Fußball

Pochettino als Nachfolger? Paris Saint-Germain feuert Thomas Tuchel

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Thomas Tuchel ist wohl nicht mehr PSG-Trainer.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Weihnachtshammer: Der französische Fußball-Meister feuert laut übereinstimmenden Medienberichten den deutschen Trainer Thomas Tuchel. PSG liegt in der Ligue 1 derzeit auf Platz drei. Die Entscheidung kommt einen Tag nach einem Interview Tuchels, das dem Verein missfallen haben soll.

Der französische Fußball-Meister Paris Saint-Germain entlässt Trainer Thomas Tuchel. Medienberichte des französischen Fachmagazins "L'Équipe", des Radiosender RMC, der "Bild"-Zeitung" und des TV-Senders Sky bestätigen dies übereinstimmend. Eine Bestätigung des Klubs gab es am Heiligabend zunächst nicht, der Verein war von der Nachrichtenagentur AFP für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am Ende des 4:0-Erfolgs von PSG über Straßburg am Mittwochabend im Parc des Princes entschlossen sich die Paris-Bosse wohl den Trainer zu entlassen. Tuchel wurde noch über Nacht über die Entscheidung informiert. Sein Vertrag bei den Parisern lief bis Juni 2021. Der Argentinier Mauricio Pochettino, von 2014 bis 2019 erfolgreich als Trainer von Tottenham Hotspur, wird laut Informationen des Senders RMC Sport und der Zeitung "Le Parisien" als Nachfolger gehandelt. Der 48-Jährige spielte einst für PSG.

"Tuchel, es ist vorbei", titelt "L'Équipe". Die Entscheidung an Heiligabend ist ein gewaltiges Beben im französischen Top-Klub und kommt durchaus unerwartet: In der Liga steht der aktuelle Meister und Pokalsieger auf Platz drei und nur einen Punkt hinter dem Top-Duo OSC Lille und Olympique Lyon. "Ich bin jeden Tag da, um meine Mannschaft zu unterstützen und meine Verantwortung wahrzunehmen", hatte Tuchel noch nach dem Straßburg-Sieg gesagt. In der Champions League erreichte Tuchels Mannschaft mit den Superstars Neymar und Kylian Mbappé als Gruppenerster (vor RB Leipzig und Manchester United) das Achtelfinale und trifft dort im Februar und März auf den FC Barcelona.

Tuchel hat Wertschätzung gefehlt

Tuchels Position bei PSG wurde aber geschwächt durch die 0:1-Niederlage in der Ligue 1 gegen Lyon Mitte Dezember. Auch gegen den damaligen Spitzenreiter Lille gelang seiner Mannschaft vor vier Tagen nur ein Unentschieden. Das Ziel der Eigentümer aus Katar ist aber ohnehin der Gewinn der Champions League.

Die Entscheidung der PSG-Bosse kommt einen Tag nach der Ausstrahlung eines Sport-1-Interviews mit Tuchel. Einige Passagen daraus sollen dem Verein stark missfallen haben, auch wenn der Klub laut "L'Équipe" intern versichere, die Entscheidung schon vorher getroffen zu haben. Tuchel hatte in dem Interview erzählt, er vermisse bei PSG die Anerkennung für seine Arbeit. "Es hat ein Spiel gefehlt zum Champions-League-Sieg. Und wir hatten nie so das Gefühl, dass wir die Leute jetzt auch mal überzeugt haben und sie unsere Leistung anerkennen. Es macht einen auch manchmal ein bisschen traurig oder sauer", sagte der Coach: "Hier ist auf jeden Fall eine extreme Erwartungshaltung im Klub und im Umfeld. Da hat man schon das Gefühl, dass die Wertschätzung dafür - gerade in der Liga - nicht so da ist, wie sie es zum Beispiel bei Bayern München ist. Das fehlt ein bisschen."

Tuchel trainierte von 2009 bis 2014 Mainz 05. 2015 übernahm der Coach für zwei Jahre Borussia Dortmund, bevor er 2018 nach Paris wechselte. In der vergangenen Saison erreichte Tuchel mit PSG das Champions-League-Finale und verlor dort knapp mit 0:1 gegen den Triple-Sieger Bayern München. Unter Tuchels Führung hatte PSG 2018 die ersten 14 Ligaspiele und damit einen neuen Startrekord in der Ligue 1 aufgestellt. In seinen beiden Saisons mit Paris gewann der deutsche Trainer die Meisterschaft, den Pokal holte er 2020.

Quelle: ntv.de, dbe