Kino

Rückkehr ins La La Land Mary Poppins fliegt wieder

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Als Mary Poppins großartig: Emily Blunt.

(Foto: Disney Enterprises inc.)

Das ist doch mal supercalifragilisticexpialigetisch: Nach über 50 Jahren feiert das schrillste Kindermädchen der Filmgeschichte ihr Comeback. "Marry Poppins Rückkehr" strotzt vor Nostalgie. Nur mit den Songs in dem Streifen ist das so eine Sache.

Erinnern Sie sich noch an damals, als "Mary Poppins" in die Kinos kam? Ja? Mit Verlaub, dann gehören Sie wohl zu den "Best Agern". Denn tatsächlich ist es mittlerweile bereits sage und schreibe 54 Jahre her, dass das außergewöhnliche Kindermädchen mit den magischen Fähigkeiten an seinem Regenschirm über die Leinwände schwebte.

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Doch mit "Mary Poppins" ist es wie mit vielen Disney-Klassikern. Auch nachfolgende Generationen haben den Film irgendwann dann doch nochmal gesehen - im Gemeindekino, im Kinderfernsehen oder irgendeinem Sonntagsnachmittagsprogramm. Und so dürfen die Macher von "Mary Poppins Rückkehr" darauf hoffen, die Kindheitserinnerungen von vielen wachzurütteln. Oder aber den heutigen Nachwuchs ganz neu an die Figur heranzuführen, die von der Romanautorin P.L. Travers bereits in den 30er-Jahren erdacht wurde.

Wie schon das Original basiert auch "Mary Poppins Rückkehr" auf Erzählungen der Australierin, die insgesamt ganze acht Bände mit Geschichten über ihre Heldin füllte. Dementsprechend ist der Film auch kein Remake des rund 50 Jahre alten Klassikers unter der Regie von Robert Stevenson, sondern knüpft vielmehr an die damalige Handlung an.

Mary Poppins kommt wie gerufen

Michael (Ben Whishaw) und Jane Banks (Emily Mortimer), die Mary Poppins (Emily Blunt) dereinst als Kindermädchen betreut hatte, sind inzwischen erwachsen geworden. Und sie haben jede Menge Sorgen. Nach dem Tod von Michaels Frau kümmern sie sich gemeinsam um die drei Kinder des Witwers, Annabel (Pixie Davies), John (Nathanael Saleh) und Georgie (Joel Dawson). Doch nicht nur das stellt sie vor Herausforderungen, sondern auch die Bank, die ihnen ihr Zuhause abluchsen will.

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Mary Poppins hilft der Familie Banks in der Not.

(Foto: Disney Enterprises inc.)

Da kommt Mary Poppins natürlich wie gerufen. Nach all der Zeit schneit sie wieder bei der Familie Banks vorbei, selbstredend nicht ohne ihren fliegenden Regenschirm im Gepäck. Und selbstredend auch nicht nur, um sich nun Michaels Nachwuchs anzunehmen. Stattdessen wirft sie all ihr übernatürliches Gewicht ebenfalls in die Waagschale, um der Familie beim Kampf um ihre Zukunft im von der Wirtschaftskrise gebeutelten London der 30er-Jahre zu helfen ...

Kunterbuntes Popcorn-Märchen

Mit "Mary Poppins Rückkehr" ist Regisseur Rob Marshall ein kunterbuntes Popcorn-Märchen gelungen, das vor Nostalgie nur so strotzt. Und das nicht nur, weil uns Handlung, Ausstattung und Flair des Streifens schon beinahe 100 Jahre in der Zeit zurückbeamen. Als Reminiszenz an das Original fließt auch so manche Trickfilmszene ein - nicht aufwendig animiert, sondern im ganz klassischen Disney-Zeichentrick-Stil.

Und wie im Original wird auch diesmal viel gesungen. Es sind neue Songs, die Poppins, die Banks oder der allzeit hilfsbereite Laternenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda) in dem Film trällern. Auf Evergreens wie "Supercalifragilisticexpialigetisch" oder "Chim-Chim-Cheree" aus dem ersten Kino-Abenteuer von Mary Poppins wartet man vergebens. Und auch wenn sich Emily Mortimer im BBC-Gespräch davon überzeugt zeigte, dass auch der neue Soundtrack noch lange nachhallen werde - die Lieder aus "Mary Poppins Rückkehr" werden wohl schon bald vergessen sein.

Von kleinen und großen Kindern

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Zeichentrick-Szenen sorgen für Nostalgie.

(Foto: Disney Enterprises inc.)

Doch Schwamm drüber. Denn erstens: Für Musicalfilme muss man ohnehin ein Faible haben. Wer mit singenden und tanzenden Darstellern so gar nichts anzufangen weiß, wird um "Mary Poppins Rückkehr" vermutlich einen großen Bogen machen. Der enorme Erfolg des im vergangenen Jahr mit sechs Oscars ausgezeichneten Films "La La Land" belegt jedoch, dass Musicalstreifen durchaus ihr Publikum finden können und womöglich derzeit geradezu en vogue sind. Und zweitens: Allein Emily Blunts großartig-liebenswerte Verkörperung der Titelfigur macht "Mary Poppins Rückkehr" sehenswert. Von Meryl Streeps Gastspiel als durchgeknallte Cousine Topsy mal ganz zu schweigen.

Fazit: Theoretisch wäre der Film ein Kino-Vergnügen für Groß und Klein. Ob sich heutige Kids von dem Retro-Charme des Streifens anstecken lassen, ist dann allerdings doch fraglich. Eher wird "Mary Poppins Rückkehr" wohl bei den mittlerweile großen Kindern verfangen.

"Mary Poppins Rückkehr" läuft ab dem 20. Dezember in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de