Kino

Realfilm "Christopher Robin" Puuh, Winnie, das ist hart!

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Nach all der Zeit immer noch ein Herz und eine Seele: Christopher Robin (Ewan McGregor) und Winnie Puuh.

(Foto: Laurie Sparham / The Walt Disney Company)

Mit "Christopher Robin" bringt Disney die nächste Realverfilmung eines Zeichentrick-Klassikers auf die Leinwand. Nun ja, so real, wie Winnie Puuh und seine tierischen Freunde halt sein können. Der sprechende Bär ist knuddelig - und anstrengend.

Aus unerfindlichen Gründen erleben sprechende Bären gerade ein Revival. Erst durfte Paddington in zwei neuen Filmen eine Rückkehr auf die Kinoleinwände und in die Herzen der Zuschauer feiern. Jetzt ist Winnie Puuh dran - mehr als 50 Jahre nach seinem ersten Zeichentrick-Einsatz in einem Kurzfilm.

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Diesmal jedoch kommt der Bär aus dem Hundertmorgenwald nicht als Farb- und Pinselstrich-Figur daher, sondern nach allen Regeln der aktuellen Computerkunst animiert. Und nicht nur er, sondern selbstredend auch seine tierischen Kumpanen Ferkel, Tigger, I-Ah und Co. Menschen dagegen werden auch von echten Menschen verkörpert, allen voran natürlich der titelgebende "Christopher Robin". Seine Rolle übernahm Ewan McGregor.

Mit dem Streifen setzt Disney seine Reihe von Realverfilmungen alter Klassiker, wie etwa schon bei "Cinderella", dem "Dschungelbuch" oder "Die Schöne und das Biest" geschehen, fort. "Christopher Robin" beschreitet jedoch den Weg, den die Filmschmiede auch schon beim Remake von "Elliot, das Schmunzelmonster" gegangen ist. Nur die Charaktere in dem Streifen sind altbekannt. Die Story dagegen ist vollkommen neu.

Zurück in den Hundertmorgenwald

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Puuh lebt natürlich nicht allein im Wald.

(Foto: The Walt Disney Company)

Schließlich ist der Junge, der einst seine Abenteuer mit Winnie Puuh und den anderen Waldbewohnern erlebte, inzwischen auch erwachsen. Christopher Robin lebt in London, ist verheiratet mit Evelyn, hat eine Tochter namens Madeline und einen Job in einer Koffer-Firma, der ihn ziemlich anödet. Über all dem ist eine Sache in ihm verloren gegangen: seine kindliche Fantasie. Doch eines Tages steht plötzlich Winnie Puuh vor ihm.

Der Rest der Geschichte ist vorgezeichnet. Zusammen kehren Mensch und Bär in den Hundertmorgenwald zurück, wo Christopher Puuh hilft, seine verloren gegangenen Freunde wiederzufinden. Doch auch Christopher gerät bald in Schwierigkeiten, bei denen ihn seine Freunde aus dem Wald selbstredend nicht im Stich lassen ...

Ein heimlicher Star

Keine Frage: Winie Puuh ist knuddelig, der gesamte Film liebevoll animiert und erzählt. Zumindest für erwachsene Zuschauer wird die allzu betulich-putzige Inszenierung irgendwann jedoch auch anstrengend, langatmig und hart durchzuhalten. Der Spagat, sowohl die Kleinen als auch die Großen bei der Reise in den Hundertmorgenwald abzuholen, misslingt dem deutsch-schweizerischen Regisseur Marc Forster, zu dessen Vita bereits komplett anders gelagerte Streifen wie das Drama "Monster's Ball", "Ein Quantum Trost" aus der James-Bond-Reihe oder die Zombie-Mär "World War Z" gehören. "Christopher Robin" ist vor allem etwas für Kinder.

Das würde erst recht gelten, wenn ein Charakter in dem Film fehlen würde. Denn der heimliche Star von "Christopher Robin" ist nämlich weder die Titelfigur noch Winnie Puuh, sondern I-Ah. Die trocken-humorigen Sprüche des stets latent genervten Esels durchbrechen zumindest ab und an die Langeweile, die aufzuziehen droht. Das allein reicht jedoch nicht, um den Film über seine vollen 104 Minuten zu retten.

"Christopher Robin" läuft ab dem 16. August in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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