Technik
Flacher ist keiner: Das Acer Swift 7 ist laut Acer das dünnste Notebook der Welt.
Flacher ist keiner: Das Acer Swift 7 ist laut Acer das dünnste Notebook der Welt.(Foto: jwa)
Freitag, 13. Juli 2018

"Das dünnste Notebook der Welt": Acer Swift 7 ist ein Rekord-Flachmann

Von Johannes Wallat

Das Acer Swift 7 ist laut Hersteller das dünnste Notebook der Welt. Im Test macht der schicke Flachmann eine richtig gute Figur - doch die schlanke Linie gibt's nicht ohne Kompromisse.

In der Welt der Technik wird mit Superlativen nicht gegeizt, doch nicht immer steckt besonders viel dahinter. Im Fall des Acer Swift 7 ist das anders - laut Acer ist es das flachste Notebook der Welt und das glaubt man sofort. Rund 9 Millimeter ist das Swift 7 dick, das ist weniger als bei manchem Smartphone. Ob es trotzdem genug auf dem Kasten hat, um nicht als Flachwitz durchzufallen, hat n-tv.de ausprobiert.

Schlanker Blickfang

Natürlich geht es beim Swift 7 vor allem um Optik und Haptik. Hier hat Acer fast alles richtig gemacht: In der Hand fühlt es sich mit seinem Aluminiumgehäuse gut an, edel gleitet es aus der hochwertigen Kunstledertasche. Holt man es in Gesellschaft aus der Tasche, sind die überraschten bis staunenden Blicke programmiert. "Das ist aber dünn, zeig mal her!"

Das Acer Swift 7 ist kaum dicker als eine Zeitschrift oder ein modernes Smartphone.
Das Acer Swift 7 ist kaum dicker als eine Zeitschrift oder ein modernes Smartphone.(Foto: jwa)

Doch aufklappen lässt es sich nicht so einfach: Weil es so flach ist, bekommt man die Displayklappe kaum richtig in den Griff und das Scharnier ist zu schwergängig, um es mit einer Hand zu öffnen. Also muss die zweite Hand zur Hilfe eilen, das ist ein kleiner Dämpfer für den stilvollen Auftritt.

Einmal aufgeklappt und startbereit, macht das Swift 7 aber wieder eine gute Figur. Die Tastatur ist groß und bietet genug Platz zwischen den Tasten. Aufgrund der geringen Bauhöhe ist der Hub zwar nicht groß, doch das Tippen auf den Tasten ist sehr angenehm, das Tippgeräusch angemessen leise.

Das Touchpad hat eine gute Größe und reagiert präzise auf Berührungen, ist aber nicht klickbar. Das ist für manche Nutzer sicher gewöhnungsbedürftig und erfordert bei manchen Aktionen ein Umdenken. Um zum Beispiel Dateien oder Fenster zu verschieben, tippt man mit dem Finger zweimal aufs Touchpad, lässt den Finger beim zweiten Mal liegen und zieht mit ihm Fenster oder Dateien an die gewünschte Position.

Vielseitiges Display

Das 14-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung ist scharf und kontrastreich, spiegelt aber recht stark und könnte etwas heller sein - zum Arbeiten im Freien empfiehlt sich ein schattiges Plätzchen. Pluspunkte gibt's für die Vielseitigkeit: Das Display auf Touch-Eingaben und es kann bis zu 180 Grad aufgeklappt werden, sodass es flach auf dem Tisch aufliegt.

Obwohl das Swift 7 aufgrund der flachen Bauweise kompakt wirkt, ist die Grundfläche etwas größer als bei vergleichbaren Modellen wie dem Asus Zenbook mit 14-Zoll-Display. Rund um die leicht vertieft eingelassene Tastatur ist viel Platz, der 14-Zoll-Bildschirm hat an der Unterseite einen fast zwei Zentimeter breiten Rand und darunter ist nochmal ein rund zwei Zentimeter breiter Bereich, in dem unter anderem die Webcam sitzt. Ganz ohne Kompromiss gehts offenbar dann doch nicht: Das Swift 7 ist zwar sehr dünn, aber dafür etwas länger und breiter als andere 14-Zoll-Notebooks. 

