Technik
Von links: der neue Echo, der Echo Show und der Echo Plus.
Von links: der neue Echo, der Echo Show und der Echo Plus.(Foto: kwe)
Donnerstag, 23. November 2017

Neue Amazon-Lautsprecher: Welcher Echo soll's denn sein?

Von Klaus Wedekind

Während Apple den HomePod ins nächste Jahr verschieben muss, hat Amazon jetzt schon ein komplettes Sortiment von smarten Lautsprechern mit Sprachassistenz am Start. n-tv.de zeigt, was sie können und welches Gerät für wen interessant ist.

Noch sind sie Nischenprodukte, aber vernetzte Lautsprecher mit digitaler Sprachassistenz setzen sich allmählich durch und stehen auch in immer mehr deutschen Wohnungen. Apple hat den Trend etwas verpennt und musste kürzlich laut "Bloomberg" den Start des HomePod sogar noch ins nächste Jahr verschieben. Davon profitiert natürlich Amazon, dessen Echo-Lautsprecher schon seit einem Jahr zu haben sind und zusätzlich zahlreiche andere Hersteller, die Assistentin Siri in ihre Produkte integrieren. Und während Apple das Weihnachtsgeschäft verpasst, hat der Konkurrent aus Seattle zum Fest sein Sortiment verbessert und ausgebaut.

Schicker, aber nicht besser

Zunächst einmal gibt es einen neuen Echo. Er ist kleiner als die erste Generation und sieht mit einem Stoffbezug wesentlich schicker aus als der Vorgänger. Die Funktionen sind grundsätzlich gleich geblieben. Der neue Kleine hat allerdings eine Klinkenbuchse, an die andere Lautsprecher angeschlossen werden können und statt einem Drehregler Lautstärketasten an der Oberseite. Was den Sound betrifft, ist das auch empfehlenswert, wenn der Echo 2 größere Räume beschallen soll. Denn er klingt ein bisschen schwächer als die erste Generation - vor allem, wenn er lauter gestellt wird. Nutzt man einen Zusatz-Lautsprecher, kann man aber auch gleich einen Dot kaufen, der 40 Euro günstiger als der Echo ist, der 100 Euro kostet.

Smarter als der Echo ist der neue Echo Plus, der 150 Euro kostet und aussieht wie ein Echo der ersten Generation. Er macht Zusatzgeräte überflüssig, die sonst zum Betrieb von Smart-Home-Geräten notwendig sind. Der Lautsprecher arbeitet mit allen vernetzten Leuchten, Thermostaten und so weiter zusammen, die mit dem Funkstandard Zigbee kompatibel sind. Sind sie eingeschaltet und im gleichen WLAN wie der Echo Plus, kann man sie mit dem Befehl "Alexa, suche meine Geräte" im Handumdrehen integrieren. Einen Haken hat die Sache allerdings: Aktualisierungen können die verbundenen Geräte ohne ihren eigenen Hub (Bridge) nicht erhalten. Am Klang hat Amazon auch geschraubt, der Sound des Plus ist etwas satter als der des ersten Echo.

Sonos One kann jetzt Spotify

Legt man besonderen Wert auf die Musikeigenschaften, kann man auch einen Alexa-Lautsprecher eines anderen Herstellers anschaffen. Sie bieten fast alle Funktionen eines Echo-Geräts und klingen teilweise um Welten besser. Ein gutes Beispiel ist der Sonos One. Seit kurzem kann Alexa über ihn neben Amazon Music und TuneIn auch Spotify steuern. Ältere Sonos-Lautsprecher kann man aber ebenfalls ganz einfach mit einem Echo Dot verbinden.

Auch der Echo Show mit integriertem 7-Zoll-Display ist jetzt in Deutschland für 220 Euro erhältlich. Auf dem Bildschirm kann man sich beispielsweise die n-tv-Nachrichten in einer kompakten Zusammenfassung ansehen, wenn der entsprechende Skill aktiviert ist. Ruft man Rezepte ab, sieht man Fotos, Zutatenliste und Anleitung oder die Wetteransage wird grafisch unterstützt. Man kann auch Videotelefonate mit Nutzern anderer Echo-Show-Geräte führen oder die Bilder von Überwachungskameras anzeigen lassen. Die naheliegendste Funktion, Youtube-Videos abzuspielen, steht auf dem Echo Show derzeit aber nicht zur Verfügung, weil sich Amazon mit Google streitet. Laut "Voicebot.ai" ist eine Einigung aber nahe und bald sollen Youtube-Videos auf dem Echo Show abgerufen werden können. Auch mit weiteren Video-Diensten stehe Amazon kurz vor einer Einigung, so die Website.

Kommt Youtube noch?

Das Display ist okay, Auflösung und Helligkeit für seine Indoor-Tätigkeit gut genug. Es hat auch einen Touchscreen, man nutzt ihn aber eigentlich nur bei der Einrichtung und um Einstellungen zu ändern. Der Klang ist ungefähr mit dem des Echo 2 zu vergleichen. Kommen Youtube und andere Videodienste tatsächlich noch, kann man sich überlegen, 220 Euro für das Gerät auszugeben. Vorerst bietet er aber kaum Mehrwert im Vergleich zum Echo 2.

Der Echo Show ist auch der einzige Amazon-Lautsprecher, der im Rahmen der "Cyber Monday Woche" aktuell nicht reduziert ist. Ansonsten erhält man noch bis zum 27. November den Dot für 40 Euro, den Echo 2 für 80 Euro und den Plus für 120 Euro.

Quelle: n-tv.de