellt, dass im Sommer zumindest eine begrenzte Anzahl Fans in den Stadien sein dürfen. München verweigert sie.

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte auf seiner Sitzung am Montag zum deutschen Spielort München keinen Beschluss gefasst, erst am Freitag sollen Fakten geschaffen und verkündet werden. "Es sind noch einige Dinge zu klären", hatte UEFA-Boss Ceferin im Nachgang des Termins erklärt. "Wir verschieben unsere endgültige Entscheidung bis Freitag. Wir müssen ein paar Dinge regeln". Dem Deutschen Fußball-Bund und München drohen deshalb weiter der EM-Entzug für die Allianz Arena und die Verlegung der drei deutschen Heimspiele gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie des Viertelfinals - möglicherweise nach London.

München braucht "Quäntchen Glück"

Der Entschluss der UEFA, München weiter nicht als Austragungsort für die Fußball-EM zu bestätigen, hatte in der bayerischen Landeshauptstadt für Enttäuschung gesorgt. "Ich bedauere sehr, dass auch heute keine Entscheidung für den Spielort München getroffen wurde", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter. Der SPD-Politiker skizzierte zugleich die drei Szenarien, mit denen die Stadt und der Deutsche Fußball-Bund den Kontinentalverband überzeugen wollen: Als wahrscheinlichste Variante ("Lead-Szenario") wurde eine Stadionauslastung von 21,6 Prozent, also mit 14.500 Zuschauern, eingereicht. Das zweite Szenario ("Upscale") mit einer Auslastung von gut 40 Prozent sei "unwahrscheinlicher", hieß es. Als "Backup-Szenario" bei einer negativen Entwicklung der Pandemie sind zwischen 0 und 7000 Zuschauer vorgesehen.

Nach RTL/ntv-Informationen ist es nicht geplant, die Zuschauerkonzepte bis zur gesetzten Frist am Freitag erneut anzupassen. Sollte die UEFA den Standort München auch trotz fehlender Zusagen für Spiele vor Fans bestätigen, bräuchte man dann im Juni "eben auch das Quäntchen Glück", dass die Situation ein zumindest teilweise besetztes Stadion zulässt.

Quelle: ntv.de, ter

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