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Sie wird im "Flatliners"-Remake zur treibenden Kraft: Ellen Page als Courtney Holmes.
Sie wird im "Flatliners"-Remake zur treibenden Kraft: Ellen Page als Courtney Holmes.(Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)
Mittwoch, 29. November 2017

Die "Flatliners" sterben wieder: Nicht noch ein Teenie-Horror-Film!

Von Volker Probst

Sie springen dem Tod zurück auf die Schippe: Mit "Flatliners" erlebt ein Kultfilm um das Leben, das Sterben und vor allem die Zeit dazwischen Wiederauferstehung. Mit dabei ist auch Originaldarsteller Kiefer Sutherland. Kann er das Remake retten?

Es gibt so einige Remakes alter Filme, bei denen würden sich die Originaldarsteller vermutlich im Grab umdrehen. Bei "Flatliners" kommt das nicht infrage. Schließlich ist der Ursprungsfilm von 1990 noch gar nicht sooo alt. Sein damaliger Hauptdarsteller Kiefer Sutherland etwa erfreut sich mit seinen 50 Jahren noch voll und ganz des Lebens. Ja, Sutherland hat sich nun sogar den Spaß erlaubt, in der Neuauflage des Streifens in eine Nebenrolle zu schlüpfen. Seinerzeit bescherten ihm seine Darstellung des Medizinstudenten Nelson Wright in "Flatliners" und die Vampir-Klamotte "The Lost Boys" den Durchbruch. Jetzt gibt er den gestrengen Dr. Barry Wolfson, der den Studenten auf die Finger schaut.

Das ist auch nötig. Denn in "Flatliners 2017" treibt der medizinische Nachwuchs natürlich die gleichen waghalsigen Spielchen wie schon im Original: Nahtodexperimente, bei denen sich die Studenten mit den Schockstößen eines Defibrillators für mehrere Minuten ins Jenseits befördern, ehe sie sich von ihren Kommilitonen wiederbeleben und zurück ins Diesseits holen lassen.

Courtney statt Nelson

Auch das Setting ist im Prinzip das gleiche wie schon damals 1990. Nur dass diesmal kein Mann, sondern mit Courtney Holmes (Ellen Page) eine Frau die treibende Kraft der todesmutigen Grenzgänger ist. Und dass sich auch sonst die Namen der Studententruppe geändert haben. Statt auf Rachel Manus (Julia Roberts), Dave Labraccio (Kevin Bacon), Joe Hurley (William Baldwin) und Randy Steckle (Oliver Platt) treffen wir auf Ray (Diego Luna), Marlo (Nina Dobrev), Jamie (James Norton) und Sophia (Kiersey Clemons).

Ja, Kiefer Sutherland ist auch wieder mit von der Partie.
Ja, Kiefer Sutherland ist auch wieder mit von der Partie.(Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Schon das "Flatliners"-Original konnte bei den Kritikern nicht wirklich punkten. Dennoch gilt der Streifen mittlerweile als Klassiker mit Kult-Aura. Das liegt nicht zuletzt an der damaligen Besetzung. Denn nicht nur Sutherland startete seinerzeit so richtig durch. Roberts, die ebenfalls 1990 auch als "Pretty Woman" ins Kino kam, begründete gerade ihre Weltkarriere. Und auch Bacon und Baldwin mauserten sich in der Folge zu festen Hollywood-Größen. Doch auch das Thema des Films mit seinem morbiden, sich um Tod, Schuld und Sühne drehenden Charme birgt einiges an Faszination.

Ein Hauch von "Final Destination"

Faszination, die nun das Remake gern erneut eingefangen hätte, abermals mit aufstrebenden Jungschauspielern. Zugleich jedoch mit einer deutlich stärker im Horror-Milieu angesiedelten Erzählweise. Als die dem Tod mit Absicht auf und dann wieder von der Schippe gesprungenen Protagonisten in ihrem Leben auf einmal mit Sünden aus ihrer Vergangenheit konfrontiert werden, weht durch "Flatliners" des Jahres 2017 ein Hauch von "Final Destination". Jeder erlebt seine ganz eigene Heimsuchung, jedem droht sein ganz eigenes unheilvolles Schicksal. Nur wie es auszugehen droht, ist in allen Fällen gleich: mit dem Tod.

Eine Gruppe von fünf Studenten fordert den Tod heraus.
Eine Gruppe von fünf Studenten fordert den Tod heraus.(Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Regie führte bei dem Remake mit dem Dänen Niels Arden Oplev ein Mann, der sich seine Sporen schon einmal mit einem düsteren Stoff verdient hat: Oplev zeichnete auch für die Originalverfilmung von "Verblendung" verantwortlich. Doch während es ihm beim ersten Teil der "Millennium-Trilogie" von Stieg Larsson noch gut gelang, die Schauermär stimmungsvoll auf die Leinwand zu bannen, schießt er bei seiner "Flatliners"-Version zu oft zu weit übers Ziel hinaus. "Nicht noch ein Teenie-Horror-Film!", schwirrt es einem da ein ums andere Mal durch den Kopf.

Das ist vor allem schade, weil die Geschichte an sich jede Menge Ansatzpunkte für psychologische, ja, philosophische Tiefen bieten würde. Tiefen, die schon das Original nicht richtig auszuloten wusste - und es dennoch zu Kultstatus schaffte. Dass "Flatliners 2017" trotzdem nicht sooo übel geraten ist, ist vor allem seiner Besetzung geschuldet. Nicht unbedingt Nebendarsteller Kiefer Sutherland, aber zum Beispiel dem charismatischen Beau Diego Luna, der zuletzt auch in "Rogue One: A Star Wars Story" zu sehen und 2017 Mitglied der Berlinale-Jury war. Vielleicht taugt der Film deshalb ja immerhin wie das Original dazu, die Karrieren einer neuen Schauspielerriege weiter zu befeuern.

"Flatliners 2017" läuft ab dem 30. November in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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