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Weibliche Erinnerung Stimme beeinflusst Partnerwahl

Frauen stehen auf tiefe Männerstimmen, das ist bekannt. Forscher finden nun heraus, dass sich Frauen auch besser an das erinnern können, was eine tiefe Männerstimme sagt. Und diese Erinnerung beeinflusst die Partnerwahl des weiblichen Geschlechts.

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Eine tiefe Stimme: Clint Eastwood.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Frauen erinnern besser, was eine tiefe männliche Stimme ihnen gesagt hat. Das zeigt eine Untersuchung an der Universität Aberdeen in Schottland. Damit sei erstmals belegt, dass ein wichtiges Kriterium für die Partnerwahl auch die Genauigkeit der weiblichen Erinnerung beeinflusse, schreiben die Forscher um David Smith im Journal "Memory & Cognition". Die Vorliebe von Frauen für tiefe männliche Stimmen ist bekannt.

Die Forscher zeigten in einem ersten Experiment 45 Frauen das Bild eines Gegenstandes, während gleichzeitig eine manipulierte männliche oder weibliche Stimme mit hoher oder tiefer Stimmlage dessen Namen nannte. Danach zeigten sie den Probandinnen zwei ähnliche Versionen des Gegenstandes. Ergebnis: Die Frauen konnten sich besser an solche Gegenstände erinnern, die sie mit einer tiefen männlichen Stimme in Verbindung brachten.

Diesen Versuch wiederholten die Forscher in einem zweiten Experiment mit weiteren 46 Frauen und zusätzlichen echten männlichen und weiblichen Stimmen. Auch hier erinnerten sich die Probandinnen besser an Dinge im Zusammenhang mit einer tiefen männlichen Stimme. Aussagen von tiefen Frauenstimmen blieben weniger im Gedächtnis, allerdings waren die Unterschiede zu den hohen weiblichen Tonlagen nicht so deutlich wie bei den Männerstimmen.

Hinweis auf genetische Eigenschaften

In beiden Experimenten gaben die Frauen erwartungsgemäß an, tiefe männliche Stimmen zu bevorzugen. "Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass Frauen tiefere Männerstimmen besser in Erinnerung behalten als weniger attraktive höhere", erläutert Smith in einer Mitteilung des Journals. "Die beiden Experimente zeigen erstmalig, dass sich für die Partnerwahl wichtige Signale des anderen Geschlechts auch auf die Genauigkeit der weiblichen Erinnerung auswirken."

Die Stimmlage sei ein wichtiges Kriterium für die Partnerwahl, weil sie sowohl etwas über die genetischen Eigenschaften des Sprechers aussagen könne, als auch etwas über soziale Verhaltensweisen wie etwa unerwünschte Wesenszüge. "Die Ergebnisse sind Anzeichen dafür, dass die Evolution die weibliche Fähigkeit geprägt hat, Informationen zu potenziellen Partnern zu speichern", glaubt Ko-Autor und Forschungsleiter Kevin Allan.

"Durch die genaue Erinnerung an eine Begegnung mit in Frage kommenden Männern können Frauen die Männer im Hinblick auf verschiedene Beziehungsaspekte vergleichen und einordnen, zum Beispiel auf ihre Tauglichkeit für eine langfristige Partnerschaft. Dies unterstützt Frauen bei der Partnerwahl, eine besonders wichtige Fähigkeit, wenn man bedenkt, wie folgenschwer eine schlechte Wahl sein kann."

Quelle: ntv.de, dpa

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