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Witali Mutko will sich auf seine "Arbeit in der Regierung" konzentrieren.
Witali Mutko will sich auf seine "Arbeit in der Regierung" konzentrieren.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 27. Dezember 2017

Politik statt Fußball-Zirkus: Mutko tritt als WM-Cheforganisator zurück

Lange trotzt der Cheforganisator der Fußball-WM 2018 aller Kritik - nun tritt Witali Mutko doch von seinem Posten zurück. Er wolle sich nun auf die Regierungsarbeit konzentrieren, sagt der Vizeministerpräsident. Ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Der russische Vizeministerpräsident Witali Mutko tritt als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 in Russland zurück. Der bisherige Generaldirektor Alexej Sorokin solle an die Spitze des Organisationskomitees aufrücken. Das teilte der 59-Jährige mit, wie die staatliche Agentur R-Sport meldete.

"Ich konzentriere mich auf meine Arbeit in der Regierung", sagte Mutko. Am Montag hatte Mutko bereits die Leitung des russischen Fußballverbands RFU vorübergehend niedergelegt. Mit der Ansage, diesen Posten in sechs Monaten wieder aufnehmen zu wollen. Dabei hatte er allerdings angekündigt, das WM-OK weiterhin zu leiten, falls Staatspräsident Wladimir Putin ihm noch das Vertrauen schenke.

Das IOC hält Mutko für einen der Verantwortlichen im russischen Doping-Skandal. Es sperrte ihn deswegen lebenslang für Olympia. Die russische Politik weist den Vorwurf systematischen Dopings zurück und spricht von Einzelfällen. Der Weltverband Fifa hatte sich nach der Olympia-Sperre noch hinter Mutko gestellt, ist aber in der Frage des Umgangs mit Doping selbst unter Druck geraten. Nun bedankte sich der Weltverband in einer ersten Reaktion bei Mutko für "seinen unschätzbaren Beitrag" an den WM-Vorbereitungen: "Die Fifa wird weiter eng mit dem nationalen Organisationskomitee unter seiner neuen Führung zusammenarbeiten - genau wie mit der russischen Regierung, dem russischen Verband und den Gastgeberstädten", sagte ein Sprecher dem SID.

Mutko ist ein langjähriger sportpolitischer Weggefährte Putins. Wie der Kremlchef begann er seine Karriere in St. Petersburg. Den Fußballverband führte er bereits von 2005 bis 2009. Im Jahr 2015 ließ er sich erneut an die Spitze wählen.

Quelle: n-tv.de