Wissen
Zähneputzen kann ganz schön langweilig sein: Mehr als die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen macht noch etwas anderes dabei.
Zähneputzen kann ganz schön langweilig sein: Mehr als die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen macht noch etwas anderes dabei.(Foto: imago/Westend61)
Samstag, 02. April 2016

Fegen statt schrubben? : Zähne putzen, aber richtig

Von Jana Zeh

Strahlend weiß in einer Reihe: Zähne können wie schmückende Perlen sein oder unschön und abstoßend. Doch nicht nur ihr Aussehen ist wichtig, sondern auch ihre Gesundheit. Um diese für lange Jahre aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, sie vom Kindesalter an regelmäßig zu reinigen. Doch wie geht das richtig und was benötigt man dafür?

Immer schön rund putzen.

Egal, ob man sich in der Wohnung oder in der Wildnis befindet: Zähneputzen gehört dazu.
Egal, ob man sich in der Wohnung oder in der Wildnis befindet: Zähneputzen gehört dazu.(Foto: imago/Mint Images)

Falsch. Das Putzen in Kreisen, die sogenannte Rotationstechnik, haben viele bereits im Kindesalter beigebracht bekommen. Um Kinder ans regelmäßige Zähneputzen zu gewöhnen, ist das Rotieren gut geeignet, solange die Eltern gründlich nachputzen. Für Schulkinder, die bereits flüssig schreiben können, Jugendliche und Erwachsene dagegen könnte diese Putztechnik nicht mehr altersgemäß sein. Es besteht nämlich die Gefahr, dass durch das Rotieren das Zahnfleisch verletzt wird. Zudem reinigt die rundgeführte Handzahnbürste die Zähne eines Erwachsenen nicht optimal. Dennoch wendet, laut einer Studie, mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland immer noch diese Putztechnik an und putzt damit auf Grundschulniveau.

Fegen ist besser als rotieren.

Tatsächlich gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, welche Putztechnik am wirksamsten ist. Selbst unter Zahnärzten herrscht keine übereinstimmende Meinung darüber. Wahrscheinlich hängt auch das mit individuellen Bedingungen im Mund und der Lebensführung zusammen. Um das sauberste Ergebnis zu bekommen, ist es wichtig, mit System zu putzen. Das bedeutet: Jeder Zahn sollte an jeder Seite so geputzt werden, dass er sauber ist. Es ist besser, mit den schwierigen Stellen zu beginnen, denn die Motivation zur Zahnreinigung wird mit der Zeit, auch wenn es nur drei Minuten sind, geringer. Also erst die Innenflächen, dann die Außenflächen und zuletzt die Kauflächen. Ob man nun rüttelt, fegt oder dreht - wichtig ist, nicht nur die Zähne selbst, sondern auch die Bereiche zwischen Zahn und Zahnfleisch gründlich zu reinigen, denn dort siedeln sich Bakterien besonders gut an. Wer ausprobieren möchte, ob er richtig putzt, der kann mit der Zunge über alle Bereiche gehen und prüfen, ob diese schön glatt sind. Die beste Kontrolle hat man auf diese Weise morgens, denn dann hat sich an den schlecht geputzten Stellen bereits wieder gut spürbarer Belag (Plaque) gebildet. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der testet seine Putztechnik mit sogenannten Plaque-Färbetabletten, die in jeder Apotheke erhältlich sind. Jeder Zahnbelag, der nicht entfernt wurde, wird hässlich eingefärbt.

Einfach kräftig losschrubben ist auch in Ordnung.

Der Gebrauch von Zahnseide kann am Anfang etwas anstrengend sein.
Der Gebrauch von Zahnseide kann am Anfang etwas anstrengend sein.(Foto: imago/BE&W)

Falsch! Wer einfach nur drauflosschrubbt, riskiert durch zu starken Druck Verletzungen und Entzündungen am Zahnfleisch. Eine rabiate Putztechnik, die quer zum Zahnfleischverlauf ausgeführt wird, kann über einen langen Zeitraum hinweg praktiziert dazu führen, dass das Zahnfleisch zurückgeschoben wird und die Zahnhälse freigelegt werden. Zahnärzte sprechen in diesem Fall von einem Putztrauma und empfehlen deshalb eine schonendere Putztechnik, eine Zahnbürste mit mittelharten Borsten zu verwenden und zudem weitestgehend drucklos zu putzen. Liegen die Zahnhälse bereits frei, sollte man auf eine Zahnpasta mit vielen Putzkörpern, sogenannten Abrasivstoffen, verzichten. Diese könnten nämlich die schmerzempfindlichen Zahnhälse zu sehr reizen.

Zweimal täglich drei Minuten lang zu putzen reicht doch.

Falsch. Wer unkonzentriert immer nur auf der gleichen Stelle rumschrubbt, kann seine Zähne auf diese Art und Weise bestimmt nicht lange gesund erhalten. Wie sehr man sich auf die Zahnreinigung fokussieren muss, hängt von den individuellen Voraussetzungen im Mund, Ernährungsgewohnheiten und der Lebensweise ab. Alleinlebende Personen beispielsweise haben ein geringeres Risiko, an Karies zu erkranken als Menschen, die in Familien in einem Haushalt leben. Das liegt an den Bakterien, die Karies verursachen. Ein abgeleckter Löffel, der vom Mund der Mutter in den des Kindes wandert, überträgt kariesverursachende Bakterien, genauso wie ein Glas oder eine Flasche, aus dem mehrere Familienmitglieder kurz hintereinander trinken. Für die meisten Menschen reicht also ein dreiminütiges Putzen nebenbei nicht aus. Man sollte konzentriert bei der Sache sein und mindestens drei Minuten für das Putzen mit der Handzahnbürste einplanen.

Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten sind doch überflüssig.

Falsch! Auch wenn man die für sich effektivste Zahnputztechnik gefunden hat, reicht das Zähneputzen allein nicht aus. Vor allem der Bereich zwischen den Zähnen lässt sich auch mit der besten Zahnbürste nicht erreichen. Gerade dort setzen sich aber Speisereste fest und Bakterien vermehren sich dort besonders gut. Aus diesem Grund sollte man mindestens einmal am Tag, am bestens abends, auch dort putzen. Da die Abstände zwischen den Zähnen verschieden groß sind, ist es ratsam, sowohl Zahnseide als auch Zahnzwischenraumbürsten, die es in verschiedenen Stärken gibt, zu benutzen. Für Ungeübte ist die Anwendung von Zahnseide und –Zwischenraumbürsten etwas ungewohnt oder anstrengend. Wer beides regelmäßig anwendet, benötigt auch dafür nicht länger als zwei Minuten. Diese Reinigung kann auch bei vorsichtiger Anwendung dazu führen, dass das Zahnfleisch blutet. Das ist ein Hinweis auf eine Entzündung, meistens ausgelöst durch Bakterien und unzureichende Mundhygiene.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen