Politik

Auf Liste von Wagner und Kadyrow Ukraine soll drei Attentate auf Selenskyj vereitelt haben

In Kiew sind anscheinend gleich zwei Truppen unterwegs, um einen wichtigen Auftrag des russischen Präsidenten zu erfüllen: Wolodymyr Selenskyj töten. Bisher scheitern sie gleich mehrfach, legt ein Bericht aus Großbritannien nahe. Ausgerechnet der vermeintliche Feind soll die ukrainische Führung warnen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der vergangenen Woche womöglich gleich drei Attentatsversuche auf sein Leben überstanden. Russland habe zwei unterschiedliche Truppen entsandt, um den Staatschef der Ukraine zu töten, meldet die britische "Times", ohne konkret anzugeben, aus welchem Umfeld diese Informationen stammen.

Bei den Attentätern soll es sich um die russische Söldnergruppe Wagner handeln und eine paramilitärische Einheit von Tschetschenen-Führer Ramsan Kadyrow. In den vergangenen Tagen war bereits mehrfach berichtet worden, dass sie in größerer Zahl nach Kiew geschickt wurden, um Selenskyj auszuschalten. Seine Absetzung gilt mit als wichtigstes Kriegsziel des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Nach Angaben der "Times" sollen die Sicherheitskräfte von Selenskyj allerdings "erschreckend gut" auf die Pläne von Wagner vorbereitet gewesen sein. Die Söldner hätten bei ihren Attentatsversuchen mehrere Mitglieder verloren, berichtet die Zeitung. Aus dem Umfeld der Söldner soll verlauten, dass das Wissen der ukrainischen Führung über die Pläne "unheimlich" sei.

Vergangenen Samstag soll demnach am Stadtrand von Kiew auch ein Attentatsversuch von tschetschenischen Killern vereitelt worden sein. Sie seien "eliminiert" worden, bevor sie Selenskyj erreicht hätten, heißt es.

Russische Spione warnen Kiew

Nach Angaben der ukrainischen Führung sind es Russen selbst, die dem vermeintlichen Feind die Attentatspläne durchstecken. Agenten des russischen Geheimdienstes FSB hätten das Team um Selenskyj gewarnt, erklärte Oleksij Danilow, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine. "Sie wollen nichts mit diesem verdammten Krieg zu tun haben", sagte der Politiker im ukrainischen TV. "Ihretwegen konnten wir die Spezialkräfte von Kadyrow ausschalten."

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Demnach befinden sich die etwa 400 Söldner von Wagner bereits seit mehr als sechs Wochen in Kiew. Laut der "Times" besitzen sie eine Liste mit 24 hochrangigen ukrainischen Zielen, die sie im Auftrag von Moskau ausschalten sollen. Geplant war dem Bericht zufolge, die russische Eroberung von Kiew als Ablenkung zu nutzen, um die Befehle auszuführen. Da der russische Konvoi, der dazu gedacht ist, aber nur schleppend vorankommt, kämen die Söldner nicht voran - zum Unmut des Kreml.

Zuletzt soll die russische Führung deshalb ihren Druck auf die Wagner-Truppen erhöht haben. Sie erwartet laut der "Times" zügig einen zählbaren Erfolg der Söldner. Es sei anzunehmen, dass sie in den kommenden Tagen beginnen, ihre "Kill-Liste" abzuarbeiten.

Quelle: ntv.de, chr

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