Technik
Das Honor View 10 hat KI an Bord.
Das Honor View 10 hat KI an Bord.(Foto: jwa)
Dienstag, 05. Dezember 2017

KI-Smartphone unter 500 Euro: Honor View 10 feiert Premiere

Von Johannes Wallat, London

Honor stellt in London zwei neue Smartphones vor. Das Honor 7X ist ein großer und flacher Schönling mit 18:9-Display. Besonders ist aber das Honor View 10, denn es bringt Künstliche Intelligenz zum günstigen Preis.

Honor hat in diesem Jahr besonders lange gewartet. Während alle anderen schon voll im Weihnachtstrubel stecken, lädt der chinesische Hersteller zur globalen Produkt-Premiere nach London. Dass das Honor 7X auf dem Programm stehen würde, war schon vorher klar - Honor hatte das Smartphone bereits vorgestellt, nur ein Preis war offiziell noch nicht bekannt. Jetzt ist es raus: Das Honor 7X kommt in den Farben Schwarz, Blau und Gold und kostet gemäß den Erwartungen rund 300 Euro - ein starker Preis für das erste Smartphone mit 18:9-Display aus dem Hause Honor.

View 10 ist der Star

Dem 7X sind auf der Premierenfeier dann auch weniger Platz und Zeit gegönnt. Star der Veranstaltung ist das Honor View 10, ein Gerät, von dem bis zum Zeitpunkt der Präsentation nicht ganz klar war, wie es heißen würde und welche Features es auszeichnen würden. Optisch sind die Unterschiede zum 7X gering: Das Smartphone teilt sich mit ihm das Aussehen, die Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen. Das Display ist mit 5,99 Zoll praktisch gleich groß, an der Rückseite sitzen zwei leicht hervorstehende Kamera-Augen.

Honor View 10 und 7X haben viel gemeinsam.
Honor View 10 und 7X haben viel gemeinsam.(Foto: jwa)

Das View 10 trägt den Fingerabdrucksensor aber an der Front, beim 7X sitzt er hinten. Es ist mit 6,97 Millimeter etwas dünner und hat mit 3750 Milliamperestunden einen größeren Akku als das 7X. 6 Gigabyte Arbeitsspeicher stecken im flachen Gehäuse, der interne Speicher fasst 128 Gigabyte Daten. Die Dual-Kamera kombiniert die Bilder zweier Sensoren mit 20 und 16 Megapixeln, die Frontkamera nimmt Fotos mit 13 Megapixeln auf.

Besonders ist beim View 10 aber nicht das Display, das Design oder die Auflösung der Kamerasensoren, sondern eher sein restliches Innenleben. Honor spendiert seinem neuen Flaggschiff die gleichen Funktionen, wie sie das Huawei Mate 10 Pro hat, der Chipsatz ist der gleiche. Der Kirin 970 hat einen neuronalen Prozessor (NPU) integriert, der dem Smartphone einen Hauch Künstlicher Intelligenz (KI) verleiht - damit folgt es dem Honor Magic, das im vergangenen Jahr in China als erstes AI-Smartphone auf den Markt kam, aber woanders nicht erhältlich war.

NPU macht das View 10 clever

Die NPU beherrscht maschinelles Lernen und soll wie beim Mate 10 Pro Dinge schneller und effizienter erledigen als herkömmmliche Chipsätze - Honor verspricht viel mehr Leistung bei viel geringerem Akkuverbrauch. Außerdem hat Huawei die NPU mit Hunderten Millionen Fotos gefüttert, um die Bilderkennung zu optimieren - die Kamera des View 10 erkennt Szenen und Motive in Echtzeit und kann die Einstellungen entsprechend anpassen. Damit sollen Fotos besser gelingen - das Honor View 10 erkennt aktuell 13 Szenarios selbstständig, mehr sollen folgen.

Das View 10 unterstützt auch die Gesichtserkennung seines Nutzers zum Entsperren des Displays. Während der Show funktioniert das aber noch nicht perfekt, und Honor schränkt ein, dass die Gesichtserkennung für die Authentifizierung von Zahlungen nicht bereit steht. Nützlich: Der Inhalt von Benachrichtigungen wird nur angezeigt, wenn der Besitzer aufs Display schaut. Außerdem erkennt das Smartphone, ob man es anschaut oder den Kopf dreht - diese "intelligente" Funktion hatte aber auch schon Samsungs Galaxy S4. Zusammen mit Microsoft hat Honor zudem eine Sofort-Übersetzung entwickelt, zum Beispiel von Texten, die man mit der Kamera fotografiert. Außerdem zeigt Honor, wie man mit Sprachkommandos die Drohnen von DJI steuern kann.

Die Benutzeroberfläche EMUI 8 basiert auf Android 8 Oreo. Das Honor View 10 kommt in den Farben Dunkelblau und Schwarz auf den Markt. Es soll 450 Euro kosten - das ist rund die Hälfte vom Huawei Mate 10 Pro und rund 650 Euro weniger, als Apple fürs iPhone X haben möchte. 

Quelle: n-tv.de

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