Fußball

"Trinken Cappuccino in Cafés..." Völler wünscht sich Hygieneregel-Lockerung

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Spricht sich für eine Lockerung der Corona-Regeln in der Bundesliga aus: Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler.

(Foto: dpa)

Damit die Geisterspiele der Fußball-Bundesliga stattfinden können, müssen sich alle Beteiligten an ein striktes Konzept halten. Für Rudi Völler ist manches davon nur noch "schwer nachvollziehbar". Zuspruch erhält er von Paderborn-Coach Steffen Baumgart. Auch auf Zuschauer in den Stadien hofft Völler.

Sport-Geschäftsführer Rudi Völler vom Bundesligisten Bayer Leverkusen und Paderborn-Trainer Steffen Baumgart haben eine Anpassung des Corona-Hygienekonzepts der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgeschlagen. "Mittlerweile ist es schwer nachvollziehbar, dass Menschen in Cafés ohne Mundschutz ihren Cappuccino trinken dürfen, während unsere Co-Trainer, die Ersatzspieler und wir Offiziellen auf der Tribüne mit großem Abstand und an der frischen Luft noch eine Maske tragen müssen", äußerte der Weltmeister von 1990 in der "Bild".

Völler weiter: "Zumal das vorliegende Konzept vor sechs Wochen geschrieben wurde, als die Zahlen viel dramatischer waren." Baumgart stimmte zu: "Ich finde schon, dass man einiges überdenken kann." Die hygienischen Auflagen für Medienvertreter sind aus Sicht des Coaches nicht angemessen: "Wir haben Kameraleute, die mit Maske arbeiten, bei denen im Umkreis von 30 Metern keiner rumsteht. Wir haben Reporter, bei denen du nur die Hälfte verstehst, weil sie einen Knödel im Mund haben - oder anders ausgedrückt: Weil sie mit Maske davor arbeiten, obwohl wir drei Meter voneinander entfernt sind."

"Ganze Welt guckt auf die Bundesliga"

Mahnende Worte kommen dagegen aus Berlin. Er könne zwar persönlich verstehen, dass mit den Bildern von der immer weiteren Lockerung der Corona-Maßnahmen auch der Wunsch größer werde, das Konzept nochmals nachzujustieren, sagte Hertha-Manager Michael Preetz, gab jedoch zu bedenken: "Aber wir sind gut beraten, die Vorgaben auch umzusetzen. Wir waren die erste Liga im europäischen Spitzenfußball, die den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnte. Und am Ende guckt die ganze Welt auf die Bundesliga."

Ähnlich äußerte sich Sportchef Alexander Rosen von der TSG 1899 Hoffenheim. "Tatsächlich geht es doch um die Vorbildfunktion", sagte er. "Ich glaube nicht, dass man sich intensiv Gedanken darüber machen muss, wie man die nächsten drei Wochen anders gestaltet. Wenn es in der neuen Saison wieder losgeht, wird es sicher neue Anpassungen geben müssen."

Völler, der einstige Italien- und Frankreich-Legionär, hofft indes, dass in der kommenden Saison bei den Spielen auch wieder Zuschauer in die Bundesliga-Stadien kommen dürfen. "Das ist der Wunsch von allen. Aber der Verlauf der Pandemie muss mitspielen", betonte Völler, der nochmals bekräftigte, dass es zu den derzeitigen Geisterspielen keine Alternative gebe. "Die Situation hat es zu dem Zeitpunkt so verlangt. Nur dadurch konnten wir wieder anfangen zu spielen", meinte Völler.

Quelle: ntv.de, dbe/sid