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Der Tornado in Schwalmtal in Nordrhein-Westfalen kam unverhofft.
Der Tornado in Schwalmtal in Nordrhein-Westfalen kam unverhofft.(Foto: picture alliance / Ralf Nowak/dp)
Donnerstag, 17. Mai 2018

Rein in den Keller: Was tun, wenn ein Tornado kommt?

Von Jana Zeh

Tornados können auch hierzulande zerstörerische Naturgewalten sein. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollte man sich und seine Angehörigen möglichst schnell in Sicherheit bringen. Doch wo soll man hin während eines heranziehenden Wirbelsturms?

Am besten in einen Keller gehen

Tornados können, anders als andere Unwetter oder Naturkatastrophen, nur schwer von Meteorologen vorhergesagt werden. Es gibt allerdings ein paar Merkmale, die auf die Bildung eines solchen Wirbelsturms hinweisen können. Dazu gehören: ein dunkler, manchmal grünlich gefärbter Wolkenhimmel, eine tiefhängende Wolkendecke und lautes, herannahendes Dröhnen. Manchmal aber sieht man die herannahende Windhose schon von Weitem. In diesem Fall bietet ein festgebauter Keller den besten Schutz. Gibt es keinen Keller, den man schnell erreichen kann, dann sollte man schnell ein aus Stein gebautes Haus aufsuchen.

Zweitbeste Variante: Im Flur abwarten

Sucht man in einem Steinhaus ohne Keller Schutz, dann sollte man nicht in ein Obergeschoss wechseln, sondern im Erdgeschoss bleiben. Es gilt der Grundsatz: Bringe so viele Mauern wie möglich zwischen dich und den Tornado. Am besten geht man in die Mitte des untersten Stockwerks. Auch ein fensterloser Raum, wie beispielsweise das Gäste-WC oder der Flur, wenn er mittig im Gebäude liegt, können Schutz bieten. Hält man sich in einem anderen Raum auf, dann sollten alle Fenster und Türen geschlossen sein. Zudem sollte man sich von großen Fenstern, Türen, Schränken oder Regalen möglichst fern halten. Glasscheiben könnten bersten und Möbelstücke umfallen. Hat man noch ausreichend Zeit, dann ist es ratsam, große Einrichtungsgegenstände zu verschieben. Sie könnten vor Türen fallen und so den Fluchtweg versperren.

Bei Anwohnern unterkommen

Auch wenn für einige die Hemmschwelle groß ist: Wer sich während eines Tornados im Freien aufhält oder mit dem Wagen unterwegs ist, sollte nicht zögern und bei Anwohnern in der Nähe klingeln und um Schutz bitten. Vielleicht ist es auch möglich, in öffentlichen Gebäuden, wie zum Beispiel dem Rathaus, unterzukommen. Auch hier sind die Räume in der Mitte die sichersten, solange es keine Glaskuppel darüber gibt.

Raus aus dem Auto

Anders als bei einem Gewitter ist die Idee, in einem Auto optimalen Schutz zu haben, falsch. Wer während eines Tornados im Auto bleibt, der sollte die Option haben, schnell genug von dem Wirbelsturm wegfahren zu können. Andererseits begibt man sich in höchste Lebensgefahr. Ein Tornado kann die Kraft haben, sogar Lastkraftwagen in seinem Trichter umherwirbeln zu lassen. Zudem können herumfliegende Gegenstände mit großer Kraft den Wagen zertrümmern. Also auch hier gilt: Keller, Haus oder weit weg vom Wagen. Auch Wohnwagen oder Wohnmobile bieten keinen Schutz und sollten deshalb gemieden werden.

Lauf, wenn kein Haus in der Nähe ist

Wird man im Freien von einem Tornado überrascht oder muss seinen Wagen verlassen, ist aber noch weit genug vom Tornado entfernt, dann sollte man unbedingt auf das Handy-Video verzichten, sondern kurz die Richtung des Wirbelsturms beobachten. Auch wenn sich diese ändern kann, ist es sinnvoll, sich dann so schnell wie möglich entgegengesetzt wegzubewegen. Der Durchmesser von Tornados hierzulande liegt zwischen wenigen Metern bis hin zu einem knappen Kilometer. Die meisten bewegen sich mit einer Geschwindigkeit zwischen 20 und 60 Kilometern pro Stunde fort und meistens dauert es auch nur wenige Minuten, bis der Tornado über einen Landstrich gezogen ist. Einen Abstand von 500 Metern sollte man auf jeden Fall einhalten.

Wenn der Tornado schon zu nah ist 

Hat man keine Zeit mehr, um wegzulaufen, ist es sinnvoll, sich so schnell wie möglich flach und bäuchlings auf den Boden oder, wenn vorhanden, in eine Senke oder Mulde zu legen und seinen Kopf mit den Händen zu schützen. In dieser Haltung ist die Chance groß, dass schwächere Tornados einfach über einen hinwegziehen. Zudem ist die Gefahr, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden, in dieser Lage am geringsten. Auch Brücken oder Bäume sollten gemieden werden, weil sie oder Teile von ihnen durch die Kraft des Tornados zu gefährlichen Geschossen werden könnten. 

Quelle: n-tv.de