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"Das Team" Der Neujahrs-"Tatort" im Schnellcheck

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Ebenfalls mit dabei: Kollege Faber (Jörg Hartmann)

(Foto: WDR/Tom Trambow)

Vier Kommissare sind in Nordrhein-Westfalen ermordet worden, es herrscht Ausnahmezustand. Ein Team aus verschiedenen Revieren soll es schließlich richten, aber selbiges muss erst noch zusammengestellt werden. Oder kommt der Täter etwa aus den eigenen Reihen?

Das Szenario

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Familienaufstellung der anderen Art: "Das Team".

(Foto: WDR/Tom Trambow)

Vom Polizistenmörder fehlt jede Spur, vier Kommissare sind bereits ermordet worden. Das nächste Verbrechen, so hat es den Anschein, ist nur eine Frage der Zeit. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, erste Erfolge wollen sich jedoch nicht einstellen. In Nordrhein-Westfalen greift man daher zu ungewöhnlichen Methoden. In einem leer stehenden Tagungshotel ziehen die Gebrüder Scholz (Charly Hübner und Bjarne Mädel) von der Coaching-Agentur "Crisis Performance Consult" einen Tross von Ermittlern und Ermittlerinnen aus diversen Dienststellen zusammen, unter ihnen Hauptkommissar Marcus Rettenbach (Ben Becker), Hauptkommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) und Kollege Faber (Jörg Hartmann), auch Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) aus Münster ist dabei. Und dann ist da noch der dauerhaft kaugummikauende Hauptkommissar Franz Mitschowski (Nicholas Ofczarek) aus Aachen. Die Scholzens sollen aus dieser Gruppe die schlagkräftigste Achse destillieren - oder geht es hier womöglich doch um etwas ganz anderes?

Die eigentliche Botschaft

Auf der einen Seite die fortwährende Diskussion um experimentelle "Tatorte", demgegenüber die erneut guten Einschaltquoten - für die Macher des Krimiklassikers gibt es auch weiterhin kaum einen Grund, auf Drehbücher der besonderen Art zu verzichten. Der Auftakt 2020 macht das unmissverständlich klar - und lässt das Script gleich ganz weg.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Siehe Botschaft: Auch der erste "Tatort" des Jahres wird polarisieren. "Gewagt und gelungen", wird es am Kantinenbuffet heißen, "total daneben" eine der gängigen Repliken. Ein Dialog, der mit Sicherheit funktionieren wird - auch ganz ohne Drehbuch.

Der Plausibilitätsfaktor

Ein Coaching-Team, das Polizeiarbeit im wichtigsten, aktuellen Fall erledigen soll, der Holterdipolter-Abschied von Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter), einerseits das gewöhnungsbedürftige Improv-Format wie von der Probebühne, demgegenüber ein stilisiertes Finale mit einem Mörder, der sich im Tode ans Piano setzt, um "The Beast in Me" zu intonieren - in der Balance hält sich das alles nicht. In Teilen wird es durchaus spannend, aber die Schwere des experimentellen Ansatzes versperrt auf Länge den unmittelbaren Zugang zur Geschichte.

Die Bewertung

Kein Drehbuch, keine Wertung. Ein toller Cast, dem man doch einfach auch eine schöne, spannende Geschichte auf den Leib hätte schreiben können.

Quelle: ntv.de