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Willkommen zur WM! Leider sind nicht alle Aufpasser so friedlich wie auf diesem Bild, warnt Katrin Scheib.
Willkommen zur WM! Leider sind nicht alle Aufpasser so friedlich wie auf diesem Bild, warnt Katrin Scheib.(Foto: imago/ITAR-TASS)
Freitag, 08. Juni 2018

WM-Countdown (6): WM-Fragen und -Antworten kurz vorm Start

Von Katrin Scheib, Moskau

Keine Woche mehr bis zur Fußball-WM. Was muss man noch wissen vor dem Abflug nach Russland? Welche Fragen sind dringend zu klären? Bei Twitter haben wir uns gestern damit befasst, die Bilanz des Ganzen gibt es nun auch hier.

Nicht mal mehr eine Woche bis zur WM, da kann man schon mal ein bisschen wuschig werden vor lauter Fragen. Muss ich eigentlich einen Adapter einpacken? (Nein.) Stimmt das, dass man in Russland nicht pfeifen darf? (Jedenfalls nicht drinnen, wenn abergläubische Menschen anwesend sind.) Wie ist das jetzt, kann man das Leitungswasser trinken? (Kommt drauf an.)

Eine gute Stunde lang habe ich gestern bei Twitter allerlei WM-Fragen beantwortet - danke an alle, die mitgemacht, gefragt und geliked haben! Da ja nun aber nicht jeder Mensch bei Twitter ist, sollen hier ein paar Fragen noch mal für die Nicht-Twitterer verlinkt und beantwortet werden.

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Unsere Kolumnistin

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

Ach ja, die Kosaken, das ist ein wenig kompliziert. Historisch gesehen ist das eine Bevölkerungsgruppe auf dem Gebiet, wo heute Russland und die Ukraine liegen. Dass wir im Moment so viel von Kosaken hören, liegt an der Fußball-Weltmeisterschaft. In manchen WM-Gastgeberstädten sollen Gruppen, die sich in der Tradition der Kosaken sehen und sich auch so nennen, als Sicherheitskräfte eingesetzt werden.

Die Idee ist nicht neu, vor vier Jahren, bei den Winterspielen in Sotschi, waren auch schon solche Kosakentrupps im Einsatz. Mit dem Ergebnis, dass sie ihre Peitschen gezogen und auf demonstrierende Mitglieder von Pussy Riot eingeprügelt haben. Für die WM haben sie nun angekündigt, dass sie es bei der Polizei melden wollen, wenn zwei weibliche oder zwei männliche Fußballfans sich küssen. Eine gewaltbereite Bürgerwehr und Moralpolizei also, bei der man sich doch sehr wundern muss, wie das zusammenpasst mit dem "Gastgeber"-Teil von "Gastgeberstadt". Moskau zum Beispiel hat sich bewusst dagegen entschieden, solche Truppen mit dubiosen Methoden für ihre Definition von Sicherheit sorgen zu lassen.

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Ob nun reihenweise Russen abends auf dem Sofa liegen und deutsche Vokabeln pauken, weiß ich leider nicht. Fest steht, dass zum Beispiel das Goethe-Institut die WM zum Anlass genommen hat, mehr Kinder in Russland zum Deutschlernen zu motivieren. Außerdem gibt es spezielle Englischkurse für Taxifahrer oder für Kassiererinnen in der Metro. Wenn man dann noch die WM-Touristen dazurechnet, die sich derzeit für eine WM-Reise ein paar Brocken Russisch draufschaffen, dann wird in diesen Wochen tatsächlich weltweit überdurchschnittlich viel Hirnschmalz auf Sprachenlernen verwandt.

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Eines ist mir dazu sofort eingefallen: Wenn jemand im Bus oder in der Metro einen Sitzplatz freimacht, dann lass' dich nicht einfach wie ein nasser Sack drauffallen, sondern schau' erst mal um dich rum. Kann gut sein, dass der bisherige Platzbesitzer ihn gezielt für jemanden aufgegeben hat, der ihn dringender braucht. Einen alten Mann, eine schwangere Frau, jemanden, der mit kleinem Kind unterwegs ist.

Diese Art der Hilfsbereitschaft ist in Russland sehr viel weiter verbreitet als in Deutschland - ich erzähle immer gerne, wie ich mit gebrochenem Arm in der Schlinge in einen Moskauer Bus stieg, und mir aus dem Stand mehrere Ömchen ihren Sitz anbaten. Also: erst gucken, dann setzen. Und beim nächsten Mal dann, fortgeschrittenes Level: selbst jemandem den Platz anbieten.

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Den Tweet habe ich in der Twitter-Fragestunde nicht mehr geschafft, darum jetzt hier: Veranstaltungen, Konzerte, geführte Spaziergänge gibt es reihenweise - da lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Städteseiten von "Welcome 2018". Bei den Moskauer Parks sagt natürlich jeder als erstes "Gorki", was auch stimmt, er empfiehlt sich durch seine zentrale Lage direkt an der Moskwa.

Andererseits kann man in Kolomenskoje unter Apfelbäumen auf der Wiese liegen, im Sokolniki-Park lauschig Schach spielen, im Museon-Park zwischen aussortierten Statuen aus Sowjetzeiten lustwandeln und beim Picknick in Zarizyno das Schloss bestaunen. Alles leicht mit der Metro erreichbar, alles eine gute Option, wenn es - spätestens im Juli - in Moskau wieder mal drückend heiß wird.

Die komplette Twitter-Fragestunde mit allen Themen kann man hier nachlesen.

Alle Folgen des WM-Countdowns finden Sie hier

Quelle: n-tv.de