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"Die Höhle der Löwen" Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte

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Den Löwen schmeckt nicht immer alles, was ihnen in der Show so vorgesetzt wird.

(Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Brust raus, Bauch rein und Zähne fletschen! Wenn sich in der Löwenhöhle zwei hochrangige Raubtiere in die Wolle kriegen, dann ist ordentlich Feuer unterm Dach.

Wenn ein letztes Beratungsgespräch unter Tüftlern Klarheit schaffen soll, bringt es Ralf Dümmel stets zielgerichtet auf den Punkt: "Lasst euch ruhig Zeit. Ist eine Lebensentscheidung!", schallt es dann durch die Löwenhöhle. Und in der Tat: Ein "Ja" oder ein "Nein" sollte man in diesem Moment nicht übers Knie brechen.

Nicht selten geht es in der Höhle der Löwen um ganze Existenzen. Und wo viel auf dem Spiel steht, da fliegen auch schon mal die Fetzen. Astronomisch hohe Firmenbewertungen, peinliche Geschäftszahlen-Blackouts und fehlende Patente: Meist sind es Problemzonen auf Seiten der Erfinder und Tüftler, die den einen oder anderen Löwen bisweilen schon mal aus der Haut fahren lassen.

Ein verbales Feuerwerk für die DHdL-Geschichtsbücher

Es gibt aber auch Momente, in denen sich das Brüll- und Fauch-Epizentrum abseits des Pitch-Bereiches präsentiert. Das passiert meist dann, wenn sich alle darüber einig sind, dass dem Paket aus Tüftler, Produkt und Investor eine große Zukunft bevorstehen könnte. Im Oktober 2018 beispielsweise waren es Frank Thelen und Carsten Maschmeyer, die sich im Kampf um innovative Hundeleinen-Verschlusssysteme ("GoLeyGo") ordentlich die Meinung geigten. Ein Jahr später sind es nun Ralf Dümmel und Nils Glagau, die zum Abschluss der sechsten Format-Folge ein verbales Feuerwerk für die DHdL-Geschichtsbücher zünden.

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Tu-Nho Roho entwickelte spezielle "Mama Wong"-Marinaden.

(Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Bevor sich der Hamburger Regale-König und der Mikronährstoff-Guru aus Bad Homburg aber in die Wolle kriegen und die Arena der Befindlichkeiten komplett für sich beanspruchen, stehen erst einmal ein paar andere Hauptdarsteller im Rampenlicht. Allerdings verlaufen die Auftritte nicht bei allen Düsentriebs wie geplant. Von insgesamt vier Pitches ("FlipCar", "JayKay", "Mama Wong", "STRONG Fitness Cosmetics") schafft es am Ende nur einer in den Deal-Olymp ("Mama Wong").

Zwischen elektrischen Longboardachsen, süß-sauren Asia-Marinaden und wasserfestem Make-Up steigt das Emotionsthermometer nur selten in brodelnde Höhen. Das ändert sich aber schlagartig als die beiden letzten Start-Up-Gründer den Löwenkäfig betreten.

Tropfen und Pulver gegen die drohende Bitterstoff-Apokalypse

Die beiden Mannheimer Andre Sierek und Jan Stratmann haben sich der Lebensmittel-Evolution verschrieben und dabei festgestellt, dass wertvolle Bitterstoffe in den vergangenen zwanzig Jahren "nahezu komplett weggezüchtet" wurden. Mit ihrer "leckeren" Tropfen-Pulver-Kombination wollen die Bitter-Boys ein neues Bewusstsein für gesunde Ernährung schaffen und die alte Tradition der Kräuterkunde zum Lifestyle-Produkt machen.

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Georg Kofler trinkt lieber "Fernet Branca" statt "BitterLiebe".

(Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

Bereits nach wenigen Minuten fängt der Löwenkäfig Feuer. Bis auf Georg Kofler, der für den persönlichen Bitterhaushalt "lieber ein Gläschen Fernet Branca" zischt, sind alle Löwen heiß auf "BitterLiebe". Vor allem Ralf Dümmel und Nils Glagau haben es heute scheinbar "bitter nötig". Letzterer will mit dem "erklärungsbedürftigen Produkt" in die Apotheken. Das sehen Judith Williams ("Apotheker sind keine guten Verkäufer") und Ralf Dümmel etwas anders. Hier zeigt man mit den Fingern eher in Richtung Teleshopping und Massenmarkt.

Aus der anfänglichen Grundsatzdiskussion wird schnell ein Streitgespräch. Über die Köpfe von Judith Williams, Georg Kofler und Dagmar Wöhrl hinweg schießen Nils und Ralf mit geschäftsinternen Giftpfeilen um sich. Nils holt dümmelsche Berg- und Talfahrten aus dem Archiv ("Dein "Veluvia"-Weg hat damals nicht funktioniert. Heute ist das Produkt kaputt"). Ralf hält dagegen ("Das stimmt nicht. Ich lade dich gerne nach Hamburg ein und zeige dir, dass die Zahlen brutal nach oben gegangen sind").

Die Emotionen kochen hoch

Es geht hin und her. Die Emotionen kochen hoch. Gut, dass zwischen den beiden Streithähnen noch vier ausgefüllte Sessel stehen. Wer weiß, was noch passiert wäre, wenn sich die beiden im Face-to-Face-Modus begegnet wären. So verstummen beide nach "getaner Arbeit" irgendwann abrupt und warten ab, wie sich die zwei "BitterLiebe"-Gründer entschieden haben. Und siehe da, Andre und Jan zeigen sich ganz unbeeindruckt vom spontanen In-Fight der Titanen. Statt den Erfolgsweg mit Ralf oder Nils weiter zu gehen, entscheiden sich die Gründer für das Geld und die Dienste von Judith Williams. Tja, wie heißt es doch so schön: Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte.

Quelle: n-tv.de

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