Fußball

Waldhof-Fans beleidigen Park Rassismus-Eklat erschüttert Türkgücü

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Park ist das Opfer rassistischer Beleidigungen.

(Foto: imago images/foto2press)

Drei Spiele hat Türkgücü München bislang in der 3. Liga absolviert. Der Aufsteiger steht mit einem Sieg und zwei Unentschieden gut da. Sportlich läuft es also - doch jetzt muss sich der Münchner Fußballklub mit einem Rassismus-Eklat auseinandersetzen.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat wegen der rassistischen Beleidigungen gegen den Südkoreaner Yi-Young Park von Aufsteiger Türkgücü München während des Drittligaspiels bei Waldhof Mannheim am Samstag (4:4) Ermittlungen eingeleitet. "Nach Vorlage des Sonderberichts durch den Schiedsrichter und dessen Sichtung wird der Kontrollausschuss seine Untersuchungen aufnehmen", sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Fred Kreitlow.

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Zuvor hatte Park seine Vorwürfe öffentlich gemacht. "Ich habe heute beim Spiel von einigen Zuschauern Rassismus erfahren. Ich finde es sehr bedauernswert, dass einige Menschen es immer noch als nötig ansehen, jemanden so zu verletzen und die Fußballkultur zu beschädigen", schrieb der 26-Jährige bei Instagram. "Leider könnt ihr Rassisten meine Situation nicht zu 100 Prozent verstehen. Nein, ihr könnt es einfach nicht verstehen. Ihr kennt nicht das Gefühl, rassistisch beleidigt zu werden", schrieb Park, Leihgabe des FC St. Pauli, weiter. Er lasse sich "auch nicht unterkriegen. Ich hoffe nur, dass durch meine Stimme das Problem des Rassismus etwas besser werden kann und dass ihr euch vielleicht auch einmal darüber Gedanken machen könnt".

Schiedsrichter Robin Braun hatte die Partie in der 18. Minute für zwei Minuten unterbrochen und eine Stadiondurchsage veranlasst. Darin wurde mit dem Abbruch des Spiels gedroht, falls es weiter "rassistische Beleidigungen gegen die Gästespieler" geben sollte. Danach wurde die Begegnung fortgesetzt, zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht.

"Waldhof ist ein offener Verein"

Die Mannheimer erklärten, dass sich von den Vorfällen distanzieren. Der Klub kündigte zudem eine Aufarbeitung der Geschehnisse an. "Der SV Waldhof ist ein offener Verein, unter dessen Dach Menschen aus vielen Nationen ihre sportliche Heimat gefunden haben - und genau so möchten wir auch wahrgenommen werden", hieß es von den Kurpfälzern: "Wir werden allein deshalb den Vorfall aufklären. Hierzu sind wir bereits in Kontakt mit Polizei, Sicherheits- und Ordnungsdienst."

Ungeachtet der Ergebnisse der weiteren Aufarbeitung betonte der DFB seine klare Haltung gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung. "Rassismus widerspricht den Grundwerten des Sports und der Menschlichkeit und hat bei uns keinen Platz - weder auf den Tribünen noch auf dem Spielfeld, nirgendwo", sagte Kreitlow.

Neuling Türkgücü hatte in einem verrückten Spiel nach einer 4:2-Führung nur ein Remis erreicht. "Dass wir da den Sieg noch hergeben - einfach ärgerlich. Vorne war das gut, hinten müssen wir uns verbessern. Wir stehen in den letzten zehn Minuten zu tief, waren zu passiv", kommentierte Türkgücü-Torjäger Petar Sliskovic bei MagentaSport.

Aufsteiger 1. FC Saarbrücken mischt derweil die Liga weiter auf. Am dritten Spieltag gewannen die Saarländer mit 4:0 (2:0) gegen den Halleschen FC und schoben sich mit sieben Punkten am bisherigen Spitzenreiter SC Verl, einem weiteren Aufsteiger, vorbei auf Platz eins. Maurice Deville (3./60.), Nicklas Shipnoski (27.) und Markus Mendler (71.) sorgten für den Sieg des FCS. Verl hatte am Samstag mit 2:1 (2:0) beim SV Meppen gewonnen. Der bisherige Spitzenreiter FC Ingolstadt unterlag dagegen gegen die SpVgg Unterhaching 0:1 (0:0).

Quelle: ntv.de, ara/sid