Fußball

Vaarwel - jetzt aber wirklich!? Robben macht (nun wohl endgültig) Schluss

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Blick zurück: Arjen Robben beendet eine illustre Fußball-Karriere.

(Foto: imago images/ANP)

Diesmal gibt es wohl wirklich keinen Rücktritt vom Rücktritt: Arjen Robben hängt die Fußballschuhe an den Nagel. Sein "Fußballherz" wollte immer noch weitermachen. Aber der Körper kann nicht mehr. Es geht einer der Besten, die die Bundesliga jemals auf dem Rasen bewundern und verfluchen durfte.

Powerdribbling. Den Ball eng geführt am linken Fuß. Jeder weiß, was jetzt kommt. Jeder Verteidiger, jeder Zuschauer. Aufhalten kann ihn keiner. Arjen Robben macht diese kleine, unglaublich schnelle Bewegung nach links innen, der Gegenspieler guckt, tritt und rennt ins Leere. Dann der Torabschluss, mit links vom rechten Strafraumeck fulminant in den linken Torwinkel. Unhaltbar.

Die Nummer 10 macht "den Robben". Jeder Fußballfan weiß, was gemeint ist, hat doch jeder schon einmal über eines dieser vielen Robben-Tore jener Art gejubelt, den Kopf geschüttelt, geflucht. Der Niederländer hängt nun die Fußballschuhe (wohl) endgültig an den Nagel: "Liebe Fußballfreunde", schrieb der 37 Jahre alte langjährige Profi von Bayern München in einem Statement, "ich habe mich entschieden, meine aktive Fußballkarriere zu beenden. Es war eine schwierige Entscheidung. Ich möchte mich bei allen für die herzerwärmende Unterstützung bedanken!"

Robben hatte sich 2019 nach zehn erfolgreichen Jahren beim FC Bayern verabschiedet und war nach einjähriger Pause zu seinem Heimatverein FC Groningen zurückgekehrt. "Ich bin dieses Abenteuer mit viel Energie und großem Enthusiasmus angegangen. Allerdings hatte ich schnell mit körperlichen Rückschlägen zu kämpfen", schrieb Robben weiter. Es sei eine "sehr schwere Entscheidung" gewesen, schrieb Robben weiter, "weil sich Verstand und Emotionen gegenüber standen. Das Fußballherz wollte gerne weitermachen, vor allem mit Blick auf ein volles Stadion."

Alle 77 Minuten ein Scorer-Punkt

Eine Wadenverletzung hatte den Routinier lange außer Gefecht gesetzt, in Groningen kam Robben in der vergangenen Spielzeit nur zu sieben Pflichtspiel-Einsätzen. Sein Vertrag war im Sommer ausgelaufen. Im Mai 2013 hatte er den Bayern mit dem 2:1-Siegtreffer im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund das Triple beschert. 2009, in seiner Debüt-Saison beim FC Bayern, schaffte Robben auf Anhieb 16 Tore und sieben Assists (alle 111 Minuten ein Tor, alle 77 Minuten ein Scorer-Punkt!). Insgesamt knipste der Holländer in 308 Spielen für den Rekordmeister 144 und assistierte 101 Mal.

Eine Dekade lange bildete Robben mit Franck Ribéry beim FC Bayern die Flügelzange und prägte eine Ära beim Rekordmeister. "Robbery" war lange mit das Beste, was Europa zu bieten hatte. Aber nicht jeder war ein Fan des Holländers. Gerne fiel er "zu" leicht für neutrale Beobachter - und für Anhänger der gegnerischen Mannschaft erst recht. Aber auch das war Robben: Gewinnen mit allen Mitteln.

Und Robben gewann fast alles in seiner Weltkarriere: Acht Meisterschaften in der Bundesliga, zwei in der Premier League mit dem FC Chelsea, eine in La Liga mit Real Madrid und eine in Holland mit der PSV Eindhoven, wohin er 2002 als 18-Jähriger von seinem Heimatverein FC Groningen wechselte. Jeweils fünf DFB-Pokal- und Supercupsiege nahm der Gewinn-Gierige nebenbei auch noch mit.

Für Oranje war Robben in insgesamt 96 Länderspielen im Einsatz und erzielte dabei 37 Tore. Beim FC Groningen hatte er mit zarten 16 Jahren sein Profidebüt gefeiert. Robben stammt aus dem zehn Autominuten entfernten Bedum.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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