Schlanke Ausstattung

Der dünnen Bauweise fallen aber auch Ausstattungsdetails zum Opfer, die bei anderen Laptops zum guten Gesamtpaket beitragen: Das Gehäuse bietet keinen Lüfter, unter Last drosselt das Swift 7 seine Leistung, zudem ist der Prozessor nicht so leistungsstark. Auch der Akku ist nicht ganz so üppig wie bei anderen Geräten, die Laufzeit entsprechend kürzer - 10 Stunden gibt Acer an, der Wert ist unter guten Bedingungen realistisch. Die Lautsprecher an der Unterseite des Gehäuses klingen recht leise und lassen Tiefen vermissen.

Der doppelte Rand unterhalb des Displays des Acer Swift 7 könnte etwas dünner sein.
Der doppelte Rand unterhalb des Displays des Acer Swift 7 könnte etwas dünner sein.(Foto: jwa)

Im Innern taktet ein Intel-Prozessor der siebten Generation. Der Core i7 7Y75 ist ein direkter Nachfolger der Core-m-Reihe, die als Chips für Tablets und kühlerlose Notebooks gedacht sind. Die Bezeichnung "i7" ist also etwas irreführend, weil auch die leistungsstärksten Notebook-Chips diesen Namen tragen. Nur die Typbezeichnung "7Y75" verrät, dass es sich um ein Modell aus der Core-m-Klasse handelt. Der Chip ist zwar sehr sparsam, erreicht aber eben nicht die gleiche Leistung wie andere Core-i-Prozessoren. Das wirkt sich vor allem unter Dauerbelastung aus, dann reduziert der Prozessor Leistung und Takt.

Wer sein Swift 7 nicht ständig stark fordert, wird die Einbußen kaum spüren. Für rechenintensive Aufgaben wie Bild- und Videoschnitt oder anspruchsvolles Gaming ist der Flachmann aber weniger geeignet. Beim Arbeitsspeicher ist zudem bei 8 Gigabyte Schluss, mehr passt nicht rein - auch das ist für sogenannte Power-User etwas zu wenig. Im Alltag kommt man mit 8 Gigabyte zwar gut hin, aber trotzdem gilt: Für den Verkaufspreis von mindestens 1700 Euro bekommt man woanders mehr Leistung.

Bei den Anschlüssen hat sich Acer auf das Wesentliche beschränkt: Zwei USB-C-Ports und einen 3,5-mm-Audioausgang, mehr Steckplätze gibts nicht. An der rechten Seite sitzen der Power-Schalter und ein Steckplatz für Nano-SIM-Karten. Das Swift 7 ist nämlich mobil und kann per SIM-Karte oder eSIM von überall aus ins Netz. Gut so. Etwas schade: Obwohl das Swift 7 per USB-C geladen wird, legt Acer dem Luxus-Notebook ein altes, klobiges Netzteil mit Kaltgeräte-Anschlusskabel bei. Das geht deutlich moderner, vor allem in dieser Preisklasse und bei einem Gerät, das sich Mobilität auf die Fahne schreibt. Immerhin: Man kann das Swift 7 problemlos auch mit anderen, kompakteren Netzteilen laden.

Spaß macht der Acer-Flachmann vor allem durch seine schicke Optik, die durchgehend gelungene Verarbeitung und die gute Haptik - fürs "Look and Feel" gibts fast die volle Punktzahl. Wer bereit ist, den hohen Preis dafür zu zahlen, bekommt ein schickes Gerät mit fortschrittlichen Features und Eyecatcher-Potenzial. Wer es vor allem auf Leistung abgesehen hat und von seinem Notebook Arbeitstier-Qualitäten erwartet, könnte beim Swift 7 aber etwas zu kurz kommen.

Quelle: n-tv.de