Fußball

Ceferin kritisiert auch Klopp UEFA-Boss hat keine Angst vor Super League

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Die Ankündigung einer Super League hatte für Empörung unter den Fans der teilnehmenden Klubs gesorgt.

(Foto: imago images/Sportimage)

Aleksander Ceferin steht vor einem wichtigen Termin am Europäischen Gerichtshof: Das Gericht entscheidet über die Super League, mit der sich europäische Topklubs einst neue Geldquellen erschließen wollten. Ungeachtet des Ausgangs des Verfahrens sei das Projekt tot, sagte Ceferin.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin befürchtet trotz des anstehenden Prozesses vor dem Europäischen Gerichtshof nicht, dass das umstrittene Super-League-Projekt noch umgesetzt wird. "Was die Entscheidung des Gerichts auch sein mag, sie ändert nichts: Das Projekt ist tot, weil niemand mitmachen will", sagte der 54-Jährige im Interview der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport". Im Streit um die Gründung der Liga bestehend aus europäischen Top-Klubs sind für Mitte Juli Verhandlungen angesetzt. Zuvor hatten sich aber bereits zahlreiche Vereine von dem Projekt abgewendet, das noch von Real Madrid, Barcelona und Juventus Turin weiter betrieben wird.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die Pläne für die Super League zuletzt scharf verurteilt. "Der Sport muss schon deutlich machen - dieses Thema kann man nicht hoch genug bewerten - dass er dem Allgemeinwohl dienen möchte und nicht den Interessen weniger. Die Pläne der Super League sind ein Frontalangriff auf das europäische Sportmodell", sagte Neuendorf in einer digitalen Medienrunde.

Der Streit um die Gründung der Super League wird Mitte Juli vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ausgetragen. Für den 11. und 12. Juli sind mündliche Verhandlungen an dem höchsten europäischen Gericht in Luxemburg angesetzt. Die Klage war von der European Superleague Company bei einem Gericht in Madrid eingereicht worden, das wiederum den EuGH anrief. "Die Bundesregierung plant, bei dem Termin vertreten zu sein. Ich bin Nancy Faeser dankbar, dass man hier als Sportministerium klar Position bezieht", erklärte Neuendorf.

Der 60-Jährige hob hervor, welche Bedeutung die aktuellen europäischen Wettbewerbe im Fußball haben. "Die wenigsten wissen, dass die Einnahmen der großen Wettbewerbe auch erheblich zur Finanzierung des Breitensports beiträgt. Eine Superliga würde dem weniger dienen. Das kann nicht im Interesse unseres Sports sein", sagte Neuendorf.

Scharfe Kritik an Klopp und Guardiola

Ceferin hatte neben seinen klaren Worten zu den Plänen einer europäischen Super League in Konkurrenz zur Champions League der UEFA außerdem den deutschen Coach Jürgen Klopp und dessen spanischen Kollegen Pep Guardiola. "Es ist einfach, immer die FIFA und die UEFA anzugreifen, aber die Diskussion ist einfach: Wenn du weniger spielst, verringern sich die Gehälter", sagte er. Die beiden Premier-League-Trainer hatten zuvor Pläne für mehr Turniere und damit auch mehr Spiele kritisiert.

"Wer sich beschweren sollte, sind die Arbeiter mit monatlich Tausend Euro in den Fabriken", sagte Ceferin. Ceferin bemängelte auch die Haltung vieler Vereine beim Thema Belastung in den internationalen Wettbewerben. "Alle wollen mehr Pokalspiele, dann gibt es Meisterschaften mit 20 Mannschaften, nationale Pokale und in manchen Ländern einen Liga-Pokal. Niemand verzichtet auf etwas", kritisierte der UEFA-Präsident.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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