Technik

Besser als gut kopiert? Huawei greift das iPhone X an

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Das ist Huaweis "Point Cloud Depth Camera", die möglicherweise im "P20" oder "P11" zum Einsatz kommt.

(Foto: Winfuture)

Ende Februar stellt Huawei offenbar ein neues Smartphone vor, das dem iPhone X optisch und technisch Konkurrenz machen soll. Das "P20" soll unter anderem auch eine Spezialkamera zur Gesichtserkennung an Bord haben.

Wahrscheinlich wird Huawei auch im kommenden Jahr sein neues Smartphone-Flaggschiff der P-Reihe am Sonntag vor dem offiziellen Start des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorstellen. Und nachdem die Chinesen mit dem Mate 10 Pro ein sehr beeindruckendes Gerät mit KI-Eigenschaften herausgebracht haben, wollen sie am 25. Februar offenbar einen echten iPhone-X-Gegner aus dem Hut zaubern.

Huawei hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass es Apple gerne mal als Vorbild nimmt und gute Ideen der US-Amerikaner auch einfach mal übernimmt. Und das scheint diesmal auch bei der True-Depth-Kamera des iPhone X der Fall zu sein. Wie ernst es Huawei dabei ist, demonstrierte es bei einem Event der Tochter-Firma Honor, wo es einen Ausblick auf die eigene "Point Cloud Depth Camera" gab.

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So könnte die "Notch" des Huawei P20 alias P11 aussehen.

(Foto: XDA Developers)

Laut "Winfuture" handelt es sich dabei wie beim iPhone X nicht um eine einzelne Kamera auf der Vorderseite, sondern eine Kombination aus mehreren Sensoren. Dazu gehören neben einer üblichen RGB-Kamera ein Infrarotsensor und ein VCSEL-Projektor, der ähnlich wie bei Apples Lösung Gesichter mit unsichtbarem Licht abtastet, um ein 3D-Raster zu erstellen. Wie beim iPhone X soll das auch bei völliger Dunkelheit klappen.

Prototyp zum Aufstecken

Dabei handelt es sich nicht nur um ein Konzept. Huawei hat seine 3D-Kamera bei der Europa-Premiere des Honor View 10 in London als externes Aufsteck-Gerät gezeigt, was "Notebooksitalia" in einem Video festgehalten hat. Man sieht, dass der Scan-Prozess ähnlich wie bei Apples True-Depth-Kamera funktioniert und das Resultat ein ziemlich genaues 3D-Abbild eines Gesichts ist. Es kann wie beim iPhone X zum Entsperren des Geräts oder zur Authentifizierung des Nutzers dienen. Und Huawei demonstrierte ebenfalls Animojis, die mit der Kamera erstellt werden können. Die "Face ID" der Chinesen soll auch sehr schnell arbeiten. 400 Millisekunden gibt Huawei an - nicht viel langsamer als bei seinen verwendeten Fingerabdrucksensoren, bei denen die Erkennung nur 100 bis 300 Millisekunden dauern soll.

Jetzt wird spekuliert, dass die Chinesen die Technik zum ersten Mal intern beim kommenden "P20" alias "P11" einsetzen werden. Hinweise, die ein Entwickler von "XDA Developers" in Huawei-Firmware gefunden hat, deuten darauf hin, dass die Sensoren sogar wie beim iPhone X in einer Scharte eines 18:9-Displays untergebracht wird.

Was die Rückseite betrifft, will Huawei anscheinend einzigartig sein und nach seinen aktuellen Dual-Kameras dort jetzt sogar ein Trio einsetzen. @evleaks hat angebliche Anzeigenentwürfe für ein Huawei-Smartphone veröffentlicht, aus denen dies hervorgeht. Möglicherweise ergänzt Huawei sein Duo aus RGB- und Schwarz-Weiß-Kamera mit einer Tele-Linse.

Quelle: n-tv.de, kwe

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