Fußball

Keine Ehrenmitgliedschaft Tönnies will keine Unruhe bei Schalke 04

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Clemens Tönnies will Ärger um seine Person beim FC Schalke verhindern.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Clemens Tönnies blickt auf eine bewegte Funktionärslaufbahn beim FC Schalke zurück. Für seine Verdienste um den Klub will ihn ein Mitglied gewürdigt sehen. Doch der arg umstrittene Milliardär beugt möglichem Ärger um eine Ehrenmitgliedschaft offenbar vor. Er wolle Ruhe im Aufstiegskampf.

Clemens Tönnies will kein Ehrenmitglied beim FC Schalke 04 werden. Nach Informationen der "Ruhr Nachrichten" bat der frühere Klub-Patron einen Fan des Fußball-Zweitligisten, dessen Antrag auf Verleihung der Ehrenmitgliedschaft zurückzuziehen. Der Fan kam diesem Wunsch nach.

"Wir haben Clemens Tönnies mit seiner Unterstützung und seinem Einsatz die Veltins-Arena, die Knappenschmiede und das gesamte Berger Feld, um einiges zu nennen, zu verdanken", schrieb das Schalker Mitglied Manfred Nentwich demnach. Schalkes Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Tönnies lange war, soll diesem Ansinnen bereits entsprochen haben.

Zu dem brisanten Akt kommt es nun aber nicht. Tönnies wolle demnach kein Ehrenmitglied werden, weil Schalke im Kampf um den Wiederaufstieg in die Bundesliga Ruhe brauche. Eine Diskussion über eine mögliche Ehrenmitgliedschaft wollte Tönnies dem Verein ersparen.

Der 65-Jährige war in seiner mehr als 20-jährigen Tätigkeit auf Schalke immer wieder umstritten. Unter anderem geriet er wegen rassistischer Äußerungen, die er bereute, in die Kritik.

"Fassungslos über den Vernichtungskrieg"

"Wir bleiben da ruhig. Wir sind Sportsleute und keine Weltpolitiker. Die Politik ist nicht unser Spielfeld", hatte Tönnies im April 2014 gesagt. Kurz nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim hatte der damalige Schalke-Boss mit einer Einladung Putins in den Kreml kokettiert. Das war auch innerhalb der eigenen Fanszene auf heftige Kritik gestoßen. "Ich bin kein Weltpolitiker", hatte Tönnies gesagt: "Aber wir freuen uns, wenn wir uns sehen. Er [Putin, Anmerk. der Red.] erkundigt sich dann auch nach Schalke. Wir haben ein gutes Verhältnis, dazu stehe ich."

Nach seinem Ausscheiden vor knapp zwei Jahren bot er seinem Herzensklub an, das Sponsoring seines Fleisch-Imperiums nach dem Gazprom-Aus auszuweiten. Dies lehnte der Klub aber ab. Von seinem einstigen Partner Wladimir Putin distanzierte sich Tönnies inzwischen deutlich, "getäuscht" habe er sich im russischen Präsidenten. "Ich bin fassungslos über den Vernichtungskrieg von Putin in der Ukraine und verurteile ihn aufs Schärfste", teilte der Milliardär nach dem Beginn des Angriffs auf die Ukraine nun in einem Statement mit: "Meine Gedanken sind bei allen Ukrainerinnen und Ukrainern, die von diesem sinnlosen Krieg betroffen sind." Tönnies verwies zudem darauf, dass sein Unternehmen "die geschäftlichen Aktivitäten in Russland" 2021 beendet habe.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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