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Torschütze Marco Reus darf über den Ausgleich jubeln - doch das Endergebnis wird dem BVB nicht uneingeschränkt gefallen.
Torschütze Marco Reus darf über den Ausgleich jubeln - doch das Endergebnis wird dem BVB nicht uneingeschränkt gefallen.(Foto: imago/Karina Hessland)
Samstag, 03. März 2018

Remis im Bundesliga-Spitzenspiel: Stöger-BVB ungeschlagen - rutscht aber ab

Beide Klubs kämpfen um die Champions League - doch durch das Unentschieden im Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga lassen RB Leipzig und Borussia Dortmund wichtige Punkte liegen. Und das trotz eines phasenweise mitreißenden Offensivspektakels.

Borussia Dortmund ist nach einem erneut wenig inspirierten Auftritt den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga vorerst los. Die Borussen kamen bei RB Leipzig nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und rutschten hinter dem Revierrivalen Schalke 04 auf Rang drei ab. Marco Reus (38.) erzielte den Ausgleich, nachdem Jean-Kevin Augustin (29.) RB in Führung gebracht hatte.

Auch Leipzig ließ erneut viele Wünsche unerfüllt. Der Vizemeister verpasste im dritten Ligaspiel in Folge einen Sieg und verliert auf Rang sechs die Plätze für die direkte Champions-League-Qualifikation immer mehr aus den Augen. Dortmund konnte sich immerhin mit dem Fakt trösten, dass die Mannschaft auch im zehnten Ligaspiel unter Trainer Peter Stöger unbesiegt blieb.

"Sehr zufrieden" sei er mit dem Auftritt seiner Spieler, sagte Dortmunds Trainer Peter Stöger. "Heute waren wir von Beginn an da." Und auf der anderen Seite? "Wir haben versucht, am Ende noch das Tor zu machen, ohne das letzte Risiko zu gehen", sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl bei Sky. "Das Ergebnis ist gerechtfertigt. Fünf Mannschaften kämpfen um die Plätze oben - daran wird sich nichts mehr ändern."

Dortmunder stehen häufig im Abseits

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Die 42.558 Zuschauer in der ausverkauften Leipziger Arena erlebten einen unterhaltsamen Auftakt. Aufregend wurde es in der 9. Minute, als BVB-Innenverteidiger Manuel Akanji vor dem eigenen Tor völlig grundlos Timo Werner bediente. Leipzigs Nationalspieler scheiterte jedoch im Abschluss am aufmerksamen Schlussmann Roman Bürki. Im Gegenzug fand Michy Batshuayi nach einem Drehschuss seinen Meister in RB-Keeper Peter Gulacsi.

Dortmund stand in der ersten Halbzeit sehr kompakt. Andre Schürrle, Mario Götze und Marco Reus bildeten eine flexible offensive Mittelfeldlinie, die sich tief fallen ließ, aber auch überfallartig für Gefahr sorgte. Beim Pass in die Tiefe fehlte jedoch oft das Timing, immer wieder stand ein Borusse im Abseits. Erst wurde ein Tor von Batshuayi (16.) nicht gegeben, kurz darauf pfiff Schiedsrichter Felix Brych einen Treffer von Reus (25.) ab.

RB Leipzig begann für seine Verhältnisse verhalten, verzichtete vor den anstehenden englischen Wochen auf den Power-Fußball früherer Tage. Naby Keita hielt sich auffallend zurück, war aber zum richtigen Zeitpunkt hellwach. In der 29. Minute jagte der künftige Liverpooler Schürrle nach einem Einwurf den Ball ab, leitete mustergültig auf Augustin weiter, und der Franzose zog zum 1:0 ab. Dortmund war für kurze Zeit irritiert, rappelte sich aber noch vor der Pause hoch. Nach einem langen Pass von Mahmoud Dahoud durch die Mitte entwischte Reus seinem Gegenspieler Lukas Klostermann und schob zum 1:1 ein. Wieder roch es nach Abseits, doch Brych entschied auf Tor.

Absoluter Siegeswille fehlt

Dahoud hatte bei den Borussen im Vergleich zum letzten Spiel gegen Augsburg im defensiven Mittelfeld den Vorzug vor Gonzalo Castro erhalten. Akanji war für Sokratis in die Innenverteidigung gerückt. Bei RB kamen Konrad Laimer, Keita und Werner für Bernardo, Ademola Lookman und Bruma von Beginn an zum Einsatz. In der zweiten Halbzeit ließen beide Mannschaften wohl auch mit Blick auf die Aufgaben in der Europa League am Donnerstag den absoluten Siegeswillen vermissen, der Ball wurde stattdessen in den eigenen Reihen hin und her geschoben. Die Zuschauer quittierten die lustlosen Vorstellung mit Pfiffen.

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl reagierte und brachte für den selten gefährlichen Emil Forsberg mit Bruma einen neuen Offensivspieler. Später kam Stefan Ilsanker für Kevin Kampl, doch effektiver wurde das Spiel der Hausherren zunächst nicht. Aufregende Szenen hatten auf beiden Seiten Seltenheitswert.

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Quelle: n-tv.